Kanton Uri
Urner Gemeindeverband unterstützt das geplante Vorgehen der Regierung bei der Lucendro-Konzession

Der Vorstand begrüsst die Energiestrategie des Kantons. Das Prinzip: Nur zusammen ist man stark.

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55 Prozent des turbinierten Wassers stammt aus Uri.

55 Prozent des turbinierten Wassers stammt aus Uri.

Bild: Alessandro Della Bella / Keystone

(zgc) «Der Kanton Uri ist ein Wasserschloss und soll künftig einen Teil des Wassers selbst nutzen können», heisst es in den ersten Zeilen der Medienmitteilung des Urner Gemeindeverbands. Uri mache deshalb seinen Anspruch auf die Wassernutzung im Rahmen der Neukonzessionierung des Kraftwerks Lucendro geltend. 55 Prozent des südlich des Gotthardpasses turbinierten Wassers stammt aus Uri. Der Kanton kann aber nicht selber am Strommarkt tätig werden, sondern braucht eine starke Partnerin mit dem nötigen Know-how, um das Wasser überhaupt nutzen zu können, so der Verband. Der Regierungsrat plant, seine Anteile an der Lucendro-Konzession an die EWA – Energie Uri AG zu vergeben. Der hiesige Stromproduzent soll künftig das Kraftwerk Lucendro betreiben.

Gleichzeitig plant die Regierung, seine Beteiligung an der Energie Uri schrittweise zu erhöhen und langfristig gar eine Mehrheitsbeteiligung der öffentlichen Hand anzustreben. Heute sind 38 Prozent der Aktien in Besitz der öffentlichen Hand von Kanton (29 Prozent), Korporation (6 Prozent) und Gemeinden (2 Prozent). Dazu hat der Kanton nun mit Energie Uri und der Zentralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW) eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen. Uri erhält damit die Möglichkeit, zusätzliche EWA-Aktienanteile zu erwerben. Die CKW räumt dem Kanton Uri zudem ein Vetorecht ein. Im Gegenzug werden Urner Wasserrechtskonzessionen wie diejenige des Kraftwerks Lucendro an Energie Uri verliehen.

Der Vorstand des Urner Gemeindeverbands erachtet die vom Regierungsrat eingeschlagene Strategie als richtig. Jedoch dürfte es noch «viele Hindernisse» zu überwinden geben, um ans Ziel zu gelangen. Weiter fordert der Vorstand des Gemeindeverbands, dass die öffentliche Hand im Kanton Uri spätestens bei der Neukonzessionierung der Reuss-Kaskade im Jahr 2043 die Aktienmehrheit der Energie Uri verfügen muss.

Umweltdepartement berücksichtigt lokale Partnerschaften

«Der Kanton Uri kann sein Wasser künftig nur in Zusammenarbeit mit einer starken, lokalen Partnerin nutzen», sagt Judith Durrer, Präsidentin des Urner Gemeindeverbands. Ansonsten laufe der Kanton Uri in Gefahr, bei den anstehenden Konzessionserneuerungen in den kommenden Jahren sämtliche Nutzungsrechte an die SBB und im Fall des Kraftwerks Lucendro an einen Tessiner Konzern zu verlieren.

Für den Gemeindeverband ist klar, dass die eingeschlagene Energiestrategie des Kantons Uri es auch den Gemeinden ermöglichen dürfte, ihre Aktienanteile an Energie Uri langfristig zu erhöhen. Der Vorstand des Urner Gemeindeverbands betont, dass der Energie Uri mit der Erhöhung der Beteiligungen der öffentlichen Hand eine spezielle Rolle zukommt, worauf der Kanton Uri bei Arbeitsvergaben achten müsse.