KIRCHE: Bei den Urner Reformierten gibts rote Köpfe

Innerhalb der evangelisch-reformierten Landeskirche Uri erhitzt ein Stillhalteabkommen die Gemüter. Es geht um den Abgang von Pfarrer Ulrich Schmaltz.

Urs Hanhart
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Kirchenratspräsidentin Felicitas Schweizer sagt, dass ihr die Hände gebunden seien und nichts zum Fall sagen dürfe. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Kirchenratspräsidentin Felicitas Schweizer sagt, dass ihr die Hände gebunden seien und nichts zum Fall sagen dürfe. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Per Ende Juli 2014 ist das Arbeitsverhältnis mit dem reformierten Pfarrer Ulrich Schmaltz aus Erstfeld aufgelöst worden. An der Herbstversammlung wies die Präsidentin der evangelisch-reformierten Landeskirche Uri, Felicitas Schweizer, Altdorf, darauf hin, dass im Zusammenhang mit dieser Auflösung Stillschweigen vereinbart worden sei. Sowohl der Kirchenrat als auch die GPK stünden unter Schweigepflicht. Bei Nichteinhalten drohe eine Konventionalstrafe.

Mit Kirchenaustritt gedroht

Mehrere Mitglieder gaben sich damit jedoch nicht zufrieden. Sie forderten an der Versammlung mit Nachdruck und teils markigen Worten ein Offenlegen der finanziellen Aspekte, zumal es sich um Steuergelder handle. Zum Teil wurde sogar mit Kirchenaustritt gedroht. Schliesslich wurde darüber abgestimmt, ob die Einzelheiten des Auflösungsvertrags bekanntzugegeben und damit gleichzeitig eine Konventionalstrafe von 5000 Franken und mehr zu riskieren seien oder ob man das Ganze auf sich beruhen lassen beziehungsweise «ein Stück Wahrheit unter den Teppich kehren» wolle, wie sich Pfarrer Reinhard Eisner ausdrückte. Für die Variante «Schwamm drüber» votierten 29 Stimmberechtigte, 10 sprachen sich für eine Offenlegung aus, und 13 enthielten sich der Stimme.