Kantonsspital Uri: Bevölkerung lanciert Jahrhundertprojekt

Vertreter aus allen Urner Gemeinden haben gestern den Spatenstich für den Um- und Neubau des Kantonsspitals Uri vollzogen. Die Bautätigkeit an diesem 115-Millionen-Projekt dauert rund sechs Jahre.

Urs Hanhart und Philipp Zurfluh
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Vertreterinnen und Vertreter aus den 20 Urner Gemeinden haben beim Spatenstich zur Schaufel gegriffen. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 5. April 2019)

Vertreterinnen und Vertreter aus den 20 Urner Gemeinden haben beim Spatenstich zur Schaufel gegriffen. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 5. April 2019)

Normalerweise greifen beim Baustart von Grossprojekten Politiker, Ingenieure und Planer zur Schaufel, um für die Medien zu posieren. Beim Um- und ­Neubau des Kantonsspitals Uri (KSU) wählten die Verantwortlichen für einmal einen anderen Ansatz. 20 zufällig ausgewählte Frauen und Männer aus allen Urner Gemeinden durften den symbolischen Akt vollziehen. Dabei verrichteten sie für einige Minuten Schwerstarbeit, denn auf dem westlich des alten Kantonsspitals gelegenen Bauareal hatte es eine rund 30 Zentimeter dicke Schicht mit extrem schwerem Nassschnee. Diese mussten die Beteiligten mit ihren Spaten zuerst beseitigen, um auf den Boden zu vorzustossen. Alle zeigten aber grossen Einsatz und kamen beim Buddeln gehörig ins Schwitzen, zumal die vom stahlblauen Himmel lachende Sonne auch noch tüchtig einheizte.

Gesundheitsdirektorin Barbara Bär, Baudirektor Roger Nager, Spitaldirektor Fortunat von Planta und zahlreiche Gäste verfolgten diese Aktion via Dach­terrasse aus der Vogelperspektive. Dieser symbolische Akt unterstrich, dass in Altdorf in den nächsten Jahren ein Generationenprojekt für die Urner Bevölkerung umgesetzt wird.

Spitalversorgung ist für die nächsten Jahrzehnte sichergestellt

«Ich freue mich sehr, dass es heute endlich losgeht», sagte Gesundheitsdirektorin Barbara Bär. «Auf diesen Tag haben wir viele Jahre hingearbeitet.» Das Prachtwetter sei passend für ein derart wichtiges Projekt. In ihrer Rede hob Bär die enorme Bedeutung hervor. «Das Kantonsspital ist das medizinische Kompetenzzentrum für den Kanton Uri. Zudem ist es wichtig für unseren Arbeits- und Lebensraum sowie für die Sicherheit der Urner Bevölkerung.» Mit dem Um- und Neubau werde die Spitalversorgung für die nächsten 40 bis 50 Jahre sichergestellt. Bär wand dem Urner Stimmvolk, das 2017 Ja zu einem neuen Spital gesagt hatte, ein Kränzchen. Mit diesem deutlichen Entscheid habe der Souverän viel Weitsicht bewiesen. Die Regierungsrätin beschrieb die Zusammenarbeit zwischen Gesundheits-, Baudirektion und Spital als «sachlich und zielorientiert». Einen Projektpartner hob Bär besonders hervor – den Spitalrat. «Was er geleistet hat, ist grossartig und verdient Respekt.»

Spatenstich für den Neubau des Kantonsspitals Uri. (Bild: Philipp Zurfluh, Altdorf, 5. April 2019)

Spatenstich für den Neubau des Kantonsspitals Uri. (Bild: Philipp Zurfluh, Altdorf, 5. April 2019)

Landammann und Baudirektor Roger Nager meinte: «Der Kanton Uri wird mit diesem Projekt in verschiedenster Hinsicht Grosses bewegen.» Er wies ­darauf hin, dass das KSU mit seinen 600 Mitarbeitern der drittgrösste Arbeitgeber im Kanton Uri ist. Zudem sei es auch eine bedeutende Ausbildungsstätte. Nager unterstrich auch den unmittelbaren Nutzen dieses 115-Millionen-Projekts für die Urner Bauwirtschaft. «Ich bin überzeugt, dass Urner Firmen dank ihrem Know-how und hohen handwerklichen Können mit ausserkantonalen Anbietern mithalten und diese sogar übertreffen können», so der Baudirektor.

Spitaldirektor lobt das Personal

Für Spitaldirektor Fortunat von Planta war gestern ein Freudentag. «Auf der Spitalwiese entsteht ab heute etwas Grosses.» Er gab sich überzeugt, dass der Um- und Neubau die Voraussetzung dafür sei, dass es in Uri auch in Zukunft eine qualitativ hochstehende spitalbasierte Grundversorgung zu tragbaren Kosten geben wird. Laut von Planta können so die Patientenbedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt der Arbeitsprozesse gestellt werden. Der Spitaldirektor sprach bei seiner Rede auch ein dickes Lob an alle Mitarbeiter des Spitals aus.

«Das Personal erbringt Tag für Tag einen hervorragenden Job, obwohl die bestehende Infrastruktur suboptimal ist.»

Nach dem Spatenstich beginnen im Verlauf des Monats April die vier Monate dauernden Aushubarbeiten, die von einer Urner Firma ausgeführt werden. In diesem Jahr werden auch die ersten Rohbauarbeiten gestartet. Ab 2020 sind der Start des Innenausbaus sowie die Installation der Gebäudetechnik vorgesehen. Der Neubau soll Mitte 2022 stehen. Bis dahin läuft der Betrieb im alten Spitalgebäude weiter wie bisher. Anschliessend erfolgen noch Um- und Rückbauten. Ziel ist es, das Grossprojekt im Sommer 2025 abzuschliessen.
Die Arbeiten am Um- und Neubau können auf verschiedene Arten mitverfolgt werden. Vor Ort gibt es auf der Dachterrasse einen Infopoint und es besteht die Möglichkeit, von dort oben direkt in die Baugrube zu blicken. Auch von zu Hause aus kann man die Baufortschritte mitverfolgen, und zwar über eine eigens eingerichtete Webcam.

Auf der Website www.neubau-ksuri.ch werden laufend Neuigkeiten und Informationen rund um den Bau des neuen Kantonsspitals publiziert.

Vom Volk unterstützt

Am 24. September 2017 haben 85,5 Prozent der Urner Stimmbevölkerung dem Baukredit über 115 Millionen Franken (+/- 15 Prozent) für den Um- und Neubau des Kantonsspitals zugestimmt. Mit dem Um- und Neubau kann laut Baudirektion die Spitalversorgung der Urner Bevölkerung für die nächsten 40 Jahre sichergestellt werden. Entstehen wird ein neues Spital mit 3 Operationssälen und 2 Pflegestationen, einer neuen Tagesklinik, einer kombinierten Frauenklinik und Geburtsabteilung sowie zeitgemässen Behandlungs- und Therapieräumen.