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KRIMINALITÄT: Urner Polizei muss wieder weniger Straftaten verfolgen

Bei den Straftaten wurde 2016 der tiefste Wert seit der Revision der Urner Kriminalstatistik erreicht. Angestiegen ist aber die Zahl der Einbrüche. Zugenommen hat auch die Zahl der Drohungen und der Gewalt gegen Beamte.
Einbrecher verschonen auch Nid- und Obwalden nicht. Doch die Präventionskampagne scheint zu wirken. (Bild: Keystone/Daniel Maurer)

Einbrecher verschonen auch Nid- und Obwalden nicht. Doch die Präventionskampagne scheint zu wirken. (Bild: Keystone/Daniel Maurer)

Die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten im Kanton Uri ist erneut zurückgegangen. Die Gesamtzahl liegt im Jahr 2016 bei 927. Im Vorjahr waren es 1010. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um rund 8 Prozent. Damit wurde der tiefste Wert seit der Revision der Urner Kriminalstatistik im Jahr 2008 erreicht. Das geht aus den am Montag veröffentlichten Zahlen der Kantonspolizei hervor.

Die Verzeigungen gegen Tierschutzgesetz, Waffengesetz oder Personenförderungsgesetz stiegen um 17 Prozent auf 69 Straftaten an. Demgegenüber reduzierten sich die Zahlen bei den Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gegenüber dem Vorjahr auf 107 Anzeigen (Vorjahr 179). Zusätzlich zu den Verzeigungen wurden 32 Ordnungsbussen ausgesprochen. Eine Reduktion ist im Bereich des Ausländergesetzes mit 79 zur Anzeige gebrachten Straftaten (132) festzustellen. Die Quoten der Aufklärung konnten in fast allen Bereichen gesteigert werden, stellt die Polizei erfreut fest.

Ein Fall von Raub und mehr Körperverletzungen

Im vergangenen Jahr ereignete sich im Kanton Uri wie im Vorjahr weder ein versuchtes noch ein vollendetes Tötungsdelikt. Wegen Raubs wurde ein Fall (2) und wegen schwerer Körpergewalt ebenfalls ein Fall (0) zur Anzeige gebracht. Die Zahl einfacher Körperverletzungen stieg auf 27 an (17), was eine Zunahme von 59 Prozent bedeutet. Die 2016 verzeichneten Straftaten gegen Leib und Leben nahmen insgesamt um 70 Prozent auf 63 Straftaten zu (37). Die Gesamtzahl der verzeichneten Gewaltstraftaten erhöhte sich auf 95 (57). Erwähnenswert ist die Zunahme der Drohung und Gewalt gegen Beamte um 160 Prozent auf neu 13 Straftaten (5).

Die Zahl der angezeigten Delikte gegen die sexuelle Integrität ist von 15 auf 5 zurückgegangen. Im Einzelnen handelt es sich bei 2 Straftaten um sexuelle Nötigung, bei 2 Straftaten um Vergewaltigung sowie bei einer Straftat um verbotene Pornografie.

Die Zahl der angezeigten Straftaten gegen das Vermögen ist mit 430 mit dem Vorjahr (427) vergleichbar, jedoch mit einer um 6 Prozent höheren Aufklärungsquote.

Wieder mehr Einbrüche und Diebstähle

Nachdem die Zahl der Einbruchdiebstähle 2015 um 64 Prozent zurückgegangen ist, stieg sie im vergangenen Jahr auf 53 (45) an. 21 Tatbestände waren die Folge von Einbrüchen in Ein- oder Mehrfamilienhäuser, 16 in Restaurationen sowie 16 in Verkaufs- und Gewerberäume oder Freizeit- und Sportanlagen.

Beim allgemeinen Diebstahl stieg die Zahl um 19 Prozent auf 80 (67) an. Beim Taschendiebstahl nahm die Zahl von 9 auf 4 Delikte ab. Im Gegenzug stiegen beim Trickdiebstahl die Straftatbestände von 6 auf 10 Delikte an. Die Polizei hält aber fest, dass diese Zahlen aufgrund der geringen Fälle in Uri starken Schwankungen ausgesetzt sind. Bei den angezeigten Sachbeschädigungen erhöhten sich die Fallzahlen auf 138 (125). Dies entspricht einer Zunahme um 10 Prozent.

Die Zahl der Fahrzeugdiebstähle sinkt weiter (–34 Prozent). Insbesondere die polizeilich registrierten Velodiebstähle nehmen seit Jahren kontinuierlich ab. Im vergangenen Jahr gelangten 53 Fälle (84) zur Anzeige.

Aushebung Indooranlage zeigt Wirkung

Der Rückgang bei den Anzeigen gegen das Betäubungsmittelgesetz gegenüber dem Vorjahr ist damit erklärbar, dass im Jahr 2015 als Folge der Aushebung einer Indooranlage viele Konsumenten angezeigt wurden. In der Langzeitbetrachtung bewegen sich die Zahlen 2016 wieder im langjährigen Mittel.

11 Unfälle (ohne Verkehrsunfälle) wurden polizeilich rapportiert. Bei diesen Unfällen verletzten sich 5 (9) Personen tödlich. Erwähnenswert sind zwei tödliche Unfälle beim Wildheuen in Bürglen und Flüelen sowie ein tödlicher Kanuunfall in Silenen. 9 Mal rapportierte die Kantonspolizei Uri aussergewöhnliche Todesfälle, zu denen sie aufgeboten wurde und bei denen die ärztliche Inspektion jeweils eine natürliche Todesursache ergab. 5 weitere Todesfälle (2) wurden als Suizid rapportiert. 4 Personen wurden im vergangenen Jahr bei der Kantonspolizei Uri als vermisst gemeldet, aufgrund dessen polizeiliche Ermittlungen eingeleitet wurden. Durch die Kriminaltechnik wurden im Weiteren 2 Hausbrände und 4 Fahrzeugbrände untersucht.

Bei der häuslichen Gewalt gelangten insgesamt 32 (30) Straftatbestände bei der Polizei zur Anzeige. 12 Mal musste die Polizei einschreiten. In 2 Fällen blieb es bei einem polizeilichen Bericht ohne Anzeige. Die 32 Straftatbestände verteilten sich auf total 10 Fälle. Zu ihnen zählen die einfache Körperverletzungen (11), Tätlichkeiten (9), Drohungen (7) oder die Gefährdung des Lebens (2). 2016 wurden, gestützt auf das Polizeigesetz, 4 polizeiliche Wegweisungen verfügt.

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

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