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Kantonsarzt klärt über Antibiotikaresistenzen auf

Während der «Antibiotika Awareness Week» vom 12. bis 18. November wird das Bewusstsein für Antibiotikaresistenzen gefördert – auch in Uri. Jürg Bollhalder beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Jürg Bollhalder, was bedeutet eine Antibiotikaresistenz für Patienten?

Kantonsarzt Jürg Bollhalder. (Bild: PD)

Kantonsarzt Jürg Bollhalder. (Bild: PD)

Bei den meisten bakteriellen Infektionen werden in erster Linie sogenannte Breitbandantibiotika eingesetzt. Also Antibiotika, die erfahrungsgemäss gegen die meisten der zirkulierenden Bakterien wirken, welche eine Krankheit verursachen. Hat die Patientin oder der Patient eine Infektion mit einem resistenten Erreger, wirken diese Medikamente dementsprechend nicht und die Infektion verschlimmert sich weiter. Dieser Umstand kann bis dahin führen, dass die Patientin oder der Patient im Endeffekt trotz hoch spezialisierter Medizin dann an diesem Infekt verstirbt. Aktuell sterben weltweit schätzungsweise 1 Million Menschen jährlich an solchen Infekten. Wissenschaftler gehen von einer deutlichen Zunahme dieser Zahl in den nächsten Jahren aus.

Wie kommt es zu einer Antibiotikaresistenz?

Ein besseres Beispiel für Evolution gibt es kaum: Ein hoher Selektionsdruck durch überreichlich vorhandene Antibiotika lässt jene Bakterien überleben, denen dank einer Mutation, also einer zufälligen Erbgutveränderung, der Wirkstoff nichts mehr anhaben kann. Diese Bakterien «überleben» und vermehren sich weiter. Erschwerend kommt hinzu, dass Bakterien ihre erworbenen Resistenzen untereinander auch austauschen können. Das heisst, dann reagieren auch andere Bakterienarten nicht mehr auf das Antibiotikum.

Gibt es auch in Uri Fälle von Antibiotikaresistenzen?

In den Urner Hausarztpraxen sind wir kaum mit diesem Problem konfrontiert, da die «komplexeren Fälle» im Spital behandelt werden. Im Kantonsspital Uri sind die behandelnden Ärztinnen aber immer wieder mit dem Problem von multiresistenten Erregern konfrontiert. Insbesondere Personen, die im Ausland hospitalisiert waren, können immer wieder resistente Bakterien mit sich tragen. Sie müssen aus diesem Grund isoliert werden, um eine weitere Übertragung zu verhindern.

Was müssen Sie als Hausarzt beachten?

Als Erstes muss ich mir immer die Frage stellen, ob es überhaupt ein bakterieller Infekt ist. Bei Atemwegsinfektionen ist zum Beispiel nur 1 von 10 Fällen bakteriell bedingt. Sobald ich die Infektion als bakteriell beurteile, gilt es, das richtige Antibiotikum in der richtigen Dosierung während genügend langer Zeit zu verabreichen.

Was kann jede Person gegen die weitere Verbreitung von Antibiotikaresistenzen tun?

Die wichtigste Botschaft scheint mir, dass die meisten Infektionen durch Viren verursacht sind und ohne Antibiotika abheilen. Denn Antibiotika wirken nur bei bakteriellen Infekten. Bei der Beurteilung, ob ein Antibiotikum nötig ist oder nicht, sollte den Ärzten vertraut werden. Ganz wichtig ist, dass das Antibiotikum genau nach den Angaben des Arztes eingenommen wird. (pd/eca)

Das Interview wurde unserer Zeitung von der Gesundheitsdirektion zur Verfügung gestellt.

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