Kanton Uri wird zum E-Bike-Land

Als erster Kanton der Zentralschweiz baut Uri ein flächendeckendes Netz an Ladeinfrastrukturen für E-Bikes auf.

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Auch auf der Alp Äsch in Unterschächen steht eine Ladestation für E-Biker zur Verfügung. (Bild: PD)

Auch auf der Alp Äsch in Unterschächen steht eine Ladestation für E-Biker zur Verfügung. (Bild: PD)

(bar) E-Biken ist ökologisch, umweltfreundlich – und ein Mega-Trend. Während schweizweit bereits jedes dritte Velo über einen Elektromotor verfügt, liegt der Anteil der verkauften E-Bikes in Uri gar bei 75 Prozent. Das kommt nicht von ungefähr, bietet der Kanton doch mit 16 offiziellen SchweizMobil-Bikerouten auf 550 Kilometer Wegnetz in allen Kantonsteilen ein attraktives Angebot für E-Biker.

Der einzige Wermutstropfen: Die Reichweiten der E-Bikes sind beschränkt. Vor allem bei grösseren und längeren Touren mit viel Höhendifferenz reicht die Akkukapazität vielfach nicht aus. E-Biker müssen entweder einen zweiten Akku im Rucksack mitführen oder ihr Heimladegerät mit auf den Berg schleppen. Diese sind jedoch nicht für den Aussenbereich geeignet und brauchen eine 230-Volt-Steckdose.

32 Ladestationen sind geplant

Nachdem der Trend hin zur Elektromobilität weiter anhält, ist für die IG Bike Uri klar: Ein flächendeckendes Netz an Ladeinfrastrukturen für E-Bikes muss her. Das Projekt E-Bike-Land Uri ist geboren. Ziel desselben ist es, 32 Ladestationen entlang den Bikerouten in Uri und an den Grenzen zu Schwyz, Tessin und Nidwalden sowie im Urner Talboden zu installieren – mindestens eine in jeder Urner Gemeinde. Dabei setzt die IG auf Ladestationen von «bike-energy» aus Österreich. Das Elektrizitätswerk Altdorf (EWA) hat als offizieller Vertriebspartner von «bike-energy» bereits mehrere solcher Ladestationen installiert – beispielsweise beim Neubau der Raiffeisenbank Schächental in Bürglen oder beim Alpenkiosk in Bristen.

Den Vorteil der Ladestationen von «bike-energy» beschreibt Iwan Imholz, Leiter Energievertrieb beim EWA und Initiant des Projekts wie folgt:

«Man benötigt nur ein auf den Akku abgestimmtes Ladekabel, das gekauft oder bei der Station vor Ort ausgeliehen werden kann – und schon kann man aufladen.»

Aktuell gibt es mehr als 10'000 E-Bike-Ladestationen von «bike-energy» in ganz Europa. Tendenz steigend. In der Schweiz gibt es derzeit deren 100. Der Nachbarkanton Tessin und die Tourismusregion Surselva haben bereits ein flächendeckendes Netz von «bike-energy» Ladestationen realisiert.

Die IG Bike Uri ist überzeugt: Das Projekt bietet eine grosse Chance für den Kanton Uri und einen Mehrwert für Einheimische und Touristen. «Eine E-Bike-Ladestation bei einem Hotel oder einem Alpbeizli wirkt als Touristenmagnet», sagt Ursi Aschwanden, Projektleiterin und Präsidentin der IG Bike Uri. Eine volle Akkuladung kostet den Ladestation-Betreiber zwischen 5 und 8 Rappen. «Doch während er den Akku seines Zweirads lädt, konsumiert der E-Biker im Beizli einen Kaffee oder ein Mittagsmenü. Das bringt dem Betreiber der Ladestation letztlich mit Sicherheit einen Mehrumsatz.»

22 Standortbetreiber sind bereits gefunden

Mit diesen Argumenten konnten die Initianten von «E-Bike-Land Uri» bereits 22 der 32 vorgeschlagenen Standortbetreiber für sich gewinnen. Und auch der Bund und die Kantone haben im Rahmen der neuen Regionalpolitik (NRP) dem Projekt bereits Unterstützung zugesichert. Dank diesen NRP-Geldern, dem EWA als Hauptsponsor sowie dank weiteren Sponsoren und Gönnern, die nun noch gesucht werden, können die Standortbetreiber die Ladestationen zu einem Vorzugspreis erwerben.

Die Umsetzung des Projekts E-Bike-Land Uri ist im Frühling 2020 geplant. Erste Touren, auf denen die neuen Infrastrukturen genutzt werden können, sollen bereits nach der Schneeschmelze möglich sein.