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Landgericht Uri: Klage gegen Göttibub endet mit Handschlag

Dass Arbeitgeber gegen ihre ehemaligen Chef vor Gericht ziehen, ist nichts besonderes. Wenn es sich bei den Parteien um Götti und Göttibub handelt, wird das Ganze schwieriger.
Carmen Epp

Es war eine besondere Konstellation, die sich der Landgerichtspräsidentin Agnes Planzer Stüssi gestern Nachmittag bot: Die Forderung aus Arbeitsrecht, die es zu verhandeln galt, war kein üblicher Streit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Vor den Schranken des Gerichts trafen sich zwei Verwandte wieder: Ein Urner klagte seinen ehemaligen Arbeitgeber ein, der gleichzeitig sein Göttibub war, und forderte 30'000 Franken.

Als fristlose Kündigung interpretiert

Bei einem Streit zwischen den beiden vor über zwei Jahren, bei dem es – wohl nicht zum ersten Mal – laut wurde, habe ihm sein Chef und Göttibub gesagt, er solle «abfahren» und müsse nicht mehr wieder kommen. Der Angestellte interpretierte dies als fristlose Kündigung – und packte seine Sachen.

Die fristlose Kündigung erfolgte seiner Meinung nach ungerechtfertigt, wofür er nun entschädigt werden solle. Ausserdem habe er in den letzten Jahren kaum Ferien bezogen. «Was mir zusteht, steht mir zu, fertig», sagte er bei seiner Parteibefragung vor dem Landgericht.

So klar, wie das der Kläger darstellte, war die Sache jedoch nicht, wie im Laufe der Verhandlung deutlich wurde.

Gemeinsames Kleinvieh als Arbeit gewertet

Er habe seinen Götti nicht zum Teufel gejagt und auf keinen Fall fristlos entlassen, sagte der Beklagte. Vielmehr habe sein Götti nach dem Streit ordentlich gekündigt, was ein entsprechendes Schreiben beweise. Dass sein Götti nun noch Ferienansprüche geltend mache, sei für ihn unverständlich. Er habe ihm mehrmals angeboten, Ferien zu nehmen – sein Götti habe, bis auf eine Woche für Skiferien stets abgelehnt.

Götti und Göttibub arbeiteten nicht nur miteinander. Die beiden hielten ausserdem gemeinsam Kleinvieh. Der Kläger umsorgte die Tiere teilweise täglich und an den Wochenenden. Für ihn gehörte das zur Arbeitszeit, das sei schon so gewesen, als noch der Vater des Beklagten die Firma führte. Sein Göttibub hingegen sah die Zeit beim Vieh als Ferienzeit an.

Parteien einigen sich

So präsentierte sich der Fall, auch wegen des verwandtschaftlichen Verhältnisses der Parteien, als sehr verzwickt. Bei der Frage, ob und wie gekündigt und Ferien gewährt wurden, stand Aussage gegen Aussage. Landgerichtspräsidentin Agnes Planzer Stüssi legte den Parteien deshalb ans Herz, sich doch auf einen Vergleich zu einigen, was nach einigem Hin und Her schliesslich fruchtete: Der Arbeitnehmer wird seinem Götti bis Ende Jahr 15'000 Franken zahlen und reichte ihm zum Schluss die Hand.

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