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UKB: Konsultation wird nachgeholt

Die Urner Regierung rügt das Vorgehen der Bank im Zusammenhang mit den geplanten Filialschliessungen. Hoffnungen auf eine Kehrtwende des Bankrats will sie aber nicht wecken.
Bruno Arnold
In der UKB-Filiale in Bürglen sollen bald keine Angestellten mehr arbeiten. (Bild: Keystone / Urs Flüeler, 1. Februar 2019)

In der UKB-Filiale in Bürglen sollen bald keine Angestellten mehr arbeiten. (Bild: Keystone / Urs Flüeler, 1. Februar 2019)

Am 12. Dezember 2018 hat die Urner Kantonalbank (UKB) die Medien über die neue Vertriebsstrategie der Bank informiert. Künftig soll es nur noch in Altdorf und Andermatt klassische UKB-Geschäftsstellen mit Beratern vor Ort geben. An allen übrigen Standorten will man auf physische Präsenz verzichten und künftig eine Beratung via Video oder zu Hause und längere Servicezeiten anbieten. Dies hat in den vergangenen Wochen zu harscher Kritik und zu Forderungen auf politischer Ebene geführt.

Die Urner Regierung hat am Freitag zu zwei Kleinen Anfragen aus dem Landrat Stellung genommen. Der Regierungsrat als Aufsichtsbehörde sei über den Ab- und Umbau von Bankstellen bloss einen Tag vor der Öffentlichkeit informiert worden. Die Eigentümerstrategie verlange aber, dass der Bankrat den Regierungsrat vor wichtigen strategischen Entscheiden konsultiere. «Der Bankrat hat den Regierungsrat zwar in regelmässigen Abständen über die Eckwerte der Strategie 2021 informiert und damit das in der Eigentümerstrategie verankerte Konsultationsverfahren erfüllt», sagt Finanzdirektor Urs Janett. «Im Fall der geplanten Filialschliessungen ist die Regierung aber nur orientiert und nicht konsultiert worden.»

Schliessungen auf Eis gelegt

«Bankrat und Geschäftsleitung räumen ein, die Regierung in Bezug auf die Distributionsstrategie nur kurzfristig informiert, jedoch nicht konsultiert zu haben», schreibt die UKB in einer Medienmitteilung. «Sie bedauern auch die nur kurzfristig angesetzte Information weiterer Interessensvertreter.» In diesem Zusammenhang wird aber auch festgehalten, «dass die Führung der Bank auch mit regulatorischen Rahmenbedingungen konfrontiert ist, die eine vorzeitige Information erschweren».
Die UKB begrüsst das Nachholen des Konsultationsverfahrens, in dem sich die Regierung vertieft mit der Materie auseinandersetzen wird. «Um Freiraum für einen konstruktiven Dialog mit den Behörden zu schaffen, wird die Umsetzung der Distributionsstrategie während der Dauer des Konsultationsverfahrens ausgesetzt», schreibt sie. Das heisst: Auch die geplante Schliessung der UKB-Filialen wird vorläufig aufs Eis gelegt. «Wir sind zurzeit im Gespräch mit der Regierung und betroffenen Standortgemeinden. Wie lange das Konsultationsverfahren mit dem Regierungsrat dauern wird, kann ich momentan nicht sagen», sagte Bankratspräsident Heini Sommer auf Anfrage. «Das hängt ganz vom Gesprächsverlauf ab.»

Politischen Druck aufrechterhalten

«Die Regierung versteckt sich mit ihrer recht formellen Antwort allzu stark hinter der Gesetzgebung», sagt Georg Simmen. Der Realper FDP-Landrat hat Mitte Dezember mit seiner Kleinen Anfrage die Kritikwelle und die öffentliche Diskussion über die Distributionsstrategie der UKB ausgelöst. «Auch lässt die Regierung ihre Führungsrolle als Aufsichtsbehörde noch immer allzu stark vermissen. Das beweist mir, dass meine Fragen berechtigt waren und dass die Politik in dieser Frage halt doch eine wichtige Rolle spielt», so Simmen. Befriedigend sei für ihn immerhin, dass das Konsultationsverfahren nachgeholt werde. Es gelte jetzt, den politischen Druck aufrechtzuerhalten, was mit der angekündigten Motion der SVP-Landratsfraktion auch geschehe. (bar)

Bankrat entscheidet in eigener Kompetenz

«Konsultieren heisst um Rat fragen, Beweggründe und Entscheide aufzeigen, aber auch miteinander diskutieren», betont Janett. Das sei nicht geschehen. Der Regierungsrat fordert deshalb, dass das entsprechende Konsultationsverfahren nachgeholt wird. Die UKB bietet Hand, und die Regierung will in der Mai-Session über die Ergebnisse informieren. Janett möchte allerdings keine falschen Hoffnungen wecken: «Über die Schliessung oder Offenhaltung von Filialen kann der Bankrat in eigener Kompetenz entscheiden.» Denkbar ist aber gemäss Antwort der Regierung auf die Kleine Anfrage der SP/Grüne-Fraktion eine Präzisierung der Eigentümerstrategie bezüglich der Konsultation bei wichtigen strategischen Entscheiden.

«Wir wollen nicht mit den Wölfen heulen und ruhig bleiben», betont Janett. Im Fokus müsse jetzt die längerfristige Wirtschaftlichkeit der Bank stehen. «Der Regierungsrat anerkennt aus wirtschaftlicher Sicht, dass die UKB der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Kantons längerfristig nur als gesunde, organisatorisch richtig aufgestellte Bank dienen kann», heisst es in der Antwort auf den Vorstoss von Georg Simmen. «Das bedeutet, dass die Strukturen rechtzeitig der gesellschaftlichen und technischen Entwicklung anzupassen sind.» Das geschehe mit der Strategie 2021.

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