Georg Simmen denkt über Kandidatur für Urner Regierungsrat nach

Talschreiber Georg Simmen tritt im Frühjahr 2020 zurück. Zudem hat der Talrat Ursern an seiner ersten Sitzung im Jahr 2019 den Rückzug der Initiative «Keine Herdenschutzhunde im Urserntal» zur Kenntnis genommen.

Bruno Arnold
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Der Talschreiber der Korporation Ursern, Georg Simmen, schliesst eine Kandidatur bei den Regierungsratswahlen 2020 nicht aus. (Bild: PD)

Der Talschreiber der Korporation Ursern, Georg Simmen, schliesst eine Kandidatur bei den Regierungsratswahlen 2020 nicht aus. (Bild: PD)

Talschreiber Georg Simmen, Realp, hat angekündigt, die Korporation und das Elektrizitätswerk Ursern im Frühling 2020 zu verlassen. «Er will eine neue Herausforderung im politischen Bereich suchen», heisst es in einer Medienmitteilung der Korporation Ursern vom Montag. «Ich schliesse eine Kandidatur bei den Regierungsratswahlen 2020 nicht aus», konkretisierte Simmen auf Anfrage seine Pläne. Der Talrat Ursern hat daher beschlossen, die Stelle im Frühjahr 2019 auszuschreiben, um zum Zeitpunkt der Kündigung eine Nachfolge präsentieren zu können.

Talschreiber-Stellvertreter Hans-Werner Nager, Realp, geht per Ende 2019 in Pension. Auf den 1. Januar 2020 wurde Sandro Baumann als neuer Stellvertreter des Talschreibers gewählt. Baumann ist bereits seit Dezember 2017 für das EW Ursern im Finanzbereich tätig und soll nach der Pensionierung von Hans-Werner Nager auch Aufgaben bei der Korporation Ursern übernehmen.

Herdenschutzhunde: Initiative zurückgezogen

«Die Initianten haben die Initiative ‹Keine Herdenschutzhunde im Urserntal› zurückgezogen», konnte Talammann Beat Schmid an der ersten Sitzung im Jahr 2019, dem so genannten «Kindlirat», weiter bekannt geben (siehe auch «Zentralschweiz am Sonntag» vom 16. Dezember 2018). Damit sei den Bemühungen der Korporation Ursern Rechnung getragen worden, bei künftigen Herdenschutzhunden-Projekten zusammen mit den Verantwortlichen des Kantons Uri genau zu prüfen, ob sich das vorgesehene Gebiet überhaupt für einen Einsatz dieser Hunde eigne oder ob im Zweifelsfall eher zum Einsatz von alternativen Herdenschutzmassnahmen zu raten sei. Der Talrat Ursern hat darum beschlossen, diese Initiative am Protokoll abzuschreiben.

Baurecht für Lawinenverbauungen am Oberalppass

Der Talrat Ursern hat in eigener Kompetenz der Matterhorn Gotthard Bahn ein Baurecht für Lawinenverbauungen in den Gebieten Staflerbord und  Harte Planggen West und Ost erteilt. Es handelt sich dabei gemäss Jan Bärwalde, Mediensprecher der Matterhorn Gotthard Bahn, um den Lawinenkorridor, den das Unternehmen voraussichtlich ab Mitte 2019 in drei Etappen realisieren will. Das Staflerbord und der Harte Planggen Ost liegen - vom Oberalpass her Richtung Nätschen fahrend - vor dem Galerieportal, der Harte Planggen West auf der anderen Seite der Galerie. Die Verbauungen sollen die bestehenden Lawinenschutzbauten verstärken. Dies werde einerseits mehr Schutz bringen und gleichzeitig die Verfügbarkeit der Strecke erhöhen. Über das ganze Jahr liege diese aktuell bei 97 Prozent. Ein Plangenehmigungsverfahren für das Bauprojekt ist im Dezember beim Bundesamt für Verkehr eingereicht worden. Von den projektierten Kosten von 7 Millionen Franken soll das Bundesamt für Umwelt 40 Prozent (2,8 Millionen Franken) tragen, der Kanton Uri 5 Prozent (350'000 Franken) und die Bahn den Rest von 55 Prozent (3,85 Millionen Franken).

Im Weiteren hat der Talrat Ursern über erleichterte Einbürgerungen befunden und als Vorbereitung für die Talgemeinde 2019 zur Kenntnis genommen, dass es drei ordentliche Einbürgerungen geben soll. Traditionellerweise spendet die Korporation Ursern anlässlich des «Kindlirats» einen Beitrag an eine wohltätige Institution. Dieses Jahr soll diese Spende an eine Organisation gehen, die bedürftige Kinder in der Schweiz unterstützt.