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Urner Kesb wird ad interim geführt

Abgänge und Abwesenheiten wegen Krankheit stellen die Behörde vor Herausforderungen. Sie sei aber jederzeit beschlussfähig gewesen.
Florian Arnold

Zwei Behördenmitglieder sind zurzeit wegen Krankheit abwesend, und die Dritte hat nun gekündigt: Vom offiziellen Entscheidungsgremium der Urner Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) ist zurzeit niemand mehr verfügbar. Die Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Kesb im vergangenen Jahr personelle Herausforderungen zu meistern hatte. Der Regierungsrat habe entsprechende Massnahmen einleiten müssen, damit die Behörde beschlussfähig blieb.

So ist der Jurist Jules Busslinger im Mai zum Kesb-Präsidenten ad interim gewählt worden. Daneben nimmt Ignaz Heim temporär Einsitz in die Kesb. Dieser gilt als ausgewiesene Fachperson, leitete er doch eine Berufsbeistandschaft in einem anderen Kanton und war für einen Verband in diesem Bereich tätig. Er wird der Urner Kesb bis Ende Januar als Aushilfe zur Verfügung stehen. Der Regierung sei es somit gelungen, geeignete Fachpersonen zu finden, sagt Samuel Bissig, Leiter Amt für Soziales.

Leiterin leidet an einer Krankheit

Die Suche nach einer Nachfolge nach der Kündigung des dritten Behördenmitglieds werde nun in Angriff genommen. «Das braucht etwas Zeit», sagt Bissig. Zudem wird darauf gehofft, dass die bisherige Präsidentin der Kesb ihre Arbeit bald wieder aufnehmen kann. Diese leidet seit Anfang Jahr an einer Krankheit und befindet sich entsprechend im Rehabilitierungsprozess.

«Die Beschlussfähigkeit der Behörde war jederzeit sichergestellt», betont Bissig. Denn für kurzfristige Abwesenheiten stehen der Behörde drei Ersatzmitglieder zur Verfügung, welche im Stundenlohn arbeiten. Diese seien 2018 vom Regierungsrat in ihr Aushilfsamt gewählt worden. In der Regel werden diese bei Ferienabwesenheiten oder Krankheit von Behördenmitgliedern eingesetzt.

Trotz der herausfordernden personellen Situa­tion konnte dank der Massnahmen des Regierungsrats sowie des persönlichen Engagements der Mitarbeiter ein Anstieg der Pendenzen verhindert werden, sagt Bissig. Diese seien bereit gewesen, Überstunden zu leisten. Durch die Doppelbesetzung seien Mehrkosten entstanden, welche aber durch Vergütungen und Rückzahlungen aufgefangen werden könnten.

Aus Persönlichkeitsschutz keine öffentlichen Infos

Von einer prekären Situation will Bissig nicht sprechen. Es sei dem Regierungsrat als Aufsichtsbehörde der Kesb immer gelungen, den Spruchkörper aufrecht zu erhalten. Über die temporären personellen Veränderungen seien die Gemeinden als wichtigste Partner der Kesb offen orientiert worden. Zudem wurde auch die Staatspolitische Kommission des Urner Landrats mehrfach über die Personalsituation der Kesb informiert. Doch wieso wurden die Informationen bisher nicht an die Öffentlichkeit weitergegeben?

«Wir wollten aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Informationen zu den Mitarbeitern herausgeben, dies um zu verhindern, dass der Gesundheitszustand der betreffenden Mitarbeiterin in den öffentlichen Fokus gerückt wird», erklärt Bissig. Dies sei auch so mit der Mitarbeiterin abgesprochen, führt der Vorsteher des Amts für Soziales weiter aus.

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