Korporation Uri will Militär-Objekte kaufen

Unter anderem sollen der Heli-Hangar Altdorf, die Truppenunterkunft Klausenpass und die Küchenbaracke Gütsch in Göschenen übernommen werden. Ein Kredit von 150'000 Franken ist beantragt.

Florian Arnold
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Die Korporation möchte den Altdorfer Heli-Hangar von Armasuisse abkaufen.

Die Korporation möchte den Altdorfer Heli-Hangar von Armasuisse abkaufen.

Bild: Florian Arnold (Altorf, 14.2.2020)

Das VBS veräussert zurzeit eine grosse Anzahl an Immobilien. Auch mit der Korporation Uri wurden Verhandlungsgespräche geführt. Nun hat sich der Engere Rat für den Erwerb von 57 Anlagen entschieden, wie aus den Unterlagen zur Korporationsratssitzung vom 28. Februar hervor geht. «Wir haben uns vor allem auf Objekte konzentriert, die auf dem Gebiet der Korporation liegen, angrenzen oder umschlossen sind», sagt Kurt Schuler, Vize-Präsident der Korporation Uri, der schon bei den ersten Gesprächen vor rund zwei Jahren dabei war. Damit könne eine Arrondierung von Korporationsgebiet erreicht werden.

Beim grössten Teil der Anlagen handelt es sich um Kleinstanlagen, wie etwa Unterstände. «Die Stilllegung dieser Anlagen ist unproblematisch, da diese gut verschlossen werden können und meistens unterirdisch vorhanden sind», heisst es in den Unterlagen. Neben diesen Kleinanlagen hat der Engere Rat auch grössere Objekte ins Auge gefasst: So etwa den Heli-Hangar Altdorf, die Truppenunterkunft beim Hotel Klausenpasshöhe sowie die die Küchenbaracke auf dem Gütsch. Für diese drei Objekte liesse sich eine zivile Nachnutzung realisieren. Bei der Truppenunterkunft Klausenpass sollen auch die Mobilien von der Korporation Uri übernommen werden. «Die Küchenbaracke Gütsch wird an die Alpgenossenschaft Riental verkauft und im Grundbuch als Baurecht auf Allmend eingetragen werden», schreibt der Engere Rat.

Heli-Hangar soll vermietet werden

Ursprünglich wollte das VBS den Heli-Hangar in der Wyt-Allmend der Gemeinde Altdorf verkaufen. Aufgrund des damaligen Kaufvertrages zwischen Korporation und der Eidgenossenschaft hat jedoch die Kor-poration Uri das vorrangige Rückkaufsrecht. Interesse am Hangar hat bereits das Amt für Raumentwicklung des Kantons bekundet. Ein Teil der Parzelle mit dem Gebäude befindet sich in der Zone für öffentliche Bauten. Formell muss die Umnutzung vom Militär in eine zivile von der Gemeinde Altdorf noch bewilligt werden. Die Anlage ist umgeben von Korpora-tionsgebiet. Es ist davon auszugehen, dass das Gebäude zu einem marktüblichen Preis an den Kanton oder die Gemeinde Altdorf vermietet werden kann. Der Standort ist sehr zentral. Die militärischen Helikopter müssen zukünftig den Hangar in Erstfeld benutzen.

Eine Vorabklärung für eine Umnutzung der Gebirgsunterkunft Klausenpass hat ergeben, dass eine Umnutzung unter bestimmten Voraussetzungen für eine zivile Nutzung möglich wäre. Erschwerend bei dieser Anlage komme hinzu, dass sich die Anlage auf zwei Baurechtsparzellen befindet. Für den Eingangsbereich hat die Klausenpassbetriebe AG dem VBS ein Baurecht erteilt. Die Klausen-passbetriebe AG ist bereit, das Baurecht an die Korporation Uri abzutreten. «Der Erwerb macht nur Sinn, wenn sich die Anlage auf dem gleichen Grundeigentum befindet», so die Korporation. 2028 würde diese ohnehin an die Korporation Uri zurückfallen. «Es empfiehlt sich jedoch, die Anlage jetzt schon zurück zu erwerben.» Allerdings macht sich der Engere Rat nichts vor: Eine Nachnutzung werde nicht einfach zu realisieren sein.

Korporation stellt Unterkunft zur Verfügung

Die Küchenbaracke Gütsch wird von der Alpgenossenschaft Riental als Unterkunft für ihren Hirten genutzt. Bisher bestand ein Mietvertrag zwischen VBS und Alpgenossenschaft. Diese wollte die Baracke nun erwerben, die Korporation intervenierte allerdings. Die Korporation Uri wird das Grundeigentum als «Baurecht auf Allmend» der Alpgenossen-schaft Riental zu alpwirtschaftlichen Zwecken gratis zur Verfügung stellen. Die zivile Nutzung des Gebäudes ist Sache der Alpgenossenschaft. «Die Korporation kauft das Gebäude zum Zwecke der Alpwirtschaft und kann es an die Alpgenossenschaft weiterverkaufen. Eine Miete ist bei Baurechten auf Allmend nicht üblich», so die Korporation.

Für das VBS sei es immer wichtig gewesen, ein Gesamtpaket zu schnüren. «Das VBS wollte die Parzellen und Objekte gesamthaft abgeben und nicht einzeln.» Dabei würden die Anlagen, die nicht zivil nachgenutzt werden, innerhalb von 5 Jahren stillgelegt. «Das VBS wird keinen Rückbau vornehmen und auch keine Rückbaukosten übernehmen.» Für den Hangar in Altdorf macht das VBS aber eine Gewinnbeteiligung geltend.