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Komitee bezeichnet Ausbau der Axenstrasse als absurd

Das interkantonale Axen-Komitee betont, dass auch der projektierte Tunnel die Sperrung nicht verhindert hätte. Angesichts der drohenden Klimakatastrophe hält das Komitee Strassenbauprojekte grundsätzlich für eine falsche Priorisierung.
Philipp Zurfluh
Dieses Bild wird man nun für längere Zeit antreffen: Der Axen ist ab dem Kreisel Flüelen gesperrt. (Bild: Florian Arnold, 31. Juli 2019)

Dieses Bild wird man nun für längere Zeit antreffen: Der Axen ist ab dem Kreisel Flüelen gesperrt. (Bild: Florian Arnold, 31. Juli 2019)

2008 wurde das Interkantonale Axen-Komitee für eine vernünftige Verkehrsplanung gegründet. Es betrachtet den geplanten Axen-Ausbau als überrissen. Aufgrund der aktuellen Sperrung der Axenstrasse hat das Komitee nun Stellung bezogen. «Auch wenn der geplante neue Tunnel bereits fertiggestellt wäre, könnte die Strasse nicht offengehalten werden», heisst es in einer Mitteilung. An der Abbruchstelle befinde sich auch die neue Strasse nicht im Tunnel. Geplant sei dort vielmehr eine Galerie, die Felsbrocken der aktuellen Grösse von Hunderten von Tonnen nicht standhalten könnte. «Zudem sieht das offizielle Bauprogramm eine Fertigstellung der neuen Axenstrasse ohnehin erst im Jahr 2027 vor», schreibt das Komitee.

Einsprecher halten Projekt für rechtswidrig

Nach einem jahrzehntelangen Variantenstreit zwischen den Kantonen Uri und Schwyz sowie dem Bund hat erst Ende 2014 die Planauflage für das aktuelle Projekt stattgefunden. Neben zahlreichen Privatpersonen und Gemeinden – total 53 – haben die dem Axen-Komitee angehörigen Umweltorganisationen VCS, Alpen-Initiative und Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz dagegen Einsprache erhoben, weil sie das Projekt in verschiedenen Punkten als rechtswidrig betrachten. Sie rügen unter anderem, dass dieses eine Kapazitätserhöhung einer alpenquerenden Transitstrasse bewirkt, was die von der Schweiz ratifizierte Alpenkonvention verbietet.

Die beschwerdeberechtigten Umweltorganisationen vertreten keine privaten Interessen, sie können mit Einsprachen nur die Einhaltung des geltenden Rechts einfordern, wie sie es im vorliegenden Fall getan haben, so das Komitee. Der Zeitplan der Kantone sieht für das gesamte Baubewilligungsverfahren eine Dauer von vier Jahren vor. «Wenn das zuständige Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) als erste Instanz auch fast fünf Jahre nach der Planauflage noch keinen Entscheid gefällt hat, scheint das Projekt offenbar auch in den Augen der Bewilligungsbehörde nicht in allen Teilen regelkonform geplant worden zu sein», schreibt das Komitee.

Komitee befürwortet Kurzumfahrung von Sisikon

Das Axen-Komitee habe schon immer signalisiert, dass es eine schneller realisierbare Kurzumfahrung von Sisikon unterstützen würde. Kantone und Bund würden aber eine milliardenteure Luxusvariante wollen mit einem langen Tunnel von Ingenbohl bis Sisikon Süd – ohne gleichzeitigen Rückbau der bestehenden Axenstrasse. «Zudem sieht das heutige Projekt trotz der Länge von mehr als sieben Kilometer eine gefährliche zweispurige Tunnelröhre ohne Richtungstrennung vor», wird kritisiert. Weil die heutige Axenstrasse nach Fertigstellung der Tunnels in den Besitz der Kantone übergeht, müssten ihre Einwohner künftig auch die hohen Kosten des Unterhalts selbst berappen.

Angesicht der Klimadiskussion sei jeder weitere Ausbau des Nationalstrassennetzes nach Meinung des Axen-Komitees ohnehin absurd. Die Priorität müsste jetzt mit dem Bau der Neat-Verlängerung «Uri Berg lang – Axentunnel» und Urmibergtunnel Brunnen – Goldau beim Ausbau der klimafreundlichen Schiene liegen, der von Bund und Kantonen leider auf die lange Bank geschoben worden sei.

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