Kollegi Altdorf beherbergt wieder ein internationales Musikfestival

Diese Woche beginnt das Borromeo-Festival. Die Schülerschaft ist ebenso international wie die Lehrer. Sie stammen aus Frankreich, England, Amerika, Kanada, Südkorea, China und der Schweiz.

Markus Zwyssig
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Lorenz Gamma (Violine) und seine Frau Ming Tsu (Flügel) leiten das Borromeo-Musikfestival in Altdorf. (Bild: Markus Zwyssig, Altdorf, 14. Juli 2018)

Lorenz Gamma (Violine) und seine Frau Ming Tsu (Flügel) leiten das Borromeo-Musikfestival in Altdorf. (Bild: Markus Zwyssig, Altdorf, 14. Juli 2018)

An der Mittelschule Uri und im Bernarda-Schulhaus in Altdorf kehrt mitten in den Sommerferien wieder Leben ein. Der Grund ist das Borromeo-Festival, das seine zweite Auflage erlebt. Fast 50 talentierte Schüler aus aller Welt musizieren mit zehn international renommierten Lehrern in nicht weniger als 40 verschiedenen Zimmern praktisch nonstop.

Auch drei Urner Schüler sind dabei

Die Schüler im Alter von 15 bis 26 Jahren stammen aus Frankreich, England, Amerika, Kanada, Südkorea und China. Es gibt aber auch einheimische Teilnehmer. Die Schüler Fabian Aschwanden, Naemi Dal Farra und Valentina Halter stammen aus Altdorf, Vera Stöckli und Annina Zumbühl aus Luzern. Für das Festival sind rund 70 Bewerbungen eingegangen, knapp 50 konnten berücksichtigt werden.

«Dass es in Altdorf ein neues Festival gibt, hat sich bereits international herum gesprochen. Zudem helfen die Lehrer mit, den zweiwöchigen Anlass bekannt zu machen», sagt Lorenz Gamma. Der 47-jährige Profimusiker und Universitätsdozent mit Urner Wurzeln lebt in Los Angeles. Er organisiert das Festival zusammen mit seiner Frau Ming Tsu. Gamma verteilt bereits Vorschusslorbeeren:

«Das musikalische Niveau der Schüler ist sehr hoch.»  

Das Borromeo-Festival werde von langer Hand vorbereitet, erklärt Gamma. Seine Frau Ming Tsu sei praktisch das ganze Jahr immer wieder mit Arbeiten für das nächste Festival beschäftigt. Verantwortlich vor Ort ist ein OK mit Cordelia Dal Farra, Martin Giese und Markus Imhof. Unterstützt wird das Festival von der Mittelschule Uri, dem Kanton Uri, der Dätwyler Stiftung, der Otto Gamma Stiftung, der Ernst Göhner Stiftung und weiteren Stiftungen sowie von verschiedenen Altdorfer Geschäften. «Der Grundstein ist gelegt, damit wir das Festival nun jedes Jahr hoffentlich ohne wachsende Hürden durchführen können», so Gamma.

Abwechslungsreiches Konzertprogramm

Das Konzertprogramm Die elf Konzerte finden im Rahmen des Borromeo-Festivals wie folgt statt: Donnerstag, 18. Juli: 11 Uhr: Rezital «Bach in the Chapel», Sankt-Josefs-Kapelle; 19.30 Uhr: Konzert, Kollegi-Kapelle. Freitag, 19. Juli: 19.30 Uhr; Schüler-Rezital, Kollegi-Kapelle. Samstag, 20. Juli: 19.30 Uhr, Konzert, Kollegi-Kapelle. Sonntag, 21. Juli: 11 Uhr, Schüler-Rezital, Kollegi-Kapelle; 16 Uhr, Schüler-Rezital, Kollegi-Kapelle. Mittwoch, 24. Juli: 11 Uhr, Rezital Bach in the Chapel, Sankt-Josef-Kapelle. Donnerstag, 25. Juli: 19.30 Uhr, Konzert, Pavillon des Hauses der Musik. Freitag, 26. Juli: 19.30 Uhr, Schüler-Konzert: Kammermusik, Kollegi-Kapelle. Samstag, 27. Juli: 19.30 Uhr, Schüler-Konzert: Kammermusik, Kollegi-Kapelle. Sonntag, 28. Juli: Konzert, Kollegi-Kapelle. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei. Von Dienstag bis Samstag finden zudem in der Kollegi-Kapelle jeweils um 15 Uhr Meisterkurse statt, die ebenfalls öffentlich sind. (MZ)

Die verschiedenen Konzerte finden wiederum in der St.-Josef-Kapelle, in der Kollegi-Kapelle und im Garten des Hauses der Musik statt (siehe Box). «Die verschiedenen Auftrittsorte haben sich bei der ersten Durchführung bewährt», gibt sich Gamma überzeugt. Die Kollegi-Kapelle biete rund 150 Personen Platz, habe damit eine ideale Grösse und überzeuge auch in Sachen Akustik und Ambiance. «Die St.-Josef-Kapelle mit etwas mehr als 30 Plätzen eignet sich für Solo-Konzerte im intimeren Rahmen», sagt Gamma. Eines der grösseren Hauptkonzerte findet wiederum im Garten des Hauses der Musik statt. Zudem gibt es von Dienstag bis Samstag jeweils um 15 Uhr in der Kollegi-Kapelle Meisterkurse, die ebenfalls wie die Konzerte gratis besucht werden können. Am Mittwoch, 24. Juli, um 15 Uhr findet ein Meisterkurs mit dem international bekannten Pianisten Andreas Haefliger statt.

Repertoire ist vielfältiger geworden

Die 10 Lehrer, alles Berufsmusiker, spielen vier Hauptkonzerte. Daneben gibt es sieben Schülerkonzerte. «Diese sind ebenso interessant», verspricht Gamma. «Es zeigt dem Publikum, was Schüler bereits in jungem Alter können. Sie haben weniger Routine, spielen aber dafür mit umso mehr Flair.» Das Repertoire der gespielten Musik sei diesmal noch vielfältiger geworden. «Es hat ein bisschen mehr Moderneres dabei. Aber alles ist natürlich in den traditionellen Werken eingefügt.» Auf dem Programm steht auch Musik von zwei Komponistinnen. Zudem ist einer der Komponisten erst 18 Jahre alt. Vor allem auf Letzteren ist Gamma ganz besonders gespannt: «Es wird ganz interessant sein, zu erleben, wie junge Schüler das Werk eines jungen Komponisten spielen werden.» Gamma freut sich über die Unterstützung, welche die Altdorfer dem Festival bereits bei der ersten Auflage gewidmet haben. «Wir haben den richtigen Ort gewählt», ist der Initiant überzeugt.