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Korporation Uri unterstützt Seilbahnsanierung

Künftig soll es für die Bürgeraktion einen Pauschalbetrag geben. Zudem leistet die Korporation Uri einen Beitrag an die Sanierung der Seilbahn Altdorf-Eggberge.

Urs Hanhart
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Zu Beginn der neuen Legislatur wurden die Korporationsräte durch Pfarrer Daniel Krieg vereidigt.

Zu Beginn der neuen Legislatur wurden die Korporationsräte durch Pfarrer Daniel Krieg vereidigt.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 4. Dezember 2020)

Am Donnerstag fand in Altdorf die letzte Versammlung des Korporationsrats Uri in diesem Jahr statt. Gleichzeitig handelte es sich um die erste Sitzung im Rahmen der neuen Legislaturperiode 2020 bis 2024. Aufgrund der BAG-Bestimmungen zur Coronapandemie wurde nicht wie üblich im Rathaus, sondern im deutlich grösseren Uristiersaal getagt. Die Durchführung erfolgte unter Einhaltung der Distanz- und Hygieneregeln gemäss Schutzkonzept des Kantons. Zunächst nahm Pfarrer Daniel Krieg vor Ort die Vereidigung der 27 anwesenden Korporationsräte, darunter neun Neugewählte, vor. In «normalen» Zeiten erfolgt dieser feierliche Akt jeweils in einer Kirche.

Auch die Mitglieder des Engeren Rates wurden vereidigt.

Auch die Mitglieder des Engeren Rates wurden vereidigt.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 4. Dezember 2020)

Zum Start der neuen Legislatur hielt der Präsident eine kurze Ansprache mit einigen persönlichen Gedanken. «Der Tradition verbunden und der Zukunft verpflichtet – für mich steht dieser Ausspruch nach wie vor treffend für die Korporation Uri», betonte er einleitend, und er fügte an: «Wir werden den Kanton und die Gemeinden weiterhin unterstützen, die Staatsziele zu erreichen. Diese Aufgabe werden wir als verlässlicher, eigenständiger Partner wahrnehmen. Die gelebte Tradition auf den Allmenden zu bewahren und immer wieder einen Blick in die Zukunft zu werden, das wird auch weiterhin ein guter Ratgeber für unsere Korporation sein.» Schwerpunktmässig werde sich der Rat in der neuen Legislatur mit den Strukturen auf den Alpweiden befassen. Man werde sich bemühen, die bestehende Alpwirtschaft zu erhalten und zu stärken. Zudem werde die Bewirtschaftung und Finanzierung des Schutzwaldes ein wichtiges Thema sein. Und nicht zuletzt auch die Flächen im Talboden, die zunehmend unter Druck gerieten. «Es wird nicht einfach sein, allen Wünschen gerecht zu werden», sagte Infanger dazu.

Fredi Furger, Göschenen, bekleidet neu das Amt des ersten Stimmenzählers. Zum zweiten Stimmenzähler wurde Paul Herger, Attinghausen, gewählt. Die Beschwerdekommission wird neu von Rebekka Mattli, Altdorf, präsidiert. Als Mitglieder nehmen Urs Schillig, Seedorf, und Thomas Arnold, Unterschächen, Einsitz.

Luftseilbahn Eggberge erhält Beitrag

Die Luftseilbahn Altdorf-Eggberge der Luftseilbahn Flüelen-Eggerberge AG muss in den nächsten Jahren saniert werden, wobei sich die veranschlagten Kosten auf 2,225 Millionen Franken belaufen. Von der Korporation Uri wird dieses Projekt gemäss Verordnung über die Subventionspraxis mit einem Beitrag von 108 020 Franken unterstützt. Ein entsprechender Antrag des Engeren Rats und der korporationsrätlichen Prüfungskommission wurde gestern von den Korporationsräten einstimmig gutgeheissen. Das Sanierungspaket umfasst drei Etappen und erstreckt sich bis 2027. In einer ersten Etappe (2021) müssen die Kabinen inklusive Gehänge ersetzt werden. Die zweite Etappe (2022–2024) betrifft vor allem Gebäude- und Umgebungsänderungen; Tal- und Bergstation werden behindertengerecht gemacht. Etappe 3 (2027) beinhaltet die Erneuerung der Trag-, Spann- und Gegenseile, die am Ende ihrer Lebensdauer angelangt sind und deshalb ersetzt werden müssen. Das Konzept sieht einen Finanzierungsmix durch Eigenmittel der Betreiberin sowie Beiträge der Gemeinden Altdorf und Flüelen, des Kantons Uri mittels NRP-Beiträgen und Beträge durch Dritte vor. Der Engere Rat wurde ermächtigt, ausgewiesene und/oder teuerungsbedingte Mehrkosten zum gleichen Ansatz zu subventionieren.

Nur geringe Auswirkungen durch Corona

Ebenfalls einstimmig abgesegnet wurde von den Versammelten das Budget 2021. Bei einem Ertrag von 6,12 und einem Aufwand von 6,09 Millionen Franken ist ein Mehrertrag von 28'125 Franken veranschlagt. Das sind rund 10'000 Franken mehr als im Vorjahresbudget. «Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronapandemie sind für die Korporation Uri bisher gering ausgefallen. Im Rahmen der Kernaufgaben kann sie auf nachhaltige und stabile Ertragsquellen zählen», betonte Verwalter Lukas Wyrsch. Nach wie vor bilden die Einnahmen aus Regalien und Konzessionen mit 53,3 Prozent die wichtigste Ertragsquelle. Daneben wird mit Vermögenserträgen aus Liegenschaften, Anlagen sowie Pacht- und Baurechtszinsen knapp ein Drittel der Einnahmen generiert. Für Alp- und Bodenverbesserungsmassnahmen hat der Engere Rat den Budgetbetrag auf 600'000 Franken festgelegt. Darin enthalten ist eine Kostenbeteiligung von 300'000 Franken für den Tunnelbau zur Erschliessung der Alp Alplen. Für das Projekt «Landwirtschaftliche Liegenschaft Hirschmatt» in Erstfeld wurde durch den Korporationsrat ein Kreditrahmen von 200'000 Franken genehmigt.

Im September und Oktober erfolgte die erste Bürgeraktion rund um die Luftseilbahnen des Schächentaler Höhenwegs. Rund 9000 Besucher wurden während dieser Zeit angelockt. Gestern beantwortete der Engere Rat einige Fragen von Korporationsrätin Manuela Herger, Bürglen, zu dieser Premiere. Ursprünglich hatte man mit Kosten von 60'000 Franken gerechnet. Die Bürgeraktion verschlang jedoch rund 141'000 Franken. Da der budgetierte Betrag für den Korporationsnutzen von 100'000 Franken mehr als voll ausgeschöpft wurde, konnte den Bürgergemeinden kein Restbetrag ausbezahlt werden. Infanger versicherte:

«Es werden in Zukunft Angebote gesucht, bei denen Pauschalbeträge
abgemacht werden können,
um mehr Planungssicherheit zu erhalten. Aber trotzdem muss das Handling
einfach bleiben.»

Zum Schluss wurden noch zwei Gesuche um die Erteilung des Korporationsbürgerrechts gutgeheissen. Namentlich betrifft es Christian Näf aus Göschenen und dessen Tochter Nora sowie Barbara Baumann aus Bürglen. Zustimmung fand auch ein Antrag bezüglich Abgabe von Allmendboden im Baurecht nach ZGB. Agnes Zurfluh-Herger, Attinghausen, erhält 262 Quadratmeter zur Erweiterung der Baurechtsfläche.