KANTON URI: Wingsuit-Flieger am Gitschen tödlich verunglückt

Der US-amerikanische Extremsportler Johnny Strange ist bei einem Sprung mit einem Flügelanzug in den Urner Bergen ums Leben gekommen. Bereits im Juli war an derselben Stelle ein Wingsuit-Flieger tödlich verunglückt. Die Kantonsregierung sieht keinen Handlungsbedarf.

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Einer der beiden Amerikaner stürzte beim Wingsuit-Fliegen ab. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Einer der beiden Amerikaner stürzte beim Wingsuit-Fliegen ab. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Der 23-jährige Abenteurer geriet am Donnerstagmittag wenige Sekunden nach dem Absprung vom Berg Gitschen 2000 Metern über Meer in eine instabile Fluglage. Dabei stürzte er auf den Boden ab, wie die Urner Kantonspolizei am Freitag mitteilte.

Ein Polizeisprecher bestätigte auf Anfrage, dass es sich bei dem Verunglückten um den amerikanischen Star Johnny Strange handelte. Er bestätigte Angaben des US-Promiportals TMZ.

Strange wollte laut Polizei mit einem amerikanischen Kollegen vom Berg Gitschen von etwa 2000 Metern über Meer in Richtung Bolzbach abspringen. Als Strange kurz nach 12 Uhr als Erster startete, kam es wenige Sekunden nach dem Absprung zum Unfall. Beim Aufprall auf den Boden zog er sich tödliche Verletzungen zu.

Am Unfalltag sei es in der Region windig gewesen, sagte der Polizeisprecher. Die genaue Unfallursache sei offen. Sie ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

Johnny Strange hatte in den USA Berühmtheit erlangt, als er mit 17 Jahren bereits die sieben höchsten Gipfel der Erde erklommen hatte. Am Montag veröffentlichte er auf Youtube ein Video aus den Alpen, wo er mit Kollegen in Flügelanzügen auf besseres Wetter für einen Absprung wartete.

Regierung sieht keinen Handlungsbedarf

Bereits am 10. Juli war am Gitschen ein US-amerikanischer Wingsuit-Flieger tödlich verunglückt. Die Urner Regierung sieht aber keinen Handlungsbedarf, solche Risikosprünge zu verbieten oder einzuschränken, wie sie in einer ebenfalls am Freitag veröffentlichen Antwort auf eine Anfrage im Kantonsparlament festhält. Das Schreiben datiert vom Montag.

Die Absprungzahlen im Kanton seien moderat. Zudem würden Wingsuit-Flieger respektive Base-Jumper keine Gefahr für Dritte darstellen, argumentiert die Regierung. Sie appelliert an die Selbstverantwortung der Risikosportler.

Weiter betont der Regierungsrat, der Kanton habe nur geringe Möglichkeiten, Regeln für Wingsuit-Flieger zu schaffen. Die Sonderform des Fallschirmspringens falle in die Zuständigkeit des Bundes. Der Kanton könne allenfalls in Bezug auf den Wild- und Naturschutz tätig werden, oder Eigentümer könnten Absprünge auf ihrem Eigentum untersagen.


sda/nop