Konzernverantwortungsinitiative erhält an Altdorfer Standaktion Zuspruch

Das Altdorfer Lokalkomitee erklärt mit einer Standaktion, warum sie die Konzernverantwortungs-Initiative gutheissen.

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Auf dem Altdorfer Lehnplatz wird dem Regenwetter getrotzt.

Auf dem Altdorfer Lehnplatz wird dem Regenwetter getrotzt.

Bild: PD

(RIN) Die miesen Wetterbedingungen mit Dauerregen und Kälte haben das Altdorfer Lokalkomitee am Samstag, 3. Oktober, nicht davon abgehalten, die geplante Standaktion durchzuführen. Wetterfeste Passanten wurden mit Flyern bedient und über die Konzernverantwortungs-Initiative informiert. Dabei konnte das Komitee anhand von konkreten Fällen aufzeigen, warum die Initiative aus ihrer Sicht so dringend nötig sei.

So seien etwa in der peruanischen Stadt Cerro de Pasco Luft, Boden und Wasser mit Schwermetallen vergiftet, wie das Komitee in einer Mitteilung schreibt. Verursacht durch die von Glencore betriebene Mine, habe dies vor allem bei Kindern Blutarmut, Behinderungen und Lähmungen zur Folge. Analysen würden zeigen, dass sich die Bleikonzentration in den letzten Jahren weiter verschlimmert hat. Ebenso thematisiert wurde der Einsatz von hochgiftigen Pestiziden in Indien, die von Syngenta an die Landarbeiter verkauft werden. «Es sind Pestizide, die in der Schweiz längstens verboten sind», heisst es in der Mitteilung. «Folglich zeigen die meisten der mit diesen Pestiziden arbeitenden Landarbeiter schwere Vergiftungserscheinungen oder sterben sogar.»

Konzerne sollen für Taten geradestehen

Seit elf Monaten engagiert sich in Altdorf ein breit abgestütztes Lokalkomitee für die Konzernverantwortungs-Initiative. Bei den organisierten Veranstaltungen gibt es aus der Bevölkerung jeweils viel Zuspruch. «Für viele Altdorfer ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Konzerne wie Glencore dafür geradestehen sollen, wenn sie Kinder mit Schwermetallen vergiften oder ganze Landstriche zerstören», sagt Kilian Gasser vom Lokalkomitee.

Die Initiative wurde vom ehemaligen FDP-Ständerat und Staatsanwalt Dick Marty zusammen mit einer breiten Koalition von 120 Menschenrechts- und Umweltorganisationen lanciert. Ebenfalls stehen die Schweizer Bischofskonferenz, die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz und die Schweizerisch Evangelische Allianz hinter der Initiative.