Korporation zeigt Solidarität gegenüber Obwaldner Gewerbe

Angesichts der Coronakrise hat die Korporation Alpnach entschieden, den Korporationsnutzen im Wert von 100 Franken in Gutscheinen auszuzahlen. Sie gelten unter anderem für die Benutzung der Pilatus-Bahnen. 

Robert Hess
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Das Coronavirus hinterlässt auch in der Korporation Alpnach Spuren. So musste die Korporationsversammlung vom 5. Mai abgesagt werden. Sie wird durch eine Urnenabstimmung am Dienstag, 23. Juni, 18 bis 20 Uhr, bei der Korporationskanzlei, ersetzt. Die briefliche Stimmabgabe bleibt aber möglich und ist erwünscht.

Neben einigen bedeutenden Sachgeschäften legt der Korporationsrat am 23. Juni die Jahresrechnung 2019 sowie die Ausschüttung des Korporationsnutzens von je 100 Franken an die rund 800 Berechtigten zur Genehmigung vor. Dabei lässt sich der Rat unter der Führung von Präsident Walter Hug aus Anlass der Coronakrise vom Solidaritätsgedanken leiten. Die diesjährige Ausschüttung soll nämlich einmalig nicht in bar erfolgen, sondern in Form eines Gutscheines. Der Wert von 100 Franken besteht einerseits aus einem Gutschein für eine Berg- und Talfahrt der Pilatus-Bahnen. Der zweite Gutschein im Wert von 60 Franken kann in einem der Alpnacher Gastwirtschaftsbetriebe eingelöst werden. Die Gutscheine sind unpersönlich ausgestellt, können also von den Inhabern auch verschenkt oder verkauft werden.

Korporation macht Gewinn von über 100'000 Franken

Im Geschäftsbericht begründet der Rat seine Auswahl. «Die Pilatus-Bahnen AG und die Korporation Alpnach sind langjährige Geschäftspartner», heisst es wörtlich. Die Pilatus-Bahnen AG entrichtet der Korporation jährlich über 200'000 Franken Abgeltungsbeiträge, da die Hotels und die Zahnradbahn auf Korporationsboden liegen. Zudem werde berücksichtigt, dass die Bahnen im laufenden Jahr «von der globalen Krise besonders stark betroffen sind.» Keine Frage ist für den Korporationsrat, dass die «Alpnacher Gaststätten von den behördlichen Massnahmen stark getroffen wurden.»

Auch die Jahresrechnung 2019 wird am 23. Juni zur Genehmigung vorgelegt. Sie schliesst bei einem Gesamtaufwand von rund 12,28 Millionen Franken und einem Ertrag von 12,39 Millionen Franken mit einem Gewinn von 108'217 Franken ab. Damit wurde ein um 15'200 Franken besseres Ergebnis erreicht, als budgetiert.

Vermietete Liegenschaften sind Haupteinnahmequelle

Der Personalaufwand ist mit 1,53 Millionen Franken gegenüber dem Budget um rund 130'000 Franken unterschritten worden. Der Sachaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr von rund 5,87 Millionen auf 6,3 Millionen Franken. Budgetiert waren 4,9 Millionen. Hier fallen vor allem die Aufwendungen für die Helikoptertransporte des Schadholzes in Höhe von 776'000 Franken ins Gewicht. Vorgenommen wurden ordentliche Abschreibungen von 1,23 Millionen und Zusätzliche von 387'000 Franken.

«Nach wie vor sind die vermieteten Liegenschaften sowie die Erträge aus den Abbau- und Baurechtsverträgen die Haupteinnahmequellen der Korporation», schreibt Finanzchef Urs Spichtig-Vigano im Geschäftsbericht. Beinahe zu 100 Prozent waren die 62 Wohnungen sowie die 32 Büro- und Gewerberäume vermietet. Aus dem Grundstückwesen resultierte ein Nettoertrag von 812'000 Franken. Zum guten Ergebnis hätten aber auch der Forstbetrieb sowie die «konstanten Ertragswerte beim Energieverkauf über den Wärmeverbund beigetragen», schreibt Finanzchef Spichtig-Vigano.