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Kapelle Unter Heilig Kreuz in Altdorf wurde für 500'000 Franken saniert

Am Samstagabend ist die Kapelle am Spitalplatz mit einem feierlichen Festgottesdienst eingeweiht worden. Die Orgel kommt an ihrem neuen Standort besser zur Geltung.
Paul Gwerder
Die Kapelle Unterheiligkreuz in Altdorf erstrahlt nach der Renovation in neuem Glanz. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 28. September 2019)

Die Kapelle Unterheiligkreuz in Altdorf erstrahlt nach der Renovation in neuem Glanz. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 28. September 2019)

Nach einer aufwendigen Sanierung mit Kosten von über 500000 Franken ist die Kapelle St.Sebastian zum Unteren Heiligen Kreuz in Altdorf am Samstagabend mit einem Festgottesdienst feierlich eingeweiht worden. Die Kapelle am Spitalplatz erstrahlte bei der letzten Abendsonne in neuem Glanz. Die Gläubigen kamen in Scharen, darunter sehr viele Italiener, sodass das Gotteshaus fast aus allen Nähten platzte. Der Gottesdienst wurde von Pfarrer Daniel Krieg zusammen mit Priester Don Lorenzo Campagnoli wunderschön gestaltet. Musikalisch umrahmt wurde die Eucharistiefeier von Lea Ziegler Tschalèr (Orgel) und Christian Zgraggen (Viola).

Der Gottesdienst wurde von Pfarrer Daniel Krieg zusammen mit Priester Don Lorenzo Campagnoli gestaltet. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 28. September 2019)

Der Gottesdienst wurde von Pfarrer Daniel Krieg zusammen mit Priester Don Lorenzo Campagnoli gestaltet. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 28. September 2019)

In der Predigt sprach Pastoralassistent Wendelin Fleischli vom Leben, das sich auf der Vorder- und Rückseite des Menschen abspielt. «Während die Vorderseite sehr intakt ist, gibt es das Kreuz mit der Kehrseite, denn von dort kommen die schlechten Einflüsse, gegen die wir immer wieder ankämpfen müssen», erklärte Fleichli. Die Frauen und Männer sangen das abschliessende Loblied «Grosser Gott, wir loben dich» aus vollen Kehlen und es klang in der neu gestalteten Kirche wunderschön.

Rund 30 Jahre lang kaum grosse Eingriffe

Das Bauwerk aus dem Jahr 1629 hat im Inneren durch Feuchtigkeit und äusserlich durch die Emissionen des Strassenverkehrs stark gelitten. Rund 30 Jahre lang ist denn auch fast nichts getan worden. Vor dem Gottesdienst erläuterte Innenarchitekt und Farbgestalter Reto Scheiber, Inhaber der AES Architekturbüro GmbH aus Schattdorf, der zusammen mit seinem Vater für die Renovation zuständig war, was die Renovation alles beinhaltet hat. Die stark verschmutzten Wände im Innenbereich sind komplett gereinigt und frisch gestrichen worden. «Dies machten wir mit einer nicht deckenden, sondern lasierenden Streichweise», erklärte Scheiber. «Dadurch erhielt die architektonische Oberfläche einen wolkigen Charakter und wirkt heute lebendiger.» Sämtliche Bänke wurden demontiert, frisch geschliffen und versiegelt, genau gleich wie der Kirchenboden, der jetzt wieder fast wie neu aussieht.

Architekt Reto Scheiber (links) zusammen mit Bauchef Jörg Annen. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 28. September 2019)

Architekt Reto Scheiber (links) zusammen mit Bauchef Jörg Annen. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 28. September 2019)

Orgel hat einen neuen Platz gefunden

Die spezialisierte Firma Stöckli aus Stans hat die Bilder und Skulpturen sowie den Altar gereinigt und poliert. «Zu den wichtigsten Neuerungen in der Kapelle gehört die Versetzung der Orgel», erklärte der Fachmann für denkmalpflegerische Objekte und Farbkonzepte, Reto Scheiber. Diese war früher rechts in der Oberkirche platziert gewesen. Jetzt sind im Eingangsbereich hinten rechts drei Bankreihen entfernt worden. Dort hat die Orgel einen neuen Platz gefunden. Organistin Lea Ziegler Tschalèr war nach dem Gottesdienst begeistert: «An diesem neuen Standort habe ich viel mehr Platz zum Spielen, und das Wichtigste ist die Akustik, denn diese ist hier sehr viel besser. Deshalb kann die Kapelle in Zukunft auch vermehrt als Konzertort für musikalische Darbietungen genutzt werden.»

Die Eucharistiefeier ist von Lea Ziegler Tschalèr (Orgel) zusammen mit Christian Zgraggen (Viola) verschönert worden. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 28. September 2019)

Die Eucharistiefeier ist von Lea Ziegler Tschalèr (Orgel) zusammen mit Christian Zgraggen (Viola) verschönert worden. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 28. September 2019)

«Etwas vom wichtigsten ist die automatische Fenstersteuerung. Sobald die Feuchtigkeit im Inneren einen gewissen Grad erreicht hat, gehen die Lüftungsflügel automatisch auf und sorgen für ein angenehmes Klima in der Kapelle», erklärte der Architekt. Und ebenfalls ist die Heizung so programmiert worden, dass es auch an einem kalten Wintertag bei einem Gottesdienst in der Kirche mindestens 17,5 Gad warm ist.

Im Aussenbereich erhielt die Kapelle einen neuen Anstrich. Der Sandstein bei den Fenster- und Türeinfassungen wurde zuerst ausgebessert und anschliessend grau gefasst und mit einem feinen schwarzen Strich gerahmt. Wichtig zu erwähnen ist die bestehende Sickerleitung, die komplett ausgepackt und gesäubert wurde, um der aufsteigenden Feuchtigkeit entgegen zu wirken. Bei der Renovation der Kapelle Unter Heilig Kreuz arbeiteten insgesamt 21 Unternehmen respektive rund 75 Personen mit.

Kirchgemeinde durfte auf Gemeinde zählen

Nach dem festlichen Gottesdienst waren alle Kirchengänger zu einem Apéro ins Pfarreizentrum Sankt Martin eingeladen. Dort sprach der Vizepräsident und Bauchef des Kirchenrats Altdorf, Jörg Annen, zu den Gästen: «Ein grosser Dank gilt heute der Gemeinde Altdorf, die uns bei der Renovation immer stark unterstützt und uns unentgeltlich freie Landflächen zur Verfügung gestellt hat», betonte Annen. «Ein grosses Lob hat aber auch Denkmalpfleger Thomas Brunner verdient, der uns bei der Renovation begleitet und Hilfe geleistet hat.»

Zum Hineinschauen statt Nur-Vorbeifahren geraten

Für Historiker Rolf Gisler ist die Kirche im Inneren dank der Renovation viel heller geworden. «Besonders schön ist jetzt der Klang der Orgel zu hören, die nicht mehr in der Empore versteckt ist.» Schade findet Gisler, «dass fast alle Urner mit dem Auto an der Kapelle Unter Heilig Kreuz vorbeifahren, aber kaum einer von ihnen dieses wunderschöne Gotteshaus je von innen gesehen hat».

Erstellt worden ist das Gotteshaus im Jahr 1629. Während der schlimmsten Pestepidemie in Altdorf gelobten die Kirchgenossen zur Abwendung der Pest dem Pestheiligen und Schützenpatron Sebastian eine Kapelle zu bauen und jeweils an dessen Festtag, dem 20. Januar, eine Prozession zur Kapelle durchzuführen.

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