KILBI FLÜELEN: Die «Calypso» ist Paul Läuppis Leben

Als Jugendlicher reiste er der «Calypso» nach. Als Erwachsener kaufte er die Bahn und wurde Schausteller: Paul Läuppi hat sich damit einen Bubentraum erfüllt.

Drucken
Teilen
Ursprünglich war er Lehrer, heute ist er der Besitzer der Kilbi-Bahn «Calypso»: Peter Läuppi.

Ursprünglich war er Lehrer, heute ist er der Besitzer der Kilbi-Bahn «Calypso»: Peter Läuppi.

Als der heute 57-jährige Paul Läuppi als 15-jähriger Junge die Kilbi-Bahn Calypso in Aarau zum ersten Mal sah, blieb er stehen und vergass alles um sich herum. «Doch gefahren bin ich damals nicht», erzählt er. «Ich hatte Angst, dass mir schlecht werden könnte.» Seine Gedanken drehten sich auch noch Tage später um das riesige Karussell mit den vielen Lichtern.

Seine Mutter ist der grosse Star auf den Kilbiplätzen
Als ihm die Bahn ein zweites Mal begegnete, verzichtete er aufs Essen und fuhr mit. «Ich wollte mich schliesslich nicht übergeben.» Von da an war er vom «Calypso-Fieber» infiziert. Er reiste in der Schweiz fast überall hin, wo die «Calypso» war. Als einmal kurzfristig ein Chipskassierer ausfiel, sprang der junge Bahnfan ein. Von da an half er auf der Bahn mit, wo es nur ging und verbrachte jede freie Minute auf der «Calypso».

Paul Läuppi war in Reinach als Lehrer angestellt. 1990 konnte er die Bahn übernehmen. Seine Mutter Hildy war gar nicht erfreut über seinen Werdegang. Doch als Paul Läuppi gesundheitshalber einmal ausfiel, half sie an der Kasse aus und wurde ebenfalls vom «Calypso-Virus» erfasst. Seither reist sie mit ihrem Sohn durch die Schweiz. Heute ist die 83-jährige Rentnerin auf jedem Kilbiplatz der grosse Star.

«Die Schaustellerbranche ist knochenhart»
«Viele Leute denken, dass wir nur ein bisschen umherreisen, Bahnen fahren und dazu laut Musik hören», so Läuppi. «Doch die Schaustellerbranche ist knochenhart.» Hektische Arbeitstage können bis zu 18 Stunden dauern. Zähe Platzverhandlungen brauchen Nerven. Dazu kommt, dass die «Calypso» keine rentable Bahn ist. Deshalb geht Läuppi bis heute fast immer einem Nebenerwerb nach. Er arbeitet gelegentlich überall in der ganzen Schweiz, wo es gerade einen Aushilfslehrer braucht.

Doch mit all diesen Nachteilen hat sich Läuppi abgefunden. Nur eines macht ihm auch noch Mühe: das Übernachten im Wohnwagen. So zieht er es wenn möglich vor, nach Feierabend mit dem Auto nach Hause ins aargauische Buchs zu fahren. Dieses Wochenende wird er im Wohnwagen übernachten müssen, der Heimweg ist zu weit. Trotzdem kommt er immer gern an die Kilbi nach Flüelen heuer bereits zum sechsten Mal. «Der Platz am See gefällt mir wahnsinnig gut», sagt er.

Elias Bricker

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Urner Zeitung.