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Altdorf: Kollegi wird Kammermusik-Hochburg

An der Mittelschule Uri bilden sich diesen Sommer knapp 50 Studenten bei international renommierten Lehrern in klassischer Musik weiter. Der in Los Angeles lebende Urner Violinist Lorenz Gamma leitet das Festival. Die Bevölkerung profitiert gleich mehrfach.
Markus Zwyssig
Lorenz Gamma (rechts) beim Unterrichten einer Geigenschülerin. (Bild: Alamy (2. Juli 2012))

Lorenz Gamma (rechts) beim Unterrichten einer Geigenschülerin. (Bild: Alamy (2. Juli 2012))

Bald sind Sommerferien. An der Kantonalen Mittelschule Uri wird es aber diesmal nicht lange ruhig bleiben. Bald schon wird am Kollegium Karl Borromäus, wie die Mittelschule auch genannt wird, wieder Leben einkehren. Knapp 50 junge Musiker aus der ganzen Welt werden sich in Altdorf im Rahmen des Borromeo-Musikfestivals, das vom 16. bis 29. Juli stattfindet, weiterbilden.

Die Studenten sind zwischen 13 und 26 Jahre alt und kommen vornehmlich aus den USA. Mit dabei sind aber auch je zwei Studenten aus den Kantonen Uri und Luzern. Unterrichtet werden sie von zehn international renommierten Lehrkräften, vornehmlich in den Fachbereichen der Solo- und Kammermusikliteratur. Die Kurse finden in der Kantonalen Mittelschule Uri sowie im Internat St. Josef in Altdorf statt, wo sie auch übernachten.

Lehrer und Schüler spielen viele Gratis-Konzerte

Von der Festival-Premiere profitiert auch die Bevölkerung. Ziel der zehn Lehrpersonen ist es nämlich, den Studenten nicht nur wichtige künstlerische Impulse zu vermitteln, sondern sie auf einen öffentlichen Auftritt innerhalb des zweiwöchigen Intensivkurses vorzubereiten. «Es wird viele Konzerte geben, die alle gratis sind», sagt Felix Aschwanden. Er leitet die Urner Arbeitsgruppe, die sich um den administrativen Bereich des Festivals kümmert. «Wer im Sommer zu Hause bleibt, kann im Kanton Uri gleich mehrmals hochstehende Kammermusik geniessen.» Die Konzerte werden in der Kapelle der Kantonalen Mittelschule Uri, in der Kapelle beim St. Josef sowie im Garten beim Haus der Musik in Altdorf stattfinden.

Während sich andere Schweizer Musikfestivals wie etwa diejenigen in Luzern oder Verbier mehrheitlich auf die Aufführung grösserer Werke aus dem Orchester-Repertoire konzentrieren, möchte sich das Borromeo-Musikfestival auf die Kunst und Interpretation der Kammermusik fokussieren. Ist das Echo positiv, kann sich die Festivalleitung durchaus vorstellen, ein ähnliches Angebot zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu bieten.

Im Kanton Uri steht zurzeit sehr viel klassische Musik auf dem Programm. So ist am vergangenen Freitag das Andermatt Swiss Alps Classics Festival gestartet, bei dem unter anderem auch Weltklassepianist Lang Lang auftritt. «Wir hatten Kontakt mit den Organisatoren», sagt Felix Aschwanden. «Unser Festival findet zeitlich etwas später statt. Allenfalls ist es aber bei einer nächsten Auflage möglich, dass wir gemeinsam etwas machen.» Das Borromeo-Festival spielt aber auch bei der Premiere bereits auf hohem Niveau. Die künstlerische Leitung liegt bei Lorenz Gamma. Der Hochschuldozent und Musiklehrer auf der Violine lebt mit seiner Frau Ming Tsu in Los Angeles. Gamma hat Urner Wurzeln. Sein Vater, Martin Gamma, war in Altdorf Arzt. Seine Mutter Nina Gamma war Berufscellistin. Lorenz Gamma spielte im Amar-Quartett mit. Er hat schon an mehreren Orten insbesondere in den USA Festivals organisiert. Jetzt freut er sich, in Uri etwas zu machen. «Altdorf hatte schon früher ein sehr lebendiges Kammermusik-Leben», erinnert sich Gamma. «Diese Tradition möchten wir weiterführen.» Da er in Los Angeles wohne, könne dies nur durch ein zeitlich konzentriertes Festival geschehen. «Es ist uns ein grosses Anliegen, unserer internationalen Schülerschar mit Kammermusik in den schweizerischen Bergen etwas Kulturelles zu zeigen, das mit echten und bleibenden Werten zu tun hat – in einer Welt, die immer schnelllebiger und veränderbarer wird.»

«Im Kanton Uri ist kulturell immer mehr los»

Ein Teil der Kosten wird mit Beiträgen der Schüler gedeckt. Die Organisatoren können aber auch auf ein Entgegenkommen des Kantons respektive der Kollegi-Schulleitung zählen. So werden den Lehrern und Schülern die Räume und Infrastrukturen zu einem bescheidenen Unkostenbeitrag zur Verfügung gestellt. Die Verantwortlichen wollen den Rest über Sponsoringbeiträge decken. Felix Aschwanden verrät, dass dies gar nicht so einfach sei. «In Uri ist kulturell immer mehr los.» Trotzdem konnten die Verantwortlichen über ein Dutzend Sponsoren finden.

Hinweis: Infos zum Festival gibt es unter www.borromeomusicfestival.org

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