Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

KANTON: Wasserkraft: Am Schächen soll’s vorwärtsgehen

Die Auflage des Kraftwerkprojekts der KW Schächen AG ist im September zu erwarten. Synergien mit der WOV sollen genutzt werden. Eine KEV-Zusage ist aber nicht der einzige Schlüsselfaktor.
Markus Zwyssig

Die KW Schächen AG hat intensiv an der Realisierung des neuen Kraftwerks weitergearbeitet. Dies, nachdem sie vom Landrat am 28. September 2016 die Konzession erhalten hat, die Wasserkraft am Unterlauf des Schächens zu nutzen. Die Realisierung ist zeitlich auf Kurs. Das hält die Regierung in ihrer Antwort auf eine entsprechende Interpellation von Alois Zurfluh (CVP, Attinghausen) fest. «Unser Ziel ist es, das Projekt im September 2017 aufzulegen», bestätigt auch Werner Jauch, Verwaltungsratspräsident der KW Schächen AG.

Der Kanton (34 Prozent) wie auch die Korporation Uri (15 Prozent) halten Minderheitsbeteiligungen an der neuen Gesellschaft. Mehrheitsaktionärin (51 Prozent) ist die Elektrizitätswerk Altdorf AG.

Landrat Zurfluh bezieht sich in seiner Interpellation unter ­anderem auf ein Schreiben einer Privatperson, das Anfang Juni 2017 allen Landräten verschickt wurde. Darin wird auf Verhandlungen zwischen der KW Schächen AG und der KW Schächenschale AG aufmerksam gemacht. Die KW Schächen AG verfüge weiterhin über keine Zusage zur kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV), heisst es im Vorstoss. Das Projekt befinde sich auf der Warteliste. Bisher seien die allermeisten Kraftwerke in Uri nach der Konzessionserteilung sehr schnell gebaut worden. Diesmal werde das nicht der Fall sein, weil Finanzierung und Wirtschaftlichkeit nicht gesichert seien, so Zurfluh.

Dem Landrat sei bei der Konzessionsvergabe nicht bekannt gewesen, dass die KW Schächenschale AG, welche die gleiche Gewässerstrecke ebenfalls nutzen wollte, über eine gültige KEV-Zusage mit einem Totalbetrag von 54 Millionen Franken verfügte. Zurfluh wollte daher eine rasche Antwort der Regierung. Einen Antrag, die Interpellation als dringlich zu erklären, lehnte der Landrat jedoch ab.

Die Rentabilität des neuen Kraftwerks hängt in der derzeitigen Stromsituation davon ab, ob das Werk Mittel aus der KEV erhält. Eine Möglichkeit dazu bot sich mit dem Kauf der KW Schächenschale AG. Damit hätte die KW Schächen AG allenfalls deren KEV-Zusage übernehmen können. Zwischen der KW Schächenschale AG und der KW Schächen AG konnte allerdings keine Einigung erzielt werden.

Regierung will sich bei Verhandlungen raushalten

Bei den Verhandlungen bezüglich der KEV-Übernahme res­pektive des Kaufs der KW Schächenschale AG durch die KW Schächen AG habe es sich um Verhandlungen zwischen zwei privaten Firmen gehandelt, so die Regierung. «Obwohl der Kanton Uri eine Minderheitsbeteiligung an einer der betroffenen Firmen hält, ist es nicht angezeigt, dass sich der Regierungsrat als politische Behörde in entsprechende Verhandlungen einschaltet», heisst es in der Antwort. Für den wirtschaftlichen Erfolg der KW Schächen AG sei der Verwaltungsrat des Unternehmens verantwortlich.

Die Verhandlungen zwischen der KW Schächen AG und der KW Schächenschale AG waren nicht erfolgreich. Die Regierung merkt aber an, dass eine Aktienkapitalerhöhung mit entsprechender Beteiligung des Kantons ohnehin erfolge, nachdem der Verwaltungsrat der KW Schächen AG den definitiven Bau beschlossen habe und die rechtskräftige Baubewilligung vorliege. Das Baugesuch ist derzeit zur Prüfung bei den Gemeinden Schattdorf und Bürglen. In Bezug auf die Nutzung von Synergien mit der neuen West-Ost-Verbindung (WOV) besteht eine Arbeitsgruppe, welche die möglichen Synergieeffekte diskutiert und geprüft hat.

Die Frage, ob bei Konzessionsvergaben eine KEV-Zusage vorhanden sein sollte, verneint die Regierung. «Das Bundesgesetz über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte schreibt indirekt bei Konzessionsvergaben zur Nutzung von Gewässern eine Prüfung der Wirtschaftlichkeit vor», so die Regierung. Entsprechend prüfe die Baudirektion bei Konzessionsgesuchen jeweils die Wirtschaftlichkeit.

«Eine KEV-Zusage ist bei Kleinwasserkraftwerken aufgrund der derzeitigen Lage am Strommarkt zwar ein sehr wichtiger, aber nicht der einzige Schlüsselfaktor bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit», schreibt die Regierung. Die Faktoren könnten sich in Zukunft markant ändern. Würden beispielsweise die Strompreise ansteigen, könnte ein Kleinwasserkraftwerk in einigen Jahren unter Umständen ohne KEV rentabel betrieben werden. Die Regierung findet es wenig sinnvoll, Konzessionsvergaben von einer KEV-Zusage abhängig zu machen. Dieselbe Meinung vertritt auch Werner Jauch. «Wir prüfen zurzeit verschiedene Varianten, wie wir das Kraftwerk bauen und in Zukunft wirtschaftlich betreiben können», sagt der VR-Präsident der KW Schächen AG.

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Hinweis

Die Interpellation von Alois Zurfluh (CVP, Attinghausen) wird am Mittwoch, 6. September, im Landrat behandelt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.