Kantonsspital Uri testet jetzt im eigenen Haus – und hat sogar einen Notfallplan

Neu kann das Kantonsspital Uri nebst dem PCR-Test auch auf den sogenannten Antigen-Schnelltest zurückgreifen. Dieser soll bei Engpässen zum Einsatz kommen.

Christian Tschümperlin
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Ab Mittwoch, 25. November, werden alle Covid-19-Tests im eigenen Labor des Kantonsspitals Uri (KSU) ausgewertet. Dadurch entfällt der bisherige Versand an ein externes Labor, und die Testresultate stehen schneller zur Verfügung, wie das Kantonsspital mitteilt. «Dies ermöglicht eine raschere Kommunikation von negativen Testresultaten, die ebenfalls über das KSU laufen, sowie eine raschere Information ans Contact-Tracing des Kantons, das sich um die Kommunikation der positiven Testresultate sowie die Umsetzung der Quarantänevorschriften kümmert.»

Das Kantonsspital Uri führt nun PCR-Tests und Schnelltests im eigenen Haus durch.

Das Kantonsspital Uri führt nun PCR-Tests und Schnelltests im eigenen Haus durch.

Bild: PD

Das KSU arbeitet in der Analyse der Testergebnisse, wie vom BAG empfohlen, nach Möglichkeit mit dem PCR-Test. Es handelt sich dabei um ein Standardverfahren in der Diagnostik von Viren, das verlässliche Befunde liefert und selbst eine geringe Viruskonzentration nachweist. Wenn es um die Verlässlichkeit geht, spricht man in diesem Zusammenhang von Sensitivität. Diese liegt beim PCR-Test je nach Quelle bei 98 bis 99 Prozent.

Der Antigen-Schnelltest ist so etwas wie der Notfallplan

Neu kann beim KSU auch der sogenannte Antigen-Schnelltest zum Einsatz kommen. Bei diesem ebenfalls vom Bund anerkannten Test werden gemäss BAG Risikopatientinnen und -patienten sowie das Gesundheitspersonal ausgeschlossen. Ausserdem liegt beim Antigen-Schnelltest die Sensitivität mit über 87 Prozent deutlich tiefer als beim PCR-Test. Im Urner Kantonsspital stehen bereits 4000 solcher Antigen-Schnelltests zur Verfügung. «Wir werden den Antigen-Schnelltest, wie vom Bund empfohlen, nur dann anwenden, wenn unsere Kapazitäten beim PCR-Test erschöpft sind», sagt Georg Mang, Chefarzt Innere Medizin.

Die maximale Kapazität für PCR-Tests beträgt am Kantonsspital derzeit 150 Tests pro Tag. «Auf diesen Wert sind wir aber noch nie gekommen, an Spitzentagen haben wir bisher um die 100 Tests durchgeführt», sagt Mang. In der kalten Jahreszeit, wenn wieder vermehrt Grippeviren zirkulieren, könnten aber höhere Testmengen gefragt sein.

Das Testen ist für das Spital nicht kostendeckend

Während für einen PCR-Test 87 Franken vergütetet werden, sind dies bei einem Antigen-Schnelltest 30 Franken. Mang vergleicht diesen mit einem Schwangerschaftstest. «Der Antigen-Schnelltest kostet im Einkauf knapp 10 Franken, der Bund erstattet die genannten 30 Franken. Da ist die Arbeit des Personals mit eingerechnet.» Verdienen tut das KSU damit aber nichts. «Der Betrag ist nicht kostendeckend», so Mang.

Antigen-Schnelltests kommen mittlerweile beispielsweise auch in Luzern oder im Kanton Nidwalden zum Einsatz. Ganz unabhängig, ob PCR- oder Antigen-Schnelltest: Beide Testungen werden durch geschultes Personal mittels Nasen-Rachen-Abstrich vorgenommen.