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KONZERT: Dank Loopstation zur eigenen Band

Mit Keyboard, Perkussion, Gitarre und Gesang präsentiert Andreas Wolf heute seine Maturaarbeit. Unter dem Talent-Format des Theaters Uri kann er seine Kreationen präsentieren.
Jessica Bamfordjessica.bamford@urnerzeitung.ch
Andreas Wolf beim Spielen des Berner Instruments «Hang». (Bild: PD)

Andreas Wolf beim Spielen des Berner Instruments «Hang». (Bild: PD)

Jessica Bamford

Ed Sheeran und Frölein da Capo zeigen, was mit der Loopstation möglich ist. Auch Andreas Wolf hat während eines Jahres mit dem Gerät gearbeitet. Damit kann man Melodien und Rhythmen aufnehmen und immer wieder abspielen. So kann eine Person allein mehrschichtige Stücke vortragen und «allein eine Band sein», wie Wolf es beschreibt.

Ein Youtube-Video hat ihn zu seiner Arbeit inspiriert. Er habe ein Video eines Musikers mit Loopstation gesehen. «Dabei dachte ich: Das will ich auch können», erinnert er sich.

«Hang» als Melodie- und Rhythmusinstrument

Heute kann Andreas Wolf seine Arbeit öffentlich präsentieren. Im Theater Uri führt er seine Stücke mit vier Freunden auf. Trotz der Loopstation möchte Wolf nicht allein auftreten: «Das wäre ein wenig trist. Weil ich selber nicht singen kann, habe ich noch Sängerinnen und einen Rapper gefragt, ob sie mitmachen wollen.»

Im Ausgang sei ausgekommen, dass Noël Baumann oft rappt und dass Nadin Bissig sehr gut singen kann. «Noemi auf der Mauer hat einfach eine superschöne Stimme», sagt Wolf. ­Samuel Brunner kenne er vom Kollegitheater. «Er kann so ziemlich jedes Instrument spielen, für mich spielt er jetzt die Gitarre.»

Wolf spielt verschiedene Perkussionsinstrumente und ein wenig Keyboard, das er sich selbst beigebracht hat. Das Instrument «Hang» sticht heraus. Das Berner Instrument, das mit der «Hang», also mit der Hand gespielt wird, hat es Wolf angetan. «Mich fasziniert der klare Klang, der mit einem so schlichten Instrument erzeugt wird», schwärmt Wolf. Wieder war es ein Youtube-Video, das ihn darauf aufmerksam machte. «Ich konnte von einem Bekannten meines Schlagzeuglehrers ein Instrument ausleihen.» Wolfs liebstes Instrument sei es nicht. «Diesen Platz hat das Gajon, eine Holzkiste, auf der man sitzt und mit verschiedenen Techniken daraufschlägt. Es ist so vielfältig, obwohl es sehr einfach aussieht», meint Wolf. Beim «Hang» und bei den anderen Instrumenten spielt Andreas Wolf nach Gefühl. «Musiktheorie und Noten lesen sagen mir nicht zu. Ich möchte lieber ausprobieren», erklärt Wolf. Dementsprechend hat er die Lieder für die Maturaarbeit nie niedergeschrieben. Sie seien durch Ausprobieren entstanden, erzählt Wolf.

Stücke von verschiedensten Stilrichtungen

Für seine Maturaarbeit hat er Lieder aus verschiedensten Genres gecovert. Darunter sind ruhige Gesangsstücke, Rap-Songs und aufregendere Gesangsstücke. «Ich selbst höre sehr viel unterschiedliche Musik und wollte nach aussen zeigen, dass man nicht nur einen Musikstil gerne haben muss.» Er wollte sie nicht genau gleich wie das Original spielen. «Das wäre sehr einschränkend gewesen», erklärt Wolf. «Lieder von Grund auf neu zu erfinden, wäre aber zu schwierig gewesen.» Deshalb habe er sich auf bestehenden Melodien abgestützt und so etwas Eigenes kreiert.

Ein bisschen Nervosität gehört dazu

Um die Covers zu entwickeln, brauche es Zeit. «Während der ersten Monate habe ich viel allein gearbeitet, um zu lernen, die Loopstation zu bedienen», sagt Wolf. «Es sieht einfacher aus, als es ist.» Es brauche viel Fingerspitzengefühl, um sie zu beherrschen. «Wir haben etwa einen Monat vor dem Konzert gemeinsam zu proben begonnen», sagt Wolf. Auf die Frage, wie gut die Probedisziplin unter Kollegen sei, grinst Wolf und sagt: «Die Disziplin sieht natürlich anders aus, als wenn man mit dem Schlagzeuglehrer übt.» Vor allem, weil sie sich alle gut verständen, sei die Konzentration nicht immer gut gewesen. «Sobald wir aber einen Ansatz hatten, hat es sehr viel Spass gemacht, zusammenzuarbeiten», versichert Wolf.

Öffentlich aufzutreten, sei für ihn nichts Neues. Er sei schon zweimal im Theater Uri im Format Trafo, der Talentplattform für Urner Kulturschaffende, aufgetreten. «Ausserdem habe ich schon an einem Ensemblewettbewerb teilgenommen und andere kleine Auftritte mit dem Schlagzeugensemble gehabt», erzählt er. Trotzdem sei er aufgeregt. Dies vor allem, weil er mit dem ersten Konzert für die Maturabewertung nicht zufrieden war. Die Organisation sei sehr stressig gewesen, und es habe nicht alles sofort funktioniert. Das sei jedoch nicht schlimm: «Ein wenig Nervosität gehört dazu», meint Wolf. Er hofft, dass ausser Familie und Freunden noch mehr Interessierte kommen, um das Konzert zu hören. «Wir möchten einen coolen Abend, der gut tönt und was hergibt», sagt Wolf.

Musik noch als Hobby geniessen

Wenn es gut läuft, möchte Wolf wieder ein ähnliches Konzert geben. «Es macht mir sehr viel Spass», sagt er und ergänzt mit einem Schmunzeln: «Die Loop­station wäre eine teure Anschaffung gewesen für nur ein Konzert.» Langsam habe er das Gefühl, den Dreh rauszuhaben: «Jetzt macht es umso mehr Spass.» Wolf hat musikalisch noch andere Pläne: Er möchte vielleicht bei einer Punk-Rock-Band Schlagzeug spielen. «Ich wurde angefragt und probiere aus, ob ich überhaupt so spielen kann. Es ist um einiges aggressiver als die Musik, die ich bisher spielte», so Wolf.

Auf die Frage, ob er die Musik zum Beruf machen will, sagt er: «Im Moment möchte ich sie als Hobby geniessen, denn so ist es viel ungezwungener. Ich kann dann Musik machen, wenn mir danach ist. Ich fühle mich auch noch nicht sicher genug, um die Musik zum Beruf zu machen.»

Hinweis

Das Konzert «Loopenrein» findet heute Dienstag um 20 Uhr im Theater Uri statt. Weitere Informationen unter www.theater-uri.ch

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