Korporation verkauft fremde Christbäume

Die meisten Urner Bürgergemeinden bieten dieser Tage Christbäume an. Doch viele stammen gar nicht aus dem eigenen Wald. Sie müssen auswärts eingekauft werden.

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Hubert Gamma (vorne), der Leiter im Forstrevier Schattdorf-Bürglen, begutachtet mit seinen Kollegen die Bäume. (Bild: Urs Hanhart / Neue  UZ)

Hubert Gamma (vorne), der Leiter im Forstrevier Schattdorf-Bürglen, begutachtet mit seinen Kollegen die Bäume. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

«Nur die ganz grossen Bäume, die auf dem Lehn oder beim Rathaus stehen, stammen aus dem eigenen Bannwald», sagt der Altdorfer Bürgerschreiber Karl Marty. «Die meisten Bäume beziehen wir bei einem Schweizer Bauern.» Dieser liefere Weiss- und Nordmanntannen. Grund für die Lieferung von auswärts: «Der Wald gibt zu wenig her», so Marty. Und: «Jungwaldpflege können wir mit dem Christbaumverkauf nicht betreiben. Die Leute wollen nur schöne Bäume.» Rund 200 Stück werden beim Christbaumverkauf abgesetzt.

Ähnlich sieht es in Schattdorf aus. «Nur wenige Bäume können im eigenen Wald geschlagen werden», sagt Hubert Gamma, Leiter im Forstrevier Schattdorf-Bürglen. «Rund 200 Weisstannen werden benötigt. 180 davon bestellen wir bei einem Schweizer Lieferanten, der eine Anlage für Baumzucht besitzt.» Einzig die grossen Bäume, die auf dem Dorfplatz oder in der Kirche stehen, stammen aus dem eigenen Wald.

Ganz auf einheimische Bäume setzt man bei der Korporationsbürgergemeinde Seedorf. Es werden aber nur Föhren und Fichten (Rottannen) angeboten. Aus dem Wald geholt wird, was man effektiv braucht. «Bei uns wird per Flugblatt bestellt», erklärt Werner Arnold.

Flüeler haben Christbaum-Plantage

Eine eigene Plantage für Christbäume (Rottannen) gibt es in Flüelen. «Wir verkaufen jährlich rund hundert Rottannen», sagt Forstwart Wendelin Gisler. Die Bäume hole man beim Standort auf der oberen Planzeren. Zudem würden immer wieder neue Bäume gesetzt. Aber auch Flüelen bezieht hundert Weisstannen bei einem Schweizer Produzenten.

Markus Zwyssig

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