Karin Keller-Sutter: «Uri hat einen starken Auftritt in Bern»

Bundesrätin Karin Keller-Sutter zu Chancen für Uri und weshalb sie im Altdorfer Rathaus Hühnerhaut hatte.

Markus Zwyssig
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FDP-Volksanlass in der Rollhockey-Halle in Seedorf. Bundesrätin Karin Keller-Sutter im Gespräch mit Urnern.
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FDP-Volksanlass in der Rollhockey-Halle in Seedorf. Bundesrätin Karin Keller-Sutter im Gespräch mit Urnern.
FDP-Volksanlass in der Rollhockey-Halle in Seedorf. Bundesrätin Karin Keller-Sutter im Gespräch mit Urnern.
FDP Volksanlass in der Rollhockey-Halle in Seedorf. Bundesrätin Karin Keller-Sutter im Gespräch mit Urnern.

FDP-Volksanlass in der Rollhockey-Halle in Seedorf. Bundesrätin Karin Keller-Sutter im Gespräch mit Urnern.

Bild: Florian Arnold / Urner Zeitung

Bundesrätin Karin Keller-Sutter war gestern zu einem offiziellen Antrittsbesuch bei der Urner Regierung zu Gast. Beim Treffen im Rathaus habe man sich über aktuelle Themen ausgetauscht, wie es in einer Mitteilung hiess. Zur Erinnerung überreicht Landammann Roger Nager der Bundesrätin einen Bergkristall aus dem Gotthardgebiet. Am Abend nahm Keller-Sutter am FDP-Volksanlass in der Roll- hockeyhalle in Seedorf teil. Die FDP Uri nutze die Gelegenheit, für ihre drei Regierungsratskandidaten Roger Nager, Urs Janett und Georg Simmen zu werben. Die Justizministerin erzählte über ihre Arbeit im Bundesrat, ihr Leben als Bundesrätin und ihre politische Agenda. Im Rahmen der Veranstaltung hatte unsere Zeitung Gelegenheit, mit der Bundesrätin zu sprechen.

Karin Keller-Sutter, wie wird Uri in Bern wahrgenommen?

Obwohl es ein kleiner Kanton ist, wird Uri von aussen stark wahrgenommen. Das hängt natürlich mit seinen Vertretern zusammen. Uri war immer durch starke Stimmen in Bern vertreten. Mit Isidor Baumann und Josef Dittli war ich selber im Ständerat. Wir sind gute Kollegen. Zudem denke ich an Hansheiri Inderkum, Franz Steinegger und Gabi Huber. Ich finde es interessant, das oft kleine Kantone überdurchschnittliche Politikerinnen und Politiker hervorbringen. Das ist ja bei Appenzell Innerrhoden auch so.

Hat sich das Bild des Kantons Uri in den vergangenen Jahren gewandelt?

Nein, diesen Eindruck habe ich nicht. Für mich hat sich nichts gewandelt. Die Urner haben einen starken Auftritt in Bern.

Was kennen Sie vom Kanton Uri?

Ich kenne den Föhn, weil wir den im St. Galler Rheintal auch haben. Uri spielt geschichtlich eine wichtige Rolle. Jedes Kind kennt das Telldenkmal, die Teufelsbrücke, den Gotthard. Uri ist wie ein Museum und das meine ich jetzt nicht negativ, sondern hier gibt es lebendige Schweizer Geschichte. Uri hat heute nach wie vor eine grosse Bedeutung als Transitkanton. Beim Stichwort Tourismuskanton denke ich an die eindrücklichen Investitionen von Samih Sawiris in Andermatt. Auch wirtschaftlich hat sich der Kanton Uri gut entwickelt.

Sie haben ihren Besuch in Uri auch zu einem Antrittsbesuch beim Regierungsrat genutzt. Welche Eindrücke haben Sie dabei gewonnen?

Das Erlebnis war unbeschreiblich. Bei der Führung durch das Altdorfer Rathaus mit dem ehrwürdigen Regierungsratszimmer, dem wunderbaren Landratssaal und vor allem dem Bannersaal, da bekam ich Hühnerhaut. Die Original-Banner habe ich alle fotografiert. Überhaupt habe ich den Empfang durch die Regierung sehr geschätzt. Alle nahmen sich Zeit dafür. Heidi Z’graggen war zwar wegen einer Kommissionssitzung in Bern. Ich habe sie aber heute zufällig auch noch gesehen. Zudem habe ich den Kanton Uri im vergangenen Jahr von unserer Bundesratsreise in bester Erinnerung. Der Kontakt mit der Bevölkerung war damals sehr herzlich.

Welche Chancen sehen Sie für den Kanton Uri?

Uri hat sich auf einen guten Weg gemacht. Natürlich ist der Kanton topografisch nicht verwöhnt. Das kenne ich aus meinem eigenen Heimatkanton. In Berggebieten kann man nicht dasselbe machen wie im Tal. Die in Gang gesetzte wirtschaftliche Entwicklung ist sicher ermutigend. Ich wünsche jedenfalls dem Kanton Uri alles Gute, auch politisch, dass er so stark vertreten bleibt. Und zudem wünsche ich dem Urner Volk eine gute Wahl.

Gibt es auch Risiken für einen kleinen Bergkanton, wie Uri zweifelsohne einer ist?

Nein, ich sehe keine speziellen Risiken. Ein Bergkanton muss immer kämpfen und hat spezifische Probleme. Die Ausgangslage ist anders als in Zürich. Die Menschen wissen sich aber zu helfen und sich durchzusetzen. Das Umfeld und die Umwelt beeinflussen die Menschen.