Tourismus
Uri als innovative Ausflugsregion etabliert

Zum Urner Tourismus wird eine Wertschöpfungsstudie durchgeführt – dies im Hinblick auf eine mögliche Fusion mit Andermatt-Urserntal Tourismus.

Urs Hanhart
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Markus Züst bleibt für weitere drei Jahre Verwaltungsratspräsident.

Markus Züst bleibt für weitere drei Jahre Verwaltungsratspräsident.

Bild: Urs Hanhart (Attinghausen, 12. Mai 2022)

Seit drei Jahren ist alt Regierungsrat Markus Züst Verwaltungsratspräsident der Uri Tourismus AG. Am Donnerstag konnte er erstmals in dieser Funktion eine physische Generalversammlung leiten. Abgehalten wurde sie im Schopf des Bauernbetriebs Wyrsch in Attinghausen, wobei 34 Aktionäre anwesend waren. 2020 und 2021 musste wegen der Coronapandemie auf digital ausgewichen werden.

Der Verwaltungsrat der Uri Tourismus AG hat im vergangenen Jahr nach einer intensiven Strategiediskussion dem Regierungsrat den Antrag unterbreitet, eine Urner Tourismusstrategie erarbeiten zu lassen und einen Zusammenschluss von Uri und Andermatt-Urserntal Tourismus anzustreben. «Für die Entwicklung und eine längerfristig gesunde Finanzierung des Urner Tourismus ist dies aus meiner Sicht unumgänglich», betonte Züst und fügte an: «Wir sind uns dabei bewusst, dass dieser Prozess eine gute und aktive Abstimmung mit allen politischen Behörden auf Ebene Kanton und Gemeinden sowie allen Tourismusverantwortlichen braucht und auch einige Zeit dauert.» Zurzeit ist dieser Antrag allerdings beim Regierungsrat sistiert. Dies weil die beiden Tourismusorganisationen zuerst gemeinsam eine Wertschöpfungsstudie durchführen werden, die wertvolle Inputs liefern soll. Ergebnisse sollen im Sommer oder Herbst 2023 vorliegen. Züst betonte:

«Unser Wunsch ist, dass alles unter Uri vermarktet werden kann, ähnlich wie es im Kanton Appenzell Innerrhoden gehandhabt wird.»

Die erwähnte Wertschöpfungsstudie ist vom Urner Regierungsrat genehmigt worden. Mit ersten Umfragen soll im kommenden Sommer gestartet werden.

Fokus auf nachhaltigen Tourismus

Der Präsident sprach auch die Coronakrise an und sagte dazu: «Es gab aus touristischer Sicht Freud und Leid.» Negativ waren unter anderem die geschlossenen Türen bei touristischen Leistungsträgern und die eingebrochene Nachfrage im Gruppengeschäft. «Andererseits gab es aber auch viele neue Gäste, die den Kanton Uri entdeckten. Zudem sind neue kreative Angebote entstanden und es ist uns gelungen, Uri als innovative Ausflugsregion zu profilieren», erklärte Züst und ergänzte: «Wir streben einen nachhaltigen und nicht einen Massen-Tourismus an. Unser Zielpublikum sind Leute, welche die Schönheiten der Natur geniessen wollen.»

Geschäftsführer Maurus Stöckli stellte mehrere erfolgreiche Projekte vor.

Geschäftsführer Maurus Stöckli stellte mehrere erfolgreiche Projekte vor.

Bild: Urs Hanhart (Attinghausen, 12. Mai 2022)

Maurus Stöckli, Geschäftsführer von Uri Tourismus, ging auf die 2021 umgesetzten Projekte kurz ein. Speziell hob er die vertiefte Zusammenarbeit mit Gastro Uri und den neu herausgegebenen Urner Seilbahn-Führer hervor. «Dieser ging weg wie warme Weggli. Auf dieses in Zusammenarbeit mit dem Verband Urner Seilbahnen und Skilifte realisierte Produkt sind wir sehr stolz», sagte Stöckli. Sehr gut etabliert habe sich auch Temp Camp. Kantone wie Nidwalden und Glarus seien neidisch, dass es Uri geschafft habe, dieses Projekt in so kurzer Zeit umzusetzen. Als Herzensangelegenheit bezeichnete der Geschäftsführer das vor drei Jahren lancierte Projekt «Wiege der Schweiz». Daraus ist auch eine Kooperation mit der Brunnen-Schwyz Marketing entstanden. Beide Organisationen haben gegenseitig Aktien gezeichnet.

«‹Wiege der Schweiz› ist ein spannendes Projekt, mit dem wir schon viel bewegen konnten»

, unterstrich der Geschäftsführer. Mit der Südostbahn, Stoos-Muotathal Tourismus und der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee habe man drei strategische Partner gewinnen können.

Besser abgeschnitten als budgetiert

Finanziell steht Uri Tourismus auf gesunden Beinen. 2021 konnte mit einem Jahresgewinn von 35'000 Franken abgeschlossen werden. Budgetiert war ein Minus von 40'000 Franken. Die Eigenkapitalquote liegt bei 49 Prozent. Dank dem positiven Ergebnis konnten Rückstellungen für zukünftige Projekte getätigt werden. «Wir haben eine Langfristplanung gemacht und können in den nächsten Jahren zuversichtlich weiterarbeiten», sagte der Vorsitzende zu den Finanzen.

Markus Züst wird auch weiterhin Präsident bleiben. Er wurde einstimmig für weitere drei Jahre in seinem Amt bestätigt. Ebenfalls wiedergewählt wurde Verwaltungsratsmitglied Zacharias Ziegler, Bürglen. Daniel Kaufmann, CEO der Gotthard-Raststätte, zog sich nach sechs Jahren aus dem Verwaltungsrat zurück. Für ihn wurde kein Ersatz gewählt.

Zahl Logiernächte steigt wieder an

Interessant ist ein Blick auf die Entwicklung der Logiernächte in der Hotellerie. Insgesamt näherte sich der Kanton Uri 2021 mit 289'081 Logiernächten wieder den Zahlen vor der Coronapandemie an. Das Unterland erreichte mit 78'394 Übernachtungen ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Markt Schweiz war mit fast 60 Prozent das wichtigste Gästesegment. Im vergangenen Jahr durften im Vergleich zu 2020 wieder 12 Prozent mehr Gäste aus Deutschland begrüsst werden. Zahlreiche zusätzliche Gäste konnten aus den Beneluxländern verzeichnet werden.

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