KANTON URI: Uri hat ein stacheliges «Fabelwesen»

2007 hat Tony Gnos einen Film über die weisse Gämse im Schächental gedreht. Jetzt ist ihm ein weiterer Coup geglückt: Er hat einen weissen Igel entdeckt.

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Der Altdorfer Tierfilmer und -fotograf Tony Gnos hat eine seltsame Laune der Natur entdeckt: einen weissen Igel. (Bild pd)

Der Altdorfer Tierfilmer und -fotograf Tony Gnos hat eine seltsame Laune der Natur entdeckt: einen weissen Igel. (Bild pd)

2007 sorgte der Altdorfer Tony Gnos mit seinem Film über eine weisse Gämse im Schächental für Furore. Auf dieses Tier war er durch Förster und Jäger aufmerksam gemacht worden. Nun erzählte ihm eine junge Frau, dass im Urnerland ein weisser Igel unterwegs sei.

Zuerst fehlte vom Albino-Igel jede Spur
Tony Gnos machte sich also auf die Spur. «Da Igel dämmerungs- und nachtaktive Tiere sind, ist auch für mich die Nacht zum Tage geworden», erzählt er. Die ersten nächtlichen Erkundigungen liessen sich für den passionierten Tierfilmer aber nicht gerade erfolgversprechend an. «Mit meinem Nachtsichtgerät entdeckte ich wohl den einen oder anderen Igel, aber vom gesuchten weissen stachligen Fabelwesen fehlte mir jede Spur», erinnert er sich.

«Das kribbelige Gefühl, es könnte doch etwas Wahres an der Information sein, liess mich nicht mehr los», erzählt der Altdorfer weiter. Er wollte dem «nächtlichen Spuk» erst recht auf den Grund gehen.

«Einfach staunen über die Wunderwelt der Natur»
Rund fünfzehnmal war Gnos erfolglos unterwegs. Doch anfangs September wurde seine Beharrlichkeit belohnt. «Es war kurz vor Mitternacht, bei trübem Wetter und einer Temperatur von 16 Grad, da tauchte der schneeweisse Igel tatsächlich auf», erinnert sich der Filmer. «Ein atemberaubendes Staunen überkam mich. Die innere Befriedigung, aber auch die Überraschung waren grenzenlos.» Aufgeregt zeichnete er den Standort in seiner Beobachtungskarte ein. Nachdem er das Tier nun mit eigenen Augen gesehen hatte, standen in den kommenden Nächten das Filmen, das Fotografieren und das Dokumentieren auf dem Programm.

Igel mit rahmweissen Stacheln kommen in der Natur nur selten vor. Die weisse Färbung ist auf einen Pigmentmangel zurückzuführen. Albinoigel weisen aufgrund dieses Mangels neben rahmweissen Stacheln auch ein weisses Fell, eine rosafarbene Haut und rote Augen auf.

Wo er das Tier entdeckt hat, will Tony Gnos natürlich nicht verraten. «Als Naturfilmer und -fotograf hoffe ich einfach, dass dieser seltene Albinoigel dem Urnerland noch lange erhalten bleibt. Wer ihn sieht, soll einfach staunen über die Wunderwelt der Natur. Es lohnt sich ganz bestimmt»

red

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Urner Zeitung.