KANTON: Urner Guggen machen Lärm für einen guten Zweck

In Flüelen gibt es am Samstag eine geballte Ladung Guggenmusik. Bereits zum achten Mal treffen sich die Fasnächtler am «Gugg-Uri», um gemeinsam zu musizieren und Geld für einen guten Zweck zu sammeln.

Salome Infanger
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Vor drei Jahren zogen die Guggenmusiken durch Altdorf, dieses Wochenende spielen sie in Flüelen. (Bild: Valentin Luthiger (Altdorf, 15. 2. 14))

Vor drei Jahren zogen die Guggenmusiken durch Altdorf, dieses Wochenende spielen sie in Flüelen. (Bild: Valentin Luthiger (Altdorf, 15. 2. 14))

Am grössten Urner Guggenfest wird es dieses Wochenende wieder laut. Alle elf Urner Guggenformationen geben am Samstag gemeinsam ihre Musik zum ­Besten. «Unser Ziel ist es, für die Guggen und die Urner Bevölkerung einen riesen Event zu veranstalten», sagt Koni Scheuber, ­OK-Präsident von Gugg-Uri.

Der Anlass, der alle drei Jahre stattfindet, hat auch einen sozialen Aspekt. Der komplette Gewinn wird jeweils gemeinnützigen Organisationen gespendet. Im Jahr 2014 konnten so über 24000 Franken an drei Organisationen vergeben werden. Ausgesucht werden ausschliesslich Urner Organisationen. Die Idee dahinter sei, dass das Geld der Urner Besucher auch im Kanton Uri bleibe, erklärt Scheuber.

Dieses Jahr können sich die Winterhilfe Uri, Procap Uri, die Stiftung Papilio und Plusport Behindertensport Uri über finanzielle Unterstützung freuen. Der Gewinn kommt durch Sponsoring und den Umsatz des Wochenendes zusammen. Das siebenköpfige Organisationskomitee begann im November 2015 mit den Vorbereitungen und leistete seither bereits unzählige Stunden an ehrenamtlicher Arbeit. Ab heute bis Montag sind sie rund um die Uhr im Einsatz. Ein unglaublicher Aufwand. Scheuber, der seit elf Jahren dabei ist, sagt dazu: «Im OK herrscht ein super Spirit, so macht die ganze Arbeit auch Spass.» Und natürlich hilft auch seine Passion für die Guggenmusik mit. Der 29-jährige Silener ist Hornist bei den Smürfer-Spätzindern.

Rückgang der Besucherzahl wird nicht erwartet

Die Guggenmusiker sind für den Aufbau der Festzelte und der übrigen Infrastruktur zuständig. Während des Fests, wenn die Mitglieder der Guggen musikalisch im Einsatz stehen, helfen rund 240 Freiwillige mit, die selber nicht einer Guggenmusik angehören. Eigentlich hätte das Gugg-Uri wie die Jahre zuvor in Altdorf stattfinden sollen. Dass von der Gemeinde Altdorf vier Monate vor dem Veranstaltungstermin immer noch keine Bewilligung erteilt wurde, sorgte für Unmut in Guggen-Kreisen. Obwohl das Gesuch ordnungs­gemäss zugestellt wurde, erklärte der Altdorfer Gemeinderat damals, ihnen sei ein solches Gesuch nicht bekannt. Möglicherweise sei in der Verwaltung ein Fehler passiert. Die Organisatoren suchten schliesslich kurzfristig einen neuen Standort und konnten nach Flüelen ausweichen, wo nun der Parkplatz Seematte, ein Teil des Rudenzparks und andere Plätze genutzt werden. Scheuber sieht im Standortwechsel aber keinen Nachteil für die Durchführung der Veranstaltung. Er vermutet: «Die mediale Aufmerksamkeit hat bei vielen Leuten das Interesse geweckt und auch das Bewusstsein, dass wir das ganze für einen guten Zweck machen.»

Mit einem Besucherrückgang rechnen die Veranstalter wegen des Standortwechsels nicht. Erwartet werden am Nachmittag bei den Umzügen und Konzerten bis zu 7000 Personen, beim Abendprogramm rund 2000. «Gugg-Uri ist sicher einer der grösseren Anlässe des Kantons», glaubt Scheuber. Auch wenn das Angebot noch ausbaufähig wäre, stimme für die Veranstalter die Grösse.

Wochenendfüllendes Programm

Das Gugg- Uri beginnt bereits am Freitagabend mit einer 1970er-/1980er-Jahre-Party. Zwei grosse Zelte mit Livemusik und Festwirtschaft, vier Barwagen und diverse Verpflegungsstände sorgen für die nötige Feststimmung. Am Samstag um 13.13 Uhr beginnt die so genannte «Gugg-Urinvasion», bei der alle elf Urner Guggen in einem Sternmarsch zum Bahnhofsplatz ziehen und dort wild durcheinander spielen. Nach verschiedenen Konzerten am Nach­mittag beginnt um 19.07 Uhr der grosse Guggen-Umzug. Als Abschluss steigt am Samstagabend nochmals eine grosse Party.

Salome Infanger

salome.infanger@urnerzeitung.ch