Korporation will Gold behalten

Die Korporation Uri will nicht auf die Nutzung der eigenen Gewässer und der Windkraft verzichten. Mit 25 zu 16 Stimmen sagte der Rat Nein zum Snee-Vertrag.

Drucken
Teilen
Der Kärstelenbach ob Amsteg. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Der Kärstelenbach ob Amsteg. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Mit dem Schutz- und Nutzungskonzept erneuerbare Energien (Snee) wurde festgelegt, wo in Uri künftig Anlagen für die Förderung von erneuerbaren Energien erstellt werden dürfen und wo Landschaften und Fliessgewässer ungeschmälert erhalten bleiben sollen. Uri setzt dabei auf das Wasser. Total 49 Gewässer sollen zur Nutzung freigegeben, andere wegen des kleinen Energiepotenzials und aufgrund des landschaftlichen und ökologischen Werts nicht genutzt werden.

Am Freitag ging es an der Sitzung des Grossen Rats um den Snee-Vertrag zwischen der Korporation Uri und dem Kanton Uri. Die Hauptpunkte: Die Korporation verzichtet nicht nur auf die Ausschöpfung von 24 Prozent ihres theoretischen Wasserkraftpotenzials, sondern auch auf den Bau von Windkraftanlagen auf ihrem Hoheitsgebiet sowie auf die Realisierung grossflächiger frei stehender Solaranlagen.

Für diesen Verzicht wird die Korporation Uri mit der Beteiligung an drei grossen Wasserkraftwerkprojekten entschädigt. Werden diese Werke realisiert, kann die Korporation mit Einnahmen von jährlich 300'000 Franken rechnen.

Argumente pro und contra

«Wir haben jetzt drei Jahre lang faire und gute Verhandlungen mit dem Kanton geführt», betonte Korporationspräsident Alois Arnold. «Wir können uns am KW Alpbach und am KW Meiental beteiligen, was ohne Snee nicht möglich wäre», betonte er. «Ohne etwas zu machen, erhalten wir 300'000 Franken pro Jahr. Mehr konnte die Korporation nicht herausholen. Wir sollten den Vertrag genehmigen», so Arnold.

«Unser Potenzial ist das Wasser», meinte dagegen Kurt Schuler. Auch die kleinen Korporationsgewässer würden über ein «ungeheures Potenzial» verfügen. Er sei nicht grundsätzlich gegen ein Snee-Konzept, aber für ihn komme der Vertrag zum falschen Zeitpunkt. «Die Zukunft ist angesichts des geplanten Atomausstiegs sehr ungewiss», erklärte Schuler.

Deutliche Ablehnung

Nach einem argumentativen Schlagabtausch beider Lager etwa über die vertragliche Gebundenheit oder den Einbezug in die Konzeptarbeiten wurde der Vertrag mit dem Kanton Uri in der Schlussabstimmung mit 25 Nein zu 16 Ja relativ deutlich abgelehnt.

Bruno Arnold/red

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Urner Zeitung oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.