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Klimawandel ist im Kanton Uri sicht- und spürbar

Das Jahr 2018 war im Kanton geprägt von hohen Temperaturen und fehlenden Niederschlägen. Dies hatte laut dem kantonalen Amt für Umweltschutz negative Folgen für die Umwelt.
Philipp Zurfluh
Unteres Reusstal im Sommer 2018. Das braun gefärbte Kulturland zeugt von extremer Trockenheit. (Bild: Fredi Kempf, August 2018)

Unteres Reusstal im Sommer 2018. Das braun gefärbte Kulturland zeugt von extremer Trockenheit. (Bild: Fredi Kempf, August 2018)

Als die Meteostationen für den Juni und Juli 2019 weltweit Temperaturrekorde verzeichneten, wurden Erinnerungen an das Extremjahr 2018 wach. Dieses war, wie in der ganzen Schweiz, auch im Kanton Uri geprägt von hohen Temperaturen und fehlenden Niederschlägen im Sommerhalbjahr. Dies gabt das kantonale Amt für Umweltschutz gestern in einer Mitteilung bekannt. So lag in Altdorf die Jahresmitteltemperatur 2,35 Grad über der Durchschnittstemperatur von 1961 bis 1990. In Andermatt waren es 1,7 Grad. Alle Monate ausser dem Februar waren deutlich zu warm.

Laut dem Amt für Umweltschutz wich die gefallene Regenmenge gesamthaft zwar nicht wesentlich von der Norm ab, zeige aber eine deutliche Umverteilung innerhalb des Jahres: «Während ein Grossteil des Regens in den Wintermonaten fiel, zum Beispiel in Begleitung des Januarsturms Burglind, waren die Sommermonate aussergewöhnlich trocken», geht aus der Mitteilung hervor. Diese Trockenheit habe auch im Kanton Uri grosse Auswirkungen auf das alltägliche Leben. So musste ein kantonales Feuerverbot verhängt werden und es kam zu Futterertragsausfällen in der Landwirtschaft.

In Altdorf waren 2018 die Temperaturen in allen Monaten ausser im Februar (blau) deutlich höher als die Durchschnittstemperaturen der Referenzperiode von 1961 bis 1990 (rot). (Diagramm: PD)

In Altdorf waren 2018 die Temperaturen in allen Monaten ausser im Februar (blau) deutlich höher als die Durchschnittstemperaturen der Referenzperiode von 1961 bis 1990 (rot). (Diagramm: PD)

Klimaprognosen für den Kanton Uri bestätigen sich

Bereits 2013 liess der Kanton Uri verschiedene Klimaszenarien berechnen, darunter die gemäss IPCC-Szenarios «A1B» erwarteten Temperaturen im Kanton für den Zeitraum um 2035 und um 2060. Das «Intergovernmental Panel on Climate Change» (IPCC) fasst die momentanen Klimaveränderungen in regelmässigen Berichten zusammen und modelliert anhand von verschiedenen Annahmen Zukunftsszenarien. Eine der Berechnungen ist das Szenario «A1B», das davon ausgeht, dass die weltweiten Treibhausgasemissionen bis zirka 2060 zunehmen und anschliessend aufgrund des technologischen Fortschritts leicht zurückgehen.

Vergleicht man die Temperaturen von 2018 mit diesen lokalen Klimaprognosen, so zeigt sich folgendes Bild: Gemäss Mitteilung wurden die Temperaturvorhersagen für 2035 sowohl in Altdorf als auch in Andermatt in allen Jahreszeiten ausser dem Winter, der vom kalten Februar beeinflusst war, erreicht oder sogar übertroffen. In Altdorf wurden im Sommer 2018 sogar Temperaturen gemessen, wie sie gemäss Prognosen im 2060 zu erwarten sind. Auch das veränderte Niederschlagsregime von 2018 passe laut Amt für Umweltschutz zu den Vorhersagen.

Steigende Temperaturen und ein verändertes Niederschlagsregime hätten direkt oder indirekt Auswirkungen auf die Schadstoffbelastung in der Luft. Lange dauernde, trockene Hitzeperioden mit wenig Wind fördern die Entstehung von Ozon. Genau dies war 2018 auch in Altdorf der Fall und führte dazu, dass die Ozonbelastung im Vergleich mit früheren Jahren hoch war.

In Andermatt waren 2018 die Temperaturen in allen Monaten ausser im Februar (blau) deutlich höher als die Durchschnittstemperaturen der Referenzperiode von 1961 bis 1990 (rot). Dar-gestellt sind jeweils die Monatsmittel. (Diagramm: PD)

In Andermatt waren 2018 die Temperaturen in allen Monaten ausser im Februar (blau) deutlich höher als die Durchschnittstemperaturen der Referenzperiode von 1961 bis 1990 (rot). Dar-gestellt sind jeweils die Monatsmittel. (Diagramm: PD)

Gezielte Massnahmen sind erforderlich

«Die Messungen im Kanton Uri zeigen auf, dass Extremsommer wie 2018 seit mehreren Jahren vermehrt auftreten und sichtbare Spuren hinterlassen», schreibt das Amt für Umweltschutz. Um die zukünftige Situation zu entschärfen, seien gezielte Massnahmen erforderlich. «Neben der Reduktion von Treibhausgasen gehören auch Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel dazu.» Die kantonale Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel stelle denn auch die Anpassung in den Vordergrund. Veränderungen im Wasserhaushalt und bei den Naturgefahren, steigende Gesundheitskosten wegen der Sommerhitze, erhöhte Ozonbelastungen sowie die Auswirkungen auf Ökosysteme müssten künftig bei allen Planungs- und Entwicklungsarbeiten mitberücksichtigt werden.

Die Auswertung zum Extremjahr 2018, der Klimabericht der Urschweiz 2013 sowie die Urner Klimastrategie 2011 sind verfügbar unter www.ur.ch.

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