Kanton Uri unterstützt Kulturorganisationen und Kulturschaffende

Der Kanton Uri setzt die vom Bundesrat in der Covid-Verordnung Kultur vorgesehenen Massnahmen um. Urner Kulturorganisationen und Kulturschaffende können Gesuche um Ausfallentschädigungen einreichen.

Markus Zwyssig
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Auch das Tonart-Festival in Altdorf musste wegen der Coronakrise abgesagt werden. Die bereits angekündigten Stars treten im kommenden Jahr auf.

Auch das Tonart-Festival in Altdorf musste wegen der Coronakrise abgesagt werden. Die bereits angekündigten Stars treten im kommenden Jahr auf.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 11. März 2018) 

Der Kanton Uri verfügt über eine sehr reiche Kunst- und Kulturszene. Diese ist durch die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus - insbesondere das Veranstaltungsverbot – besonders hart betroffen. Zahlreiche Festivals und Veranstaltungen wie das Tonartfestival, das Volksmusikfestival oder die Tellspiele wurden bereits abgesagt oder verschoben. Um den Schaden für die Kultur zu mindern, hat der Bundesrat am 20. März die Covid-Verordnung Kultur erlassen. Darin sind verschiedene Unterstützungsmassnehmen für Kulturschaffende, Kulturorganisationen und Laienverbände vorgesehen, darunter Soforthilfen und Ausfallentschädigungen. 

Regierungsrat schafft rechtliche Grundlagen für Unterstützung

Der Urner Regierungsrat setzt die Bundesvorgaben im Kanton Uri um. Urner Kulturorganisationen und Kulturschaffende können bis am 20. Mai Gesuche um Ausfallentschädigungen gemäss Covid-Verordnung Kultur einreichen. «Wir konnten innert kurzer Zeit die notwendigen rechtlichen, administrativen und finanziellen Grundlagen schaffen, damit die Urner Kulturorganisationen und Kulturvereine von den Unterstützungsmassnahmen des Bunds und des Kantons profitieren können», erklärt Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg. Die aktuelle Situation und das Fehlen des Kulturangebots zeige deutlich auf, welchen wichtigen Wert die Kultur in der Urner Gesellschaft habe. «Mit unseren Unterstützungsmassnahmen tragen wir dazu bei, das reiche Kulturleben in Uri, das zu grossen Teilen auch von ehrenamtlichen Personen getragen wird, zu erhalten.»

Der Bund werde sich finanziell in gleicher Höhe beteiligen, wie der Kanton Geld spreche, erklärt Jörg. Wie viel Geld effektiv gesprochen wird, ist abhängig von Gesuchen, die nun eingereicht werden. Der maximale Rahmen ist vorgegeben. Den Landräten wird in der Mai-Session ein entsprechender Vorschusskredit in der Höhe von 457'000 Franken zur Kenntnisnahme unterbreitet.

Leistungsvereinbarungen bleiben erhalten

Beat Jörg betont zudem: «In einem Grundsatzentscheid hat der Urner Regierungsrat als weitere Unterstützungsmassnahme Ende März beschlossen, dass bereits gesprochene Projektbeiträge aus dem Lotteriefonds an verschobene und abgesagte Veranstaltungen ausbezahlt werden, sofern die entsprechenden Kosten ausgewiesen sind.» Zur Unterstützung der kulturellen Infrastruktur werden auch Beiträge, die an Leistungsvereinbarungen geknüpft sind, ausbezahlt. Bereits seit der vergangenen Woche können zudem Laienvereine bei ihren jeweiligen nationalen Dachverbänden um eine Ausfallentschädigung nachsuchen. Das betreffe insbesondere die verschiedenen Theatervereine, so Jörg.