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KANTON: Urner Jäger schiessen mehr Hirsche

Die Zahl der Hirsche hat zugenommen, jene der Gämse bleibt auf einem tiefen Niveau. Allgemein wird der Zustand des Wilds aber als gesund eingeschätzt.
Florian Arnold
Im Kanton Uri werden immer mehr Hirsche geschossen. (Symbolbild Neue UZ)

Im Kanton Uri werden immer mehr Hirsche geschossen. (Symbolbild Neue UZ)

Florian Arnold

Das Urner Klima passt dem Hirsch. Dies zumindest lässt die Jagdstatistik 2015 vermuten. Denn die klare Zunahme an Abschüssen deutet auch auf einen wachsenden Bestand hin. 2015 wurden in Uri 244 Rothirsche geschossen. Das sind 37 mehr als noch im Vorjahr. 2013 waren lediglich 187 Hirsche erlegt worden. Der nun zunehmende Hirschabschuss sei denn auch das Auffälligste an der jüngsten Statistik, sagt Jagdverwalter Josef Walker. «Die Hirsche vermehren sich stärker, als sie geschossen werden», so Walker.

Für Jägervereinspräsident Bruno Planzer gibt es noch eine Erklärung. «Die Jagd ging vergangenes Jahr spät auf, sodass wir am Ende der zweiten Jagdwoche in die Brunft der Hirsche hineingekommen sind», weiss Planzer. Das Wetter habe einen entscheidenden Einfluss auf den Brunftbeginn. «Vor allem die Hirschstiere werden dann unvorsichtiger und kommen aus den Banngebieten heraus.»

Eher zufällige Veränderung

Auf tiefem Niveau befindet sich aber nach wie vor die Zahl der geschossenen Gämsen. Mittlerweile darf nur noch eine «adulte Gämse» geschossen werden, weshalb die Abschusszahlen vor allem 2014 stark zurückgingen. Die Veränderung um minus 12 Stück sei nun eine nur leichte Veränderung und sei eher zufällig, sagt Jagdverwalter Walker.

In Jägerkreisen wird aber vor allem der Luchs für den Rückgang der Gämse verantwortlich gemacht. Auf den Hirschbestand hat dieser zwar einen geringen Einfluss. Für Jäger Bruno Planzer ist jedoch klar, dass es östlich der Reuss zu viele Luchse gibt. «Unser Ziel wäre es, einige Luchse aus der Wildbahn zu nehmen und bestenfalls woanders auszusetzen», sagt Planzer. «Schlimmstenfalls müsste man ihn dafür abschiessen, was aber nur die Wildhut machen dürfte.»

Wolf verursacht hohe Kosten

Als weiterer Gegenspieler ist zurzeit der Wolf in aller Munde. «Bis jetzt haben wir Jäger den Wolf nicht zu spüren bekommen», sagt Bruno Planzer. «Von Graubünden aber weiss man, dass Wölfe das Hirschwild aus einem Jagdbanngebiet vertreiben können und dadurch die Abschusszahlen im offenen Jagdgebiet kurzfristig weiter steigen können.»

In der Statistik aber spürt man den Wolf vor allem bei den Finanzen. Die total ausbezahlte Summe für die Wildschadenvergütung beträgt mit 52 000 Franken fast doppelt so viel wie im vergangenen Jahr. Davon gehen allein fast 25 000 Franken auf die Wolfsrisse zurück. 80 Prozent dieser Grossraubtierschäden werden allerdings vom Bund rückvergütet. 22 400 Franken wurden wegen Schäden des Hirschs bezahlt. Dahinter reihen sich Gämse (1600 Franken), Dachs (1300), Fuchs (1000) und Reh (600). Diese Entschädigungen wegen des Schalenwilds sind somit ähnlich wie in den Vorjahren.

Pragmatismus geht vor

Neben den Grossraubtieren müsse man, was den Wildbestand betrifft, aber auch viele andere Faktoren berücksichtigen, so Walker. So sind es insbesondere vom Mensch verursachte Störungen, die sich negativ auf den Wildbestand auswirken. Im Ursern- und Schächental sind deswegen Wildruhezonen definiert. Weitere solche Zonen einzurichten, sei aber kurzfristig nicht geplant. «Wir probieren pragmatisch dort vorzugehen, wo es wirklich ein Problem mit den Störungen gibt», sagt Walker. Immer wieder machen aber auch Krankheiten dem Wild zu schaffen. Diesbezüglich sei die Lage momentan ruhig. «Punktuell gibt es Gämsblindheit, aber es haben nicht ganze Talschaften damit Probleme.»

Viele Dachse erlegt

Neben den Veränderungen beim Schalenwild sind auch die Bestände des Haarwilds nicht gleich geblieben. So wurden 61 Dachse mehr geschossen als im Vorjahr. «Der Dachs verursacht auch zunehmend Schäden», weiss Walker, womit eine Zunahme des Bestands wahrscheinlich ist. Für Jägerpräsident Bruno Planzer ist es aber vor allem die Witterung, die den Jägern entgegenkam. «Als die Passjagd aufgegangen ist, herrschten noch frühlingshafte Temperaturen, wodurch der Dachs aktiv war und noch nicht in den Winterschlaf gegangen ist», erklärt Planzer. Er glaubt aber auch: «Dieses Jahr wird es weniger geben. Die Reproduktionsrate ist nicht so hoch, dass wir jedes Jahr noch mehr Dachse schiessen könnten.» Die Witterung werde aber wieder eine Rolle spielen.

68 Abschüsse weniger gab es bei den Murmeltieren. Jäger Bruno Planzer erklärt: «Die Murmeltierjagd hat nicht mehr den Stellenwert, den sie einst hatte.» Die Aufbereitung des Fleisches sowie das Gewinnen von Murmeltieröl seien eine intensive Angelegenheit, welche sich viele Jäger nicht mehr aufhalsen möchten. Entsprechend weniger passen sie den Murmeltieren ab. Dafür haben die Jäger beim Federwild zugelegt, wo es 46 Treffer mehr zu verzeichnen gab. Dies allerdings befinde sich in der statistischen Unschärfe, glaubt der Jagdverwalter.

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