KANTON: Viele ausländische Ausweise aberkannt

Uri knackt wohl bald die Marke von 20 000 Personenwagen. Zudem gaben im vergangenen Jahr 141 Urner Rentner ihren Fahrausweis freiwillig ab.

Urs Hanhart
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Die meisten Führerausweisentzüge gab es wegen überhöhter Geschwindigkeit. (Bild Urs Hanhart)

Die meisten Führerausweisentzüge gab es wegen überhöhter Geschwindigkeit. (Bild Urs Hanhart)

Urs Hanhart

Im Amt für Strassen- und Schiffsverkehr Uri (ASSV) kam es gestern zu einer Derniere. Amtsvorsteher Albert Zopp präsentierte in Altdorf letztmals seine Jahresstatistik, und zwar diejenige von 2015. Mitte Jahr tritt er in den wohlverdienten Ruhestand. Wer Zopps Erbe antritt, ist noch nicht bestimmt. Der Urner Regierungsrat wird im Verlaufe der nächsten Wochen einen Nachfolger wählen und damit den Chefposten im Amt für Strassen- und Schiffsverkehr neu besetzen.

Ein Drittel der Autos hatte Mängel

Im vergangenen Jahr hat der Fahrzeugbestand im Kanton Uri um 1,8 Prozent zugenommen. Am Stichtag, am 30. September 2015, waren im Kanton Uri 29 420 Fahrzeuge registriert. Das waren 522 mehr als noch 2014. Seit dem Jahr 1970 hat sich der Bestand der Fahrzeuge im Kanton Uri mehr als vervierfacht, und seit 1990 beinahe verdoppelt. «Die grösste Zunahme verzeichnete im vergangenen Jahr die Kategorie Personenwagen. Dort gab es einen Anstieg um 340 Fahrzeuge», erklärte Zopp. Die Zahl der Personenwagen beläuft sich mittlerweile auf 19 530. Im nächsten oder spätestens im übernächsten Jahr dürfte die 20 000er-Marke wohl erstmals geknackt werden, sofern die schon seit Jahren herrschende Tendenz im Kanton Uri weiter anhält. Das ASSV nahm 2015 bei 9320 Fahrzeugen technische Prüfungen vor. Davon genügten 3237 den Mindestanforderungen nicht, was einem Anteil von 34,7 Prozent entspricht. «Am häufigsten stellten wir Mängel bei den elektrischen Anlagen und bei der Beleuchtungseinrichtung fest», verriet Zopp und fügte an: «Oft waren es aber auch Motoren, Auspuffe und die Kraftübertragung sowie Bremsanlagen, Achsen, Räder, Reifen und Aufhängungen, die von unseren Verkehrsexperten beanstandet werden mussten.»

Urner liegen im Durchschnitt

Im vergangenen Jahr traten auf dem Amt für Strassen- und Schiffsverkehr 873 Kandidaten zu theoretischen Prüfungen an, wobei 73,9 Prozent diese mit Erfolg ablegten. Bei den praktischen Prüfungen (938 Kandidaten) lag die Erfolgsquote bei 72,5 Prozent. Damit befindet sich der Kanton Uri gemäss Zopp ziemlich genau im gesamtschweizerischen Schnitt.

266 Personen gaben Ausweis ab

2015 verfügte das Amt für Strassen- und Schiffsverkehr Uri insgesamt 654 Administrativmassnahmen. Das sind 114 mehr als im Vorjahr. Zu dieser eklatanten Zunahme sagte Albert Zopp: «Der Grund dafür ist die Tatsache, dass deutlich mehr ausländische Führerausweise aberkannt werden mussten. Dies war 182 Mal der Fall. Im Vorjahr lag diese Zahl noch bei 57 Fällen.» Praktisch unverändert blieben hingegen die gewöhnlichen Führerausweisentzüge. 266 Personen mussten im vergangenen Jahr ihr «Billett» abgeben. Und deren 196 kassierten eine Verwarnung.

Mobiltelefone sind ein Problem

Die häufigsten Entzugsgründe waren Geschwindigkeitsüberschreitung und Angetrunkenheit, gefolgt von Fahren unter Drogeneinfluss. Rund jede vierte Massnahme betraf die Altersgruppe der 20- bis 29-jährigen Verkehrsteilnehmer. Aber auch die 40- bis 50-Jährigen sind in der Massnahmenstatistik gut vertreten. «Die meisten Verwarnungen mussten – wie übrigens schon in den Vorjahren – wegen Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit ausgesprochen werden», sagte Albert Zopp und ergänzte: «Stark angestiegen ist hingegen die Zahl der Fahrzeuglenkenden, die wegen einer Ablenkung – wie zum Beispiel Manipulationen am Handy – verwarnt wurden.»

Spezielle Nummern sind gefragt

Rund 1800 vor allem ältere Verkehrsteilnehmer wurden zudem 2015 für ärztliche Kontrolluntersuche aufgeboten. In diesem Zusammenhang sagte Zopp: «Erwähnenswert ist, dass 141 Senioren auf freiwilliger Basis ihren Führerausweis abgegeben haben. Damit haben sie Verantwortungsbewusstsein bewiesen.» Das Amt für Strassen- und Schiffsverkehr Uri erledigte 2015 gegen 9000 Geschäftsfälle, was einem Anstieg von rund 10 Prozent entspricht. Der Ertrag belief sich auf rund 12,2 Millionen Franken. Dieser erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 524 000 Franken. Nach wie vor sehr gefragt sind spezielle Kontrollschilder mit tiefen Nummern oder besonderen Zahlenkombinationen. Im vergangenen Jahr verkaufte das Amt für Strassen- und Schiffsverkehr Uri zudem Wunschkontrollschilder für Motorwagen und für Motorräder im Gesamtwert von insgesamt 91 000 Franken. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Erlös dafür um rund 24 000 Franken an.

Urner Verkehrsamt feiert Jubiläum

red. Vor 25 Jahren hat das Amt für Strassen- und Schiffsverkehr Uri den damaligen Neubau im «Galgenwäldli» an der Gotthardstrasse 77a in Altdorf (Gemeinde Bürglen) bezogen. Dieses Jubiläum wird nun gebührend gefeiert. Das Amt für Strassen- und Schiffsverkehr veranstaltet am Samstag, 30. April, von 9 bis 16 Uhr für die interessierte Bevölkerung einen Tag der offenen Tür mit diversen Attraktionen. Unter anderem wird den Besuchern die Möglichkeit geboten, verschiedene Simulatoren zu bedienen, einen Stop-Crashtest zu absolvieren oder sich einer aktuellen Theorieprüfung am Computer zu stellen.