Korporation Uri: Positives Budget dank Fondsentnahme

Die Korporation Uri hat sich verpflichtet, in den nächsten fünf Jahren 1,71 Millionen Franken in den Urner Wald zu investieren.

Urs Hanhart
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An der Versammlung des Korporationsrats Uri vom Freitag standen zwei Finanzgeschäfte im Zentrum. Zunächst gab es aber ein Wahltraktandum. Verwalter Lukas Wyrsch wurde neu in den Verwaltungsrat der Kraftwerk Göschenen AG gewählt. Er ersetzt alt Vizepräsident Peter Ziegler. Zudem wird Wyrsch die Korporation Uri auch im Verwaltungsrat der Kraftwerk Schächen AG vertreten. Bisher tat dies Vizepräsident Kurt Schuler.

Die Versammelten erteilten einem Verpflichtungskredit von 1,71 Millionen Franken für fünf Jahre (2020 bis 2024) an den Kanton für den Urner Wald einstimmig grünes Licht. 1,5 Millionen Franken werden in die Schutzwaldpflege fliessen. 195000 Franken gehen an die Zwangsnutzung, die restlichen 15000 Franken an die Jungwaldpflege.

Die Korporation Uri richtet seit 2001 Beiträge an die kantonalen Waldbauprojekte aus. Der Beitragssatz der Korporation beträgt 30 Prozent des Kantonsbeitrags. Was anfänglich jährlich 100000 Franken verursachte, ist seit Einführung des neuen NFA 2008 auf 300000 Franken angestiegen. Seit elf Jahren werden für die einzelnen Komponenten zur Pflege und Bewirtschaftung des Waldes Programmvereinbarungen zwischen Bund und Kanton abgeschlossen. Der Kanton seinerseits schliesst Programmvereinbarungen für die einzelnen Projekte mit den Korporationsbürgergemeinden ab. Daran richtet die Korporation Uri ihre Beiträge aus.

Transparenz soll verbessert werden

Der gestern gutgeheissene Antrag beinhaltete nebst dem erwähnten Verpflichtungskredit noch fünf weitere Punkte. Dem Engeren Rat wurden zweitens Auftrag und Kompetenz erteilt, den Verpflichtungskredit durch eine Vereinbarung mit dem Kanton Uri (Sicherheitsdirektion, Amt für Forst und Jagd) zu regeln. Die Punkte drei bis sechs des Antrags lauten folgendermassen: «Die Korporation Uri sowie die Korporationsbürgergemeinden sind vom Amt für Forst und Jagd aktiv in die waldpolitischen Angelegenheiten miteinzubeziehen. Die Leistungen der Korporation Uri bei den Betriebsabrechnungen sind vom Amt für Forst und Jagd transparent aufzuzeigen und gegenüber den Korporationsbürgergemeinden zu dokumentieren. Bei den schriftlichen Verfügungen des Forstamts ist der Korporationsbeitrag zu erwähnen und die Korporation Uri ist mit einer Verfügung zu bedienen. Zu den Waldbegehungen/Projekten des Forstamtes ist die Korporation Uri einzuladen.» Zu den Zusatzpunkten sagte Präsident Rolf Infanger: «Es kann nicht sein, dass wir jährlich viel Geld in den Wald investieren und sich dies schlussendlich nur der Kanton auf die Fahne schreibt.» An der Sitzung wurde auch das Budget 2020 präsentiert, beraten und schliesslich einstimmig genehmigt. Prognostiziert ist bei einem Ertrag von rund 5,92 Millionen und einem Aufwand von rund 5,9 Millionen ein Mehrertrag von 17775 Franken.

Gegenüber dem Voranschlag 2019 (Ertragsüberschuss 25425 Franken) wächst der Ertrag um 6,05 und der Aufwand um 6,2 Prozent. Der ausgewiesene Mehrertrag wird durch eine Fondsentnahme über 120000 Franken aus den Spezialfinanzierungen ermöglicht. Auf der Aufwandseite gibt es eine Zunahme der Beiträge an Alp- und Bodenverbesserungen. Zudem werden Investitionen von 250000 Franken zur Neuausrichtung des Kulturklosters vorgenommen.

Das ehemalige Kapuzinerkloster ist im Besitz der Korporation Uri.

Das ehemalige Kapuzinerkloster ist im Besitz der Korporation Uri.

Bild: Urs Hanhart

Solide Basis, aber Ausgaben kritisch hinterfragen

Auf der Ertragsseite des Korporationsbudgets wird wegen des Negativzinsumfelds eine Reduktion der Zinserträge auf Festgeldanlagen und Wertschriften erwartet. Dafür geht man beim Dividendenertrag aus Beteiligungen von einer Zunahme aus. Bei den Mietzinseinnahmen auf eigenen Liegenschaften hat man zurückhaltend budgetiert. Der Zunahme der kantonalen Leerstandsquote wird im Budget 2020 mit einer vorsorglichen Reduktion der erwarteten Mieteinnahmen Rechnung getragen.

Nach wie vor bilden die Einnahmen aus Regalien und Konzessionen mit 53,5 Prozent die wichtigste Einnahmequelle. «Es darf festgehalten werden, dass die Korporation Uri auf einer unverändert soliden Basis steht», sagte Verwalter Wyrsch. Er betonte aber auch: «Der Korporation Uri geht es gut – oder vielleicht noch gut. Wir alle sind gefordert, die Ausgaben kritisch, fair und sachlich zu hinterfragen. Nicht weniger gross ist die Herausforderung für uns, neue Einnahmen zu generieren.»

Zum Schluss beantwortete der Engere Rat einige Fragen von Korporationsrat Peter Truttmann, Seelisberg, zu den Sonderallmenden. Geplant ist, keine Änderungen vorzunehmen, ausser bei den Sonderallmenden in der Gemeinde Seelisberg. Dieses Thema soll an der nächsten Sitzung im Frühling ausgiebig behandelt werden.