Leserbrief
«Kita-Plätze gehören den Alleinerziehenden»

Zum Leserbrief von Regula Wyss zu den Nationalratswahlen in Uri

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Zuerst einmal möchte ich Sie beglückwünschen, dass Sie bald Grossmutter sein dürfen. Es ist für mich das grösste Geschenk Gottes, ein Kind zu empfangen. Was mich an Ihrer Aussage sehr stört, ist, dass der Staat die Aufgabe übernehmen soll, Kindern einen günstigen Kita-Platz besorgen zu müssen. Meiner Meinung nach müssen die Eltern in die Pflicht genommen werden, die Betreuung der eigenen Kinder zu übernehmen. Schon unseren Kindern erklären wir, dass sie nicht den Fünfer und das Weggli haben können. Genau so sehe ich das mit dem Wunsch auf eine berufliche Karriere oder den, eine Familie gründen zu wollen. Viele Frauen entscheiden sich für die Familie, bis das Kind durch Kindergarten und Schule sowieso das «häusliche Nest» verlassen wird. All diesen Müttern zolle ich Respekt.

Auch werden vermehrt Grosseltern in den «Hütedienst» mit einbezogen, was ich als Bereicherung aller sehe. Ist es nicht so, dass für ein Kind der beste Platz in der eigenen Familie ist? Frauen mit einer soliden Ausbildung steht der Weg zurück ins Arbeitsleben immer offen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass mir nach 6-jähriger Auszeit als Vollzeitmami der Wiedereinstieg in die Berufswelt keinesfalls unmöglich war. Wer sagt denn, dass nur Mütter die Kinder betreuen sollen? Auch Väter sind dazu durchaus in der Lage. Wir kennen Familien, da bleibt der Vater zu Hause und die besser verdienende Mutter geht arbeiten. Ich möchte meine Erfahrung, als Mami für mein Kind in den ersten Lebensjahren voll und ganz da zu sein, auf keinen Fall missen. Die ersten Schritte, die ersten Worte miterleben zu dürfen, sind unbezahlbar. Aber das muss jede junge Familie für sich selber entscheiden und verantworten.

Bezahlbare Kita-Plätze gehören vor allem alleinerziehenden Müttern oder Vätern, welche gezwungen sind einer Arbeit nachzugehen, um den täglichen Lebensunterhalt zu finanzieren. Ob Sie mit Ihrer Instrumentalisierung von Herrn Kälin positiven Wahlkampf betreiben, bleibt abzuwarten. Persönlich finde ich, macht Urs Kälin als Gemeindepräsident einen soliden Job und er hat mit meiner Reaktion überhaupt nichts zu tun.

Anita Kempf, Altdorf