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Korporationsrat Uri spricht sich für zwei neue Wasserkraftprojekte aus

Klares Ja zur Nutzung der Wasserkraft am Palanggenbach und am Alpbach. Zu reden gaben die Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen.
Markus Zwyssig
Die Wasserkraftnutzung am Alpbach ist einen Schritt weiter. Der Korporationsrat Uri sprach sich gestern für eine Beteiligung von 8 Prozent aus. (Bild: Paul Gwerder, Erstfeld, 26. März 2018)

Die Wasserkraftnutzung am Alpbach ist einen Schritt weiter. Der Korporationsrat Uri sprach sich gestern für eine Beteiligung von 8 Prozent aus. (Bild: Paul Gwerder, Erstfeld, 26. März 2018)

Der Korporationsrat Uri sprach sich an seiner Sitzung am Freitag, 28. September, einstimmig für eine Beteiligung am geplanten Kraftwerk am Alpbach aus. Investiert werden sollen rund 36 Millionen Franken. Dereinst soll es 32 Gigawattstunden (GWh) Strom produzieren. Damit können rund 7200 Haushalte versorgt werden. Beteiligt daran sind die Gemeindewerke Erstfeld (38 Prozent), die Elektrizitätswerk Altdorf AG (38), der Kanton Uri (16) und die Korporation Uri (8). Der Landrat berät in seiner Session vom 3. Oktober über eine Konzession am Alpbach.

Der Alpbach ist eines der grössten noch zur Stromproduktion nutzbaren Gewässern im Kanton Uri. Die Erstfelder hatten aber von Beginn weg grosse Bedenken gegen ein Kraftwerk, weil sie sich um ihre Trinkwasserquellen fürchteten. Aufgrund eines Vergleichs der bisher diskutierten Projektvarianten hat der Landrat in der Januar-Session einen konzessionsrechtlichen Vorentscheid zu Gunsten einer Nutzung ab dem Gebiet Schopfen getroffen. Dadurch werden die Trinkwasserquellen nicht beeinträchtigt. Die Korporation kann mit Wasserzinsen von 36000 Franken pro Jahr rechnen.

Korporationsräte wehren sich für das Kulturland

Geeinigt hat man sich inzwischen auch mit den Umweltverbänden, welche Einsprache gemacht hatten. Verpflichtet haben sich die am Kraftwerk beteiligten Partner aber zu einer Ersatzmassnahme. Eine Fläche von maximal 5000 Quadratmetern soll zweckgebunden für die Aufwertung der Reuss im Gebiet Hinter Leitschach sichergestellt wird.

Die Planung und Umsetzung der Ersatzmassnahme wird durch den Kanton Uri im Rahmen der Gesamtaufwertung der Reuss wahrgenommen. Und genau das gab an der Sitzung des Korporationsrats Uri zu reden. Korporationsrat Wendelin Loretz (Silenen) stellte den Antrag, bei der entsprechenden Landabgabe eine Präzisierung vorzunehmen und 2500 Quadratmeter landwirtschaftliche Nutzfläche und eine ebenso grosse Fläche ausserhalb der landwirtschaftlichen Nutzfläche zu sprechen.

Unterstützung erhielt er von Toni Furger (Erstfeld): «Die Landwirtschaft muss bestes Kulturland für die ökologische Ausgleichsfläche zur Verfügung stellen», bemängelte er. Vizepräsident der Korporation Uri, Peter Ziegler, sagte, dass damit das ganze Projekt gefährdet werden könnte. Die Umweltverbände würden auf die Fläche pochen. Stefan Jauch (Altdorf) zeigte Verständnis für das Anliegen von Loretz. Er sprach sich aber dafür aus, den Antrag abzulehnen. Er sei überzeugt, dass der Engere Rat im Sinne der Landwirtschaft und der Korporation entscheiden werde.

Der Antrag von Loretz wurde jedoch mit 17 ja zu 13 Nein-Stimmen klar gutgeheissen. Die Korporation Uri nimmt Einsitz in den Verwaltungsrat. Kurt Schuler (Altdorf) wurde einstimmig als Vertreter gewählt.

KW Palanggenbach: Nur eine Gegenstimme

Bei 29 Ja und 1 Nein-Stimme sprach sich der Korporationsrat Uri für die Erteilung einer Konzession zur Wasserkraftnutzung am Palanggenbach sowie für eine Beteiligung von 15 Prozent an der KW Palanggenbach AG aus. Das Projektgebiet liegt in den Gemeinden Seedorf und Attinghausen am Eingang zum Gitschental. Der Palanggenbach sowie die Seitenbäche sind Korporationsgewässer. Landeigentümer im Perimeter der Kraftwerksanlagen sind teilweise private Eigentümer sowie die Korporation Uri.

Die angestrebte Jahresproduktion liegt bei zirka 10,5 Gigawattstunden. Das Investitionsvolumen für den Neubau des Kraftwerks Palanggenbach beläuft sich auf rund 20 Millionen Franken. Als Gewässereigentümer profitiert die Korporation Uri von einer einmaligen Konzessionsabgabe von 105'000 Franken und jährlichen Wasserzinseinnahmen von rund 70'500 Franken. An der neuen Kraftwerksgesellschaft beteiligen sich die Korporation Uri (15 Prozent) zusammen mit den Partnern Elektrizitätswerk Altdorf AG (15) und die Gemeinde Seedorf (10). Als Drittinvestor tritt die Aventron AG (mit einer Beteiligung von 60 Prozent) auf, welche über 100 Kraftwerke in sechs Ländern betreibt.

Peter Ziegler zeigte auf, dass der Eingriff durch den Bau und Betrieb des Kraftwerks Palanggenbach durch entsprechende Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen kompensiert werden muss. So sind im Bereich Giessen eine Vernetzung mit der Reuss und eine entsprechende Aufwertung geplant. Korporationsrat Adrian Imhof (Attinghausen) bemängelte, dass mit dem Projekt respektive den Ausgleichsmassnahmen Kulturland und Fruchtfolgeflächen geopfert würden.

Rolf Infanger, Präsident der Korporation Uri, wurde als Vertreter in den Verwaltungsrat der noch zu gründenden KW Palanggenbach AG gewählt.

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