Kommentar

Konstellation ist nicht alles

Uri darf und soll hoffen auf den ersten Bundesrat in der Geschichte. Doch die Ausgangslage kann schnell wieder ändern, schreibt Bruno Arnold, Redaktionsleiter der Urner Zeitung.

Bruno Arnold
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Bruno Arnold, Redaktionsleiter Urner Zeitung. (Bild: PD)

Bruno Arnold, Redaktionsleiter Urner Zeitung. (Bild: PD)

Sie ist eine Frau, politisiert in der CVP, vertritt die Region Zentralschweiz und verfügt über langjährige Exekutiverfahrung. Für den Parteipräsidenten der CVP Uri ist die Bundesratskandidatur von Heidi Z’graggen «geradezu optimal». Auch für die Kandidatin selber sind dies die wichtigsten Faktoren für ihren Entscheid gewesen. Sie betont gleichzeitig: «Durch meine Tätigkeit als Regierungsrätin und als Mitglied von mehreren schweizerischen Regierungskonferenzen bin ich mit den bundespolitischen Themen vertraut.»

Die Konstellation mag stimmen. Uri hatte noch nie einen Bundesrat, der Anspruch der Frauen und der Zentralschweiz ist berechtigt. Aber: Noch dreht sich das Kandidatenkarussell, noch sind nicht alle Kandidaturen bekannt und somit auch nicht alle Seilschaften gebildet. Kommt hinzu, dass es Regierungsräte bei Bundesratswahlen grundsätzlich bedeutend schwieriger haben als amtierende Bundesparlamentarier.

Optimale Konstellationen allein genügen nicht immer. Das musste 1989 auch der damalige FDP-Kronfavorit erfahren, der Urner Franz Steinegger. Uri darf und soll 2018 hoffen, aber auch bedenken: Unerwartete Argumentationen und neue Konstellationen können auch Enttäuschungspotenzial beinhalten.

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