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Kantonsbahnhof Altdorf: VCS verzichtet auf Beschwerde

Der VCS hat beim Bundesamt für Verkehr Gehör gefunden: Behindertengerechte Bushaltekanten, Tempo 30 auf dem Bahnhofplatz, ein zusätzliches Trottoir an der Reussacherstrasse und eine Fotovoltaik-Anlage werden umgesetzt. Einige Wünsche bleiben jedoch unerfüllt.
Florian Arnold
Hier entsteht der neue Kantonsbahnhof Altdorf. (Bild: Urs Hanhart, 17.9.2018)

Hier entsteht der neue Kantonsbahnhof Altdorf. (Bild: Urs Hanhart, 17.9.2018)

Nach dem kürzlich ergangenen Entscheid des Bundesamts für Verkehr müssen Kanton und Gemeinden das Projekt Kantonsbahnhof in einigen Punkten anpassen und verbessern. So ist der Kanton nun verpflichtet, den Busterminal mit 22 Zentimeter hohen Haltekanten auszustatten, wie dies das Behindertengleichstellungsgesetz verlangt. Geplant waren nur 16 Zentimeter. Die Strasse über den Bahnhofplatz, welche die Rynächtstrasse mit der Kornmattstrasse verbindet, soll auf einer Strecke von ungefähr 200 Metern mit Tempo 30 signalisiert werden.

«Dieses Temporegime ist ein Kompromiss zwischen dem vom Kanton geplanten Tempo 50 ohne Fussgängerstreifen und dem vom VCS geforderten Begegnungszone mit Tempo 20, wie sie heute schon auf vielen Bahnhofplätzen realisiert ist», schreibt die Sektion Uri des Verkehrsclubs der Schweiz (VCS) in einer Medienmitteilung.

Solaranlage auf anderem Dach

Nicht realisiert werden die vom VCS vorgeschlagenen Fotovoltaik-Anlagen auf den Perrondächern von Bahn und Busterminal. Dafür hat die SBB sich bereit erklärt, auf einem Stellwerk und auf dem Dach über dem Kunden-Center West Solaranlagen zu installieren. Noch von einem Kreditbeschluss der Gemeinde abhängig ist das Trottoir, das die Fusswegverbindung von der Unterführung Reussacherstrasse zur Personenunterführung herstellt, ohne dass zweimal die Strasse überquert werden muss. «Die SBB ist bereit, der Gemeinde den entsprechenden Landstreifen zu verkaufen, der Gemeinderat hat der Realisierung zugestimmt», so der VCS.

Mindestens teilweise erfolgreich sei der VCS in verschiedenen anderen Punkten gewesen. So soll die Überdachung beim westlichen Aufgang der Personenunterführung wesentlich vergrössert und mit einer Sitzbank ausgestattet werden. Die Carsharing-Parkplätze kommen näher zu den Perron-Zugängen zu liegen, für Schnellladestationen werden Leerrohre verlegt. Falls die vorgesehenen Veloabstellplätze nicht genügen, werden später nördlich des Coop Pronto zusätzliche Abstellplätze zulasten von PW-Parkplätzen erstellt.

Veloausfahrt soll sicherer werden

Um die Aufenthaltsqualität auf dem Bahnhofgelände zu verbessern, muss die Bauherrschaft einen Gestaltungsplan in Auftrag geben. Die Veloausfahrt vom Bahnhofplatz auf die Strasse soll in der Detailplanung noch verbessert und sicherer gemacht werden. Die Strasse über den Bahnhofplatz wird zwar nicht auf die vom VCS geforderten 6 Meter verschmälert, dafür soll die Verbreiterung von 6,8 auf 7 Meter das Risiko von Kollisionen von Autos und Velos reduzieren.

«Der VCS hätte sich für dieses Jahrhundertprojekt eine grosszügigere, grünere und zukunftsgerichtete Planung gewünscht» heisst es in der Mitteilung. «Damit ist er leider nicht durchgedrungen.» So wollten die SBB nicht auf den Vorschlag eintreten, von der Unterführung Reussacherstrasse und damit von den Autoparkplätzen aus einen zusätzlichen Perron-Zugang zu schaffen. Der Schotter-Freiverlad der Firma Gasparini bleibt als «Fremdkörper», wie es der VCS beschreibt, mitten im Kantonsbahnhof bestehen.

Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht bleibt aus

«Die Option von Schnellladestationen für Elektrobusse wurde faktisch aufgegeben» schreibt der VCS. «Der zu eng geplante Busterminal Ost, der zudem im Gegenverkehr befahren werden muss, wird für den Betrieb eine Herausforderung darstellen und für die Fussgängerinnen und Fussgänger bei der Querung des Platzes Sicherheitsrisiken bergen.» Trotz dieser Negativpunkte verzichtet der VCS auf eine Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht und ermögliche damit eine termingerechte Umsetzung des Projekts.

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