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KANTON: Wolf soll in Uri Platz haben

Der Wolf soll neben Alpwirtschaft und Tourismus Platz haben und nicht bejagt werden. Das schreibt die Urner Regierung in ihrer Antwort auf eine SVP-Interpellation.
Bruno Arnold
Nach Meinung der Urner Regierung soll der Wolf weiterhin nicht bejagt werden können. (Archivbild Romano Cuonz)

Nach Meinung der Urner Regierung soll der Wolf weiterhin nicht bejagt werden können. (Archivbild Romano Cuonz)

Bruno Arnold

Der Kanton Wallis fordert in einer Standesinitiative, den Wolf zur jagdbaren Tierart zu erklären. Die SVP-Fraktion des Landrats hat am 8. Juni die Interpellation «Alpwirtschaft und Tourismus oder Wolf?!!» mit diversen Fragen zum Thema Wolf eingereicht. In diesem für dringlich erklärten Vorstoss wird der Regierung auch «empfohlen», sich auf nationaler Ebene so rasch wie möglich im Sinne der Walliser Initiative starkzumachen.

Geeignetere Wege möglich

Nun liegt die Antwort vor. Der Regierungsrat erachtet eine aktive Unterstützung der Walliser Standesinitiative «als nicht richtig, weil sie über das Ziel hinausschiesst». Für die Sensibilisierung der Anliegen der Alpwirtschaft gebe es geeignetere Wege. «Die Frage, auf die Antworten gefordert sind, lautet nicht ‹Alpwirtschaft und Tourismus oder Wolf?›, sondern ‹Alpwirtschaft und Tourismus mit dem Wolf›», so die Regierung.

Bessere Koexistenz aufgegleist

Der Bundesrat habe die eidgenössische Jagdverordnung und das Konzept Wolf Schweiz per Anfang 2016 angepasst. «Künftig ist nicht nur der Abschuss von schadenstiftenden Wölfen möglich, sondern auch von Problemwölfen in Siedlungsnähe sowie die Regulierung des Wolfsbestands bei Rudeln», betont die Regierung. «Damit wurden die Voraussetzungen für eine Koexistenz von Wolf und Mensch, aber auch von Wolf und Alpwirtschaft verbessert.» Es gelte, den auf Bundesebene eingeschlagenen Weg fortzusetzen. «Die Freigabe des Wolfs für die Jagd ist nicht die richtige Lösung», so die Regierung.

Der Wolf sei 2015 in der ganzen Schweiz nachgewiesen worden. «Der Umgang mit dem Wolf muss demnach gesamtschweizerisch gelöst werden», schreibt die Regierung. Auch wenn Uri bezüglich Schafalpung gewisse Unterschiede zu den Nachbarkantonen aufweise, sei der Kanton kein Sonderfall. «Die Urner Schafalpplanung zeigt auf, dass für 95 Prozent der Schafe ein besserer Schutz möglich ist, wenn zumutbare Massnahmen ergriffen werden», heisst es in der Antwort. «Die Forderung nach einer wolfsfreien Zone in Uri lässt sich damit sachlich nicht begründen.» Angesichts der Verteilung über die ganze Schweiz und der grossen Distanzen, die ein Wolf täglich zurücklegen könne, sei eine wolfsfreie Zone zudem auch in der Praxis nicht durchführbar.

Auch Bewirtschafter gefordert

Die Regierung geht davon aus, dass die 15 000 Schafe, die jährlich auf Urner Alpen leben, vor dem Wolf geschützt werden können. Ein Herdenschutz sei für 95 Prozent der gesömmerten Schafe möglich. Die restlichen 5 Prozent könnten auf den schützbaren Alpen untergebracht werden, da diese nicht ausgelastet seien. «Wenn die Bewirtschafter bereit sind, die notwendigen Bewirtschaftungsstrukturen zu schaffen und anschliessend Herdenschutzmassnahmen zu ergreifen, wird auch die Zahl der nicht anrechenbaren Risse markant abnehmen», glaubt die Regierung. Bislang hätten alle in Uri festgestellten Schafrisse in ungeschützten Herden stattgefunden. 2015 graste ein Drittel der Urner Schafe auf geschützten Alpen, vor allem im Urserntal. Ziel sei es, den Herdenschutz möglichst auf allen Alpen umzusetzen. Nur auf 17 Kleinalpen sei ein Herdenschutz topografisch nicht möglich oder vom Aufwand her zu gross. Gemäss Konzept Wolf Schweiz können aber Risse für Abschussentscheide auch auf Alpen angerechnet werden, auf denen keine zumutbaren Schutzmassnahmen ergriffen werden können. Darunter fallen die 17 Kleinalpen.

Uri sieht Anpassungsbedarf

Der Regierungsrat sieht aber trotz Konzeptrevision Anpassungsbedarf, für den er sich gemäss Antwort beim Bund in Bern einsetzen will:

  • vollständige Abgeltung der Herdenschutzmassnahmen, insbesondere der zusätzlichen Arbeitskosten;
  • vollständige Abgeltung der Mehraufwendungen im Schadenfall, insbesondere der zusätzlichen Arbeitskosten;
  • Entschädigung von Ertragsausfällen und Transportkosten nach Umalpungen;
  • Prüfung von neuen (alternativen) Herdenschutzmassnahmen und Entschädigung der Prüfung dieser alternativen Schutzmassnahmen.

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