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Umweltverbände und Kraftwerke in Uri einigen sich

Die Kraftwerke Erstfeldertal und Palanggenbach sind einen bedeutenden Schritt weiter. Nach Einsprachen hat der WWF im Namen des Urner Umweltrats mit dem EWA, federführend für die beiden Kraftwerksprojekte und mit dem Kanton Uri nach intensiven Verhandlungen einen Kompromiss gefunden.
Markus Zwyssig
Hier soll dereinst die Zentrale des KW Erstfeldertal stehen. (Bild: Kurt Eichenberger)

Hier soll dereinst die Zentrale des KW Erstfeldertal stehen. (Bild: Kurt Eichenberger)

Im Juli 2018 machten Pro Natura und WWF Uri Einsprache gegen das Konzessionsgesuch der Kraftwerk Palanggenbach AG. Gleichzeitig erhob der WWF Uri auch gegen das Konzessionsgesuch der KW Erstfeldertal AG Einsprache. Der WWF Uri führte in der Folge im Namen des Urner Umweltrats in beiden Fällen die Verhandlungen mit dem EWA, das bei beiden Kraftwerken die Federführung und Gesamtplanung innehat.

Verhandlungen ermöglichten Kompromisse

In beiden Fällen konnten in intensiven Verhandlungen vergleichbare Kompromisse gefunden werden, wie es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung heisst. «Die Betreiber der Kraftwerke verpflichteten sich im Wesentlichen zu ökologisch wertvollen Ersatzmassnahmen», schreibt der WWF. «Im Gegenzug dazu verzichteten die Umweltverbände auf weitergehende Forderungen nach mehr Restwasser.» Kurt Eichenberger, Geschäftsführer des WWF Uri, schreibt dazu: «Die Verhandlungen ermöglichten es, wichtige Ersatzmassnahmen im Urner Talboden durchsetzen zu können, dort also, wo die ökologischen Defizite der Gewässer am grössten sind».

Dank der Beteiligung der Korporation Uri an den Kraftwerken konnte Land für Aufwertungen an der Reuss und am Attinghausener Giessen gewonnen werden. Die beiden Kraftwerke übernehmen die Verantwortung für die Umsetzung und Finanzierung der Ersatzmassnahmen.

Konzessionserteilung ist näher gerückt

Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung des EWA ist froh darüber, dass in beiden Projekten Einigungen zustande kamen. «Damit haben wir nun alle Puzzleteile zusammen, damit der politische Prozess für die Konzessionserteilung bei beiden Projekten gestartet werden kann. Dies ist im Hinblick auf die sehr engen Fristen beim KW Erstfeldertal ein wichtiger weiterer Meilenstein», wird Jauch in der Mitteilung zitiert. «Es bleibt aber nach wie vor sehr anspruchsvoll.»

So sollen die Zentrale des KW Palanggenbach (links) und des KW Erstfeldertal (rechts) aussehen. (Bild: Kurt Eichenberger)

So sollen die Zentrale des KW Palanggenbach (links) und des KW Erstfeldertal (rechts) aussehen. (Bild: Kurt Eichenberger)

Ball liegt bei Korporationsrat und Landrat

Die entsprechenden Vereinbarungen sind unterschrieben und gehen nun als Anträge an die Konzessionsgeber. Sollte der Landrat beim KW Erstfeldertal, sowie der Korporationsrat Uri im Falle des Palanggenbachs den Anträgen folgen, werden die vereinbarten Lösungen rechtskräftig und sind Teil der Konzessionen.

Der Korporationsrat befindet am 28. September 2018 über die Konzession beim Palanggenbach, der Urner Landrat am 3. Oktober 2018 über die Konzession beim KW Erstfeldertal.

Strom für 7200 Haushalte


Der Alpbach im Erstfeldertal ist das grösste noch zur Stromproduktion nutzbare Gewässer im Kanton Uri. Der Urner Landrat hat sich im Januar 2018 klar zu Gunsten einer kleinen Nutzung ausgesprochen, welche die Trinkwasserquellen nicht beeinträchtigen soll. Wirtschaftlichkeit ist dank der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) gegeben. Der Landrat entscheidet in der Oktobersession über die Konzessionsvergabe.

Beteiligt am KW Erstfeldertal AG sind die Gemeindewerke Erstfeld (38 Prozent), die Elektrizitätswerk Altdorf AG (38 Prozent), der Kanton Uri (16 Prozent) und die Korporation Uri (8 Prozent). Das neue Werk hat ein Investitionsvolumen von rund 36 Millionen Franken und wird 32 Gigawattstunden (GWh) Strom produzieren. Damit können rund 7200 Haushalte versorgt werden. Kanton und Korporation erhalten pro Jahr rund 480'000 Franken Wasserzinsen. Zudem profitiert der Kanton von einer Konzessionsgebühr von 750'000 Franken sowie von Dividenden von insgesamt 372'000 Franken pro Jahr. Baubeginn für das Kraftwerk ist frühestens 2019 geplant.

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