Korporation Uri rechnet mit Plus

Für das kommende Jahr wird ein Ertragsüberschuss von 25425 Franken budgetiert. Eine Änderung steht im Kulturkloster bevor. Für die historische Liegenschaft wird eine Nachfolgeregelung gesucht.

Markus Zwyssig
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Für das heutige Kulturkloster wird ab 2020 eine Nachfolgeregelung gesucht. (Bild: PD, Altdorf, 4. September 2017)

Für das heutige Kulturkloster wird ab 2020 eine Nachfolgeregelung gesucht. (Bild: PD, Altdorf, 4. September 2017)

Die Korporation Uri erwartet im Budget 2019 wiederum schwarze Zahlen. Bei einem Aufwand von 5,553 Millionen Franken und einem Ertrag von 5,579 Millionen Franken wird mit einem Ertragsüberschuss von 25425 Franken gerechnet. Das Gesamtergebnis kann jedoch nicht auf Vorjahresniveau gehalten werden.

Die Hauptgründe liegen einerseits bei der Abflachung der Zinserträge auf Vermögensanlagen sowie zusätzlichen Investitionen in eigene Liegenschaften. Die Korporation Uri stehe aber auf einer unverändert soliden und gesunden finanziellen Basis, heisst es in der Medienmitteilung zum Voranschlag 2019.

Wohnungen der Korporation stehen zurzeit keine leer

Trotz der Veränderungen auf dem Immobilienmarkt mit einem zunehmenden Wohnungsangebot besteht auf den eigenen Liegenschaften der Korporation Uri derzeit kein Leerwohnungsbestand. Das Negativzinsumfeld besteht seit 2015. Die Zinsen dürften auch im nächsten Jahr auf einem sehr tiefen Niveau verharren. Ein Zinsschritt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) wird gegen Ende 2019 oder sogar erst 2020 erwartet.

Auf politischer Ebene wurde in den vergangenen Monaten intensiv über eine substanzielle Reduktion der Wasserzinsen diskutiert. Die Senkung des Wasserzinses von 110 Franken auf 80 Franken pro Kilowatt Bruttoleistung, die im Raum stand, scheint bis ins Jahr 2024 vom Tisch zu sein. Bundesrat und Parlament haben sich auf die Beibehaltung des heutigen Wasserzinsmaximums bis zur Einführung des neuen Strommarktmodells 2025 geeinigt.

Arbeitsgruppe strebt nachhaltige Nutzung an

Das ehemalige Kapuzinerkloster und heutige Kulturkloster in Altdorf steht im Eigentum der Korporation Uri. Im Zuge der anstehenden Betriebsnachfolge ab 2020 wurde eine Arbeitsgruppe «Zukunftsplanung Kloster 2030» ins Leben gerufen mit dem Ziel, eine nachhaltige Nutzung der historischen Liegenschaft sicherzustellen. Nach wie vor bilden die Einnahmen aus Regalien und Konzessionen mit 55,6 Prozent die wichtigste Ertragsquelle der Korporation Uri. Daneben werden mit Vermögenserträgen aus Liegenschaften, Anlagen sowie Pacht- und Baurechtszinsen rund ein Drittel der Einnahmen generiert.

Durch eine Abflachung der Zinserträge auf Festgeldanlagen im Negativzinsumfeld sinken die Erträge auf Wertschriftenanlagen. Teilweise können diese Ertragsausfälle durch Dividendenerträge aus Beteiligungen an Kraftwerksanlagen, beispielsweise bei der KW Bristen AG und bei der KW Gurtnellen AG, kompensiert werden.

Bei den Wohnliegenschaften wird den veränderten Rahmenbedingungen auf dem Immobilienmarkt Rechnung getragen. Die Attraktivität der eigenen Mietobjekte soll durch gezielte Investitionen gesteigert werden.

Attinghausen: Investitionen beim Burgblock nötig

2019 findet im Ring in Altdorf die ordentliche Korporationsgemeinde statt. Die Kosten sind im Voranschlag mit 60500 Franken budgetiert. Neben dem laufenden baulichen Unterhalt erfolgen grössere Investitionen beim Burgblock Attinghausen sowie mit der Sanierung der Sockelfassade beim Verwaltungsgebäude der Korporation Uri. Für 2019 wird mit Kantonssteuern von rund 50000 Franken und einer Mehrwertsteuerabgabe von 35000 Franken gerechnet.

Der Mindestzinssatz für die Berufliche Vorsorge per 1. Januar 2019 wurde vom Bundesrat unverändert bei 1 Prozent belassen. Dieser BVG-Referenzsatz gilt als Grundlage zur Verzinsung der Fonds der Korporation Uri. Allein für diese Position ergeben sich Passivzinsen von 337000 Franken, die zu Lasten der Erfolgsrechnung verbucht werden. Mit Zusatzkosten rechnet der Engere Rat bei der Beratung von Alpkonzepten, welche durch Strukturanpassungen begründet sind.

Kompetenz für Parzellentausch in Seedorf

Der Korporationsrat Uri muss an seiner Sitzung vom Freitag, 30. November, auch über einen geplanten Tausch von Landparzellen in Seedorf befinden. Konkret soll der Engere Rat die Kompetenz erhalten, der Firma Emil Gisler AG und deren Tochtergesellschaft Gipo AG eine 1566 m2 grosse Parzelle im Gebiet Weid (Wert: 172'260 Franken) zur Erweiterung der Infrastruktur abzugeben. Die neue und dauerhafte Zuweisung von der Landwirtschaftszone in die Industriezone ist mit der am 9. Januar 2018 genehmigten Änderung des Nutzungsplanes Weid erfolgt.

Die Abgabe der dortigen Korporationsparzelle soll im Tausch mit einer 3637 m2 grossen Teilparzelle der Emil Gisler AG in der Reussmatt (Wert: 181'850 Franken) geschehen. Die neue Parzelle soll ins Finanzvermögen übergehen. Die anfallende Mehrwertabgabe sowie sämtliche Abklärungs-, Verschreibungs-, Vermessungs- und Notariatskosten würden gemäss Antrag des Engeren Rates durch die Emil Gisler AG übernommen.

Vertrag mit der Company Golf AG

Der Engere Rat möchte zudem den Auftrag und die Kompetenz erhalten, auf der neuen Parzelle Reussmatt mit der Company Golf AG einen Vertrag über ein unselbstständiges Baurecht mit einer Laufzeit von 30 Jahren abzuschliessen. Der jährliche Baurechtszins für die 3637 m2 beträgt gemäss Antrag des Engeren Rats 2 Franken pro m2.

Land für Arrondierung auf dem Urnerboden

Schliesslich beantragt der Engere Rat dem Grossen Rat der Korporation Uri, Benjamin Gisler-Imholz, Urnerboden, für die Erweiterung der Liegenschaft Waldhüsli 106 m2 Allmendboden zum Preis von total 8480 Franken zu verkaufen. (bar)