Kantonsspital Uri erweitert Angebot

Bisher mussten Urner Frauen für eine Mammografie nach Schwyz oder Luzern fahren. Jetzt wird die Untersuchung auch im Kantonsspital Uri angeboten.

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Das Sprechstundenzimmer im Spital mit Mammasonografie. (Bild: pd)

Das Sprechstundenzimmer im Spital mit Mammasonografie. (Bild: pd)

Die Mammadiagnostik dient vor allem dazu, die Früherkennung von Brustkrebs und Krebsvorstufen zu verbessern. Die Früherkennung erlaubt es, sollte eine Erkrankung diagnostiziert werden, die Lebenserwartung der betroffenen Frauen zu verlängern.

Untersuche nun vor Ort möglich
Im Schnitt zirka 150 bis 200 Urner Frauen, die eine Mammografie wegen Beschwerden benötigten oder auch zur Vorsorge vornehmen wollten, reisten bisher pro Jahr nach Schwyz oder Luzern. Um die medizinische Versorgung der Urner Frauen in diesem Bereich vor Ort in guter Qualität anbieten zu können, wurde im Kantonsspital Uri nun eine moderne digitale Mammografie-Einheit in Betrieb genommen. Die Untersuchungen werden von erfahrenen medizintechnischen Radiologieassistentinnen (MTRA) des Spitals in Zusammenarbeit mit der leitenden Ärztin Dr. Claudia Kurtz (Radiologie Kantonsspital Luzern) und der seit Februar in der Gynäkologie des Kantonsspitals tätigen Oberärztin Dr. Meike Droste-Vehn jeweils am Donnerstagnachmittag durchgeführt. Das neue Angebot im Kantonsspital Uri soll auch Frauen zu einer Untersuchung motivieren, die bisher darauf verzichtet haben. Das Spital informiert, dass eine Untersuchung alle zwei Jahre den Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr kassenpflichtig angeboten werden kann.

Die Mammografie ist ein Verfahren der Radiologie zur Diagnostik der weiblichen, gegebenenfalls aber auch der männlichen Brust. Es gibt auch die Bezeichnung Röntgenmammografie. Das diagnostische Verfahren kann durch den zusätzlichen Einsatz von Brustultraschall verbessert und verfeinert werden.

In Uri werden Reihentests geprüft
In einigen Staaten (Niederlande, Schweden, Finnland seit 1974; Grossbritannien seit 1979, Deutschland seit 2005) führt man organisierte Reihenuntersuchungen an Frauen ohne Symptome durch. Die minimale Strahlenbelastung führt nicht, wie manche Kritiker geltend machen, zu einem häufigeren Auftreten von Brustkrebs. Vielmehr konnte durch die flächendeckende Früherkennung die Sterblichkeit um 25 bis 30 Prozent gesenkt werden. Das ist ein grosser Erfolg der Mammografie. Auch in Uri wird geprüft, inwieweit sich der Kanton zusammen mit den anderen Zentralschweizer Kantonen an einem systematischen Krebsfrüherkennungsscreening beteiligen kann. In den Westschweizer Kantonen sowie im Tessin wurde es bereits eingeführt.

pd