Werkmatt Altdorf: Kanton Uri will Zwischennutzung statt Investitionen

Die Urner Regierung will auf dem ehemaligen «Uri 18»-Areal weder Hallen noch Teile des Geländes zur dauerhaften Nutzung ausscheiden. Das widerspreche der geplanten Nutzung der Werkmatt und sei zudem zu teuer.

Bruno Arnold
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Die Flachlagerhallen wurden an der «Uri 18» von rund 200 Ausstellern genutzt und rege besucht. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 8. September 2018))

Die Flachlagerhallen wurden an der «Uri 18» von rund 200 Ausstellern genutzt und rege besucht. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 8. September 2018))

Auf 98'000 Quadratmetern stehen im Areal Werkmatt Uri beim künftigen Kantonsbahnhof Altdorf 21 Parzellen zum Verkauf. Die Volkswirtschaftsdirektion Uri konnte eine davon mit einer Grösse von 6000 Quadratmetern an die Firma Kässbohrer Schweiz AG sowie das ehemalige Getreidesilo an Kunstmäzen Christoph Hürlimann verkaufen.

Regierung nennt Voraussetzungen für Zwischennutzungen

In einer im Oktober 2018 eingereichten Interpellation hat die damalige Schattdorfer CVP-Landrätin Daniela Planzer-Nauer angeregt, die für die «Uri 18» genutzten Hallen und einen Teil des dortigen Geländes zur dauerhaften Nutzung für Ausstellungen und Veranstaltungen auszuscheiden. «Der Regierungsrat ist grundsätzlich bereit, verschiedene Zwischennutzungen in der Werkmatt Uri zu ermöglichen», heisst es in der Antwort zuhanden der Session vom 13. Februar 2019. Diese Möglichkeit hat er bereits auch in einer Medienmitteilung publiziert.

Wichtige Voraussetzungen sind:

  • Die Mindestdauer für Zwischennutzungen beträgt 30 Tage;
  • Die Administration von Zwischennutzungen erfolgt durch die kantonale Verwaltung und ohne zusätzliches Personal;
  • Die Zwischennutzungen des Areals sollen für den Kanton mindestens kostendeckend sein;
  • Von Nutzern gewünschte bauliche Anpassungen oder Infrastrukturen gehen zu deren Lasten und erfordern das vorgängige Einverständnis des Kantons. Die Anpassungen sind durch die Nutzer vor der Rückgabe grundsätzlich zurückzubauen; dabei sind Ausnahmen mit vorgängiger spezieller Regelung möglich.

Hohe Investitionen nötig

«Die Regierung sieht davon ab, in die Halleninfrastruktur zu investieren», schreibt der Regierungsrat auf Planzers Frage, ob er bereit sei, die Halleninfrastruktur so anzupassen, dass eine ständige Nutzung möglich sei. Aufgrund des Alters und des Zustands der nur mit rudimentären Infrastrukturen ausgestatteten Hallen wären hohe Investitionen für Isolation, Dach-, Wand- und Bodensanierungen, Heizung, Wasser, Abwasser, Sanitäranlagen, Elektrik et cetera zu erwarten. «Selbst wenn nur die allernötigsten Massnahmen getroffen würden, wären Investitionen in Millionenhöhe nötig», schreibt die Regierung weiter.

Die Flachlagerhallen in der Werkmatt stünden zudem nur bis zu einer allfälligen Überbauung der damit verknüpften Parzellen zur Zwischennutzung zur Verfügung. «Investitionen in die Halleninfrastruktur wären daher in ihrer Ertragswirkung zeitlich beschränkt und deshalb sehr risikobehaftet», so die Regierung.

Aus diesen Gründen sei der Regierungsrat auch nicht bereit, ein Konzept für die Nutzung des Areals der «Uri 18» für Ausstellungen, Veranstaltungen und Vereine auszuarbeiten. Vereine können aber jederzeit Nutzungsanfragen an die Volkswirtschaftsdirektion Uri stellen. Diese würden auf ihre Vereinbarkeit mit den Grundsätzen und Rahmenbedingungen für Zwischennutzungen in der Werkmatt Uri geprüft. «Die Baukommission Altdorf hat anschliessend die Zonenkonformität zu beurteilen. Konkrete Nutzungsideen müssen also auf jeden Fall von der Baukommission Altdorf geprüft und bewilligt werden», heisst es in der Antwort weiter.

Mehrere Anfragen hängig

Wie Christian Raab, Vorsteher des Amts für Wirtschaft und öffentlichen Verkehr bei der Volkswirtschaftsdirektion Uri, auf Anfrage erklärte, sind seit Dezember 2018 mehrere Anfragen für Zwischennutzungen eingegangen. «Mittlerweile haben wir bereits auch verschiedene Objekte respektive Flächen vermietet, in erster Linie als Lagerräume oder Abstellplätze», so der Amtsvorsteher. Auf dem Tisch der Volkswirtschaftsdirektion liege aber auch ein konkretes kulturelles Nutzungskonzept für eine der Flachlagerhallen. Zudem stehe man in Abklärungen mit einem grösseren Unternehmen aus dem Innovationsbereich.

«Wir werden nun in einem ersten Schritt die Vereinbarkeit der Anfragen mit den Grundsätzen und Rahmenbedingungen für Zwischennutzungen abklären», sagte Raab. Danach liegt der Ball bei der Baukommission Altdorf, welche die Zonenkonformität der entsprechenden Vorhaben prüfen muss. (bar)