KANTONALE ABSTIMMUNG: Auch Uri verabschiedet sich von der Filmzensur

Seit 1996 gibt es in Uri keine Kommission mehr, die Filme zensuriert. Nun ist die Zensur auch offiziell abgeschafft.

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Öffentliche Filmvorführungen müssen sich nicht mehr vor Zensur fürchten. (Archivbild Urs Hanhart / Neue  UZ)

Öffentliche Filmvorführungen müssen sich nicht mehr vor Zensur fürchten. (Archivbild Urs Hanhart / Neue UZ)

Das Volk hat das entsprechende Gesetz von 1966 entsorgt. Der Entscheid fiel klar mit 8711 zu 1127 Stimmen respektive mit 88,5 zu 11,5 Prozent.

Das Gesetz hat sich selbst überlebt und seinen Zweck verloren. Empfehlungen über das Zulassungsalter werden heute nicht mehr kantonal, sondern durch nationale Gremien festgesetzt. Ebenfalls auf Bundesebene wird über Verbote von Filmen mit Gewalt oder mit entwürdigendem pornografischen oder rechtsextremen Inhalt entschieden. Abgesehen davon, dass Jugendlichen heute ganz andere Kanäle zum Medienkonsum zur Verfügung stehen.

Schon seit 18 Jahren verzichtete man deshalb im Gotthardkanton auf die Ernennung der Zensur-Kommission. Die Abschaffung des Filmzensur-Gesetzes war deshalb überfällig und weitgehend unbestritten; im Kantonsparlament fiel der Entscheid einstimmig. Nun hat auch das Volk die Streichung bei einer Stimmbeteiligung von 40,7 Prozent klar abgesegnet.

sda