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Kraftwerk Fellitobel produziert erstmals Strom

Nach einer rekordverdächtigen Bauzeit von nur zehn Monaten konnten die zwei Privatpersonen Caspar Walker und Paul Furrer ihr Kraftwerk Fellitobel in Gurtnellen in Betrieb nehmen.
Paul Gwerder
Von rechts: Paul Furrer, Caspar Walker und Ingenieur Hans-Georg von Wedemeyer bei der Inbetriebnahme. (Bild: gw (Gurtnellen, 3. Juli 2018))

Von rechts: Paul Furrer, Caspar Walker und Ingenieur Hans-Georg von Wedemeyer bei der Inbetriebnahme. (Bild: gw (Gurtnellen, 3. Juli 2018))

Gestern Dienstag, Punkt 15 Uhr, war es soweit: Die beiden einzigen Aktionäre der KW Fellitobel AG, Caspar Walker und Paul Furrer, konnten die Maschinen des Kraftwerks Fellitobel starten und erstmals Strom produzieren. «Heute ist ein Tag der Freude und der Erleichterung», sagten Walker und Furrer unisono. Beide waren auch sichtlich gerührt und hatten ein paar Freudentränen in den Augen, als die Turbinen ohne Probleme anliefen. Hochzufrieden waren aber auch Ingenieur Hans-Georg von Wedemeyer und die Mitarbeiter der Südtiroler Firma Troyer, die für den Bau und den Betrieb der beiden zweidüsigen Peltonturbinen verantwortlich waren. Die Troyer-Leute waren auch für die Elektrotechnik, Regelung und Automation verantwortlich.

Die rund 5 Millionen Kilowattstunden Strom, die das über 7 Millionen Franken teure Werk nun produzieren wird, werden von der Swissgrid zu 100 Prozent übernommen. Besonders stolz sind die Betreiber, dass ein Grossteil der Arbeiten durch Urner Firmen wie die Argo Erstfeld, die für den Rohrleitungsbau zuständig war, und die Firma Baumann Epp Bau AG erstellt werden konnte. Für die Felsbohrung und den Bau der unterirdischen Kaverne war die Firma Gasser Felstechnik AG zuständig gewesen.

Strom für knapp 1000 Haushalte

«Es war ein langer Kampf, bis wir die Bewilligung für den Bau des Kraftwerks Ende August 2017 erhielten, denn das erste Gesuch haben wir schon vor zehn Jahren eingereicht», blickte Verwaltungsratspräsident Caspar Walker zurück. Dann ging es aber schnell. Schon nach fünf Tagen wurde an drei verschiedenen Baustellen unter der Leitung von Paul Furrer gearbeitet. Die Wasserfassung befindet sich beim Bocktalstägli auf knapp 1200 Meter über Meer. Dort dürfen die Kraftwerkbetreiber dem Fellibach maximal 750 Liter Wasser pro Sekunde entnehmen. Von dort fliesst das Wasser zuerst erdverlegt entlang eines Wanderwegs durch eine 700 Millimeter dicke Kunststoffdruckleitung bis zum oberen Felliberg. Dann fliesst es in einer 178 Meter langen Gussleitung durch den Felsen fast senkrecht hinunter direkt ins Maschinenhaus und von dort auf die Turbinen.

Die Firma Gasser hatte zuerst einen Fangstollen ausgebrochen. Erst danach konnte der Ausweitungsbohrkopf mit einem Durchmesser von 115 Zentimetern montiert werden. Kurz vor den Turbinen zeigt ein Gerät einen Wasserdruck von hohen 36 Bar an. Nach der Inbetriebnahme funktioniert das Kraftwerk vollautomatisch, und die beiden Kraftwerkbetreiber sowie die Firma Troyer können die Daten zu jeder Zeit auf dem Mobiltelefon oder auf dem Computer ablesen und das Werk auch fernbedienen. Zudem wird die gesamte Anlage mit Kameras überwacht.

Wasser wird zweimal genutzt

Für die Kraftwerkzentrale wurde eine Kaverne ausgesprengt, die durch einen rund 400 Meter langen Zugangsstollen der SBB erreicht werden kann. «Für uns war es ein Glücksfall, dass wir diesen Tunnel des SBB-Kraftwerks Amsteg benutzen durften», betonte Furrer. Zudem musste im Bereich der neuen 108 Quadratmeter grossen Kaverne ein Pilotstollen erstellt werden, welcher der Firma als Wendenische für den Ausbruch des Auslaufstollens diente. Nachdem das Wasser durch die Turbinen geflossen ist, wird es durch einen 46 Meter langen Kanal wieder in den Fellibach geleitet, wo es ein zweites Mal gefasst und von den SBB für die Stromproduktion genutzt werden kann.

Paul Furrer zeigte sich stolz, dass das Kraftwerk praktisch ohne Eingriff in die Natur gebaut werden konnte, denn der Fellibach fliesst durch ein national bedeutendes Schutzgebiet. Furrer ist auch froh, dass die Wanderer nach dem Rückbau der Materialseilbahn und der Baustellen praktisch nichts mehr von einem Kraftwerk sehen werden.

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