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Korporation Uri setzt ein Zeichen

Der Korporationsrat hat für die Erschliessung der Alp Alplen einen Beitrag von maximal 504000 Franken bewilligt.
Urs Hanhart
Das alte Kapuzinerkloster soll seine Ausstrahlung weiterhin behalten. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 26. September 2019)

Das alte Kapuzinerkloster soll seine Ausstrahlung weiterhin behalten. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 26. September 2019)

Ein Felssturz unterbrach im Herbst 2017 den Felsenweg, der den Oberstafel der Alp Alplen in der Gemeinde Unterschächen erschliesst. Seither ist der Weg aus Sicherheitsgründen für die Alpbewirtschaftung gesperrt. Als Übergangslösung wurde 2018 zum Transport der Tiere eine mobile Transportseilbahn erstellt. Es handelt sich jedoch um keine dauerhafte Lösung.

Nach intensiven Abklärungen zur künftigen Bewirtschaftung der Alp und zur Wiederherstellung der Erschliessung entschied die Hirteverwaltung Fiseten-Alplen, an der bisherigen Bewirtschaftungsform festzuhalten und die Felssturzstelle mit dem Bau eines 300 Meter langen Tunnels zu umgehen. Die Kosten werden auf 2,8 Millionen Franken geschätzt, wobei 1,95 Millionen Franken auf den Tunnelbau entfallen.

An der gestrigen Sitzung der Korporation Uri, die wie gewohnt im Rathaus über die Bühne ging, wurde dieses Projekt einstimmig genehmigt. Gemäss der Verordnung über die Subventionspraxis der Korporation Uri ist der Hirteverwaltung Fiseten-Alplen ein Beitrag von 18 Prozent an die beitragsberechtigten Kosten von 2,8 Millionen Franken zugesichert worden. Das sind maximal 504000 Franken. Geplant ist, das Projekt in den Jahren 2020 bis 2022 zu realisieren. Bei der Bauausführung soll auf die Bedürfnisse des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes Rücksicht genommen werden.

Noch bessere Nutzung als vor dem Felssturz

«Für uns ist klar, dass die bisherige Bewirtschaftungsform beibehalten werden soll, zumal in den letzten Jahren viel Geld in Alp Alplen investiert worden ist», sagte Wendelin Loretz, Präsident der Prüfungskommission. Dann fügte er noch an: «Die Tunnelvariante ist zwar die teuerste, hat aber viele Vorteile. Die Alp kann mit dieser Lösung sogar besser als vor dem Felssturz genutzt werden.» Damit meinte er unter anderem die geringen Unterhaltskosten und die Möglichkeit, das Vieh bei frühen Schneefällen schnell ins Tal bringen zu können. Zum Schluss betonte Loretz: «Wir wollen hier ein Zeichen setzen in der Hoffnung, dass auch der Landrat zustimmen wird.» Dieses Projekt wird nächste Woche von der Urner Legislative behandelt.

Die Korporation besitzt in der Gemeinde Erstfeld die Liegenschaft Hirschmatt. Dabei handelt es sich um eine landwirtschaftliche Parzelle mit darauf stehendem Haus und Stall, die zusammengebaut sind. Nach Aufgabe des Landwirtschaftsbetriebes durch die Familie Imholz wurde das Landwirtschaftsland an einzelne Landwirte verpachtet. Der Engere Rat hat vor einem Jahr einen Grundsatzentscheid getroffen, wonach das Wohnhaus und der Holzschopf abgebrochen werden sollen, sowie der Bau einer neuen Remise in Betracht gezogen wird. Das Wohnhaus ist baufällig und nicht mehr bewohnbar.

An der gestrigen Sitzung war für den Abbruch des Gadenhauses und den Neubau einer Remise auf der Liegenschaft Hirschmatt ein Kredit von 198000 Franken traktandiert. Allerdings wurde auf Ansinnen von Anton Furger gar nicht auf dieses Geschäft eingetreten. Sein Antrag auf Rückweisung wurde mit 24:7 Stimmen gutgeheissen. Nun muss das Ganze überarbeitet und an einer der nächsten Sitzungen nochmals vorgelegt werden.

Im Zusammenhang mit der Liegenschaft Hirschmatt kam es zudem zu einer Allmendvergabe im Baurecht nach ZGB. Diese betrifft 500 Quadratmeter für einen Wohnhausneubau, den Pius Püntener, Erstfeld, beabsichtigt.

Das Kloster als Leuchtturmprojekt

An der gestrigen Sitzung orientierte Vizepräsident Kurt Schuler noch kurz über die Zukunft des alten Kapuzinerklosters in Altdorf, das sich im Besitz der Korporation Uri befindet. Er betonte: «Dem Engeren Rat ist es ein grosses Anliegen, die Ausstrahlung des Klosters weiterzuführen und das beachtliche Potenzial weiterhin zu nutzen.» Von den bisherigen Mietern sei das Interesse an gewissen Räumlichkeiten sowie die Weiterführung von Kursangeboten angemeldet worden.

Demnächst soll nun ein Betriebsverein aus der Taufe gehoben werden, der von Verwalter Lukas Wyrsch präsidiert wird. «Zurzeit laufen Abklärungen in Bezug auf die Bildung eines Betriebsleitungsteams», erklärte Schuler und weiter: «Dem Engeren Rat ist es bewusst, dass die Übergabe des Klosters von der heutigen Rechtsform einer einfachen Gesellschaft an einen Betriebsverein eine Herausforderung ist. Es geht vor allem darum, die bereits vorhandenen Werte und Erfahrungen mit neuen Ideen und Modellen zusammenzuführen. Das Ziel wird es sein, den Betrieb kostendeckend zu führen.»

Nur dank der Bereitschaft der Korporation Uri als Eigentümerin, einen Beitrag an die Basiskosten zu leisten, sei es möglich, auch in Zukunft das alte Kapuzinerkloster zu einem Leuchtturmprojekt über die Kantonsgrenzen erstrahlen zu lassen, so der Vizepräsident, der auch selber als Mitglied im Vorstand des Betriebsvereins Einsitz nehmen wird.

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