Kriminalstatistik
Uri bleibt ein sicherer Kanton

Die Statistik der Kriminalität in Uri zeigt weiterhin ein ruhiges Bild. Hingegen wurden mehr Verkehrsunfälle polizeilich registriert, was mit dem erhöhten Freizeitverkehr erklärt werden kann.

Florian Arnold
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«Der Kanton Uri verfügt über eine erfreulich stabile Sicherheitslage.» Dies schreibt die Kantonspolizei Uri in ihrer Mitteilung zur Kriminalstatistik 2020 sowie ihrem Jahresbericht. Im Jahr 2020 blieb die Kriminalität weiterhin auf tiefem Niveau. Insbesondere bei den Straftaten gegen Leib und Leben ist ein markanter Rückgang zu verzeichnen. Eine starke Zunahme gab es bei den Tatbeständen «gegen die öffentliche Gewalt». Im Strassenverkehr gab es drei Todesfälle. Die Zahl der Verletzten infolge von Verkehrsunfällen nahm leicht zu. Insgesamt wurden 15'045 Schwerfahrzeuge kontrolliert. Bei rund 5000 Schwerfahrzeugen kam es zu 7594 Verkehrsregelverstössen.

Weniger Betäubungsmittel, mehr Cyberdelikte

Die Gesamtzahl der erfassten Straftaten nahm von 911 auf 938 leicht zu und liegt damit im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Bei den Gewaltstraftaten sind es vier Straftaten mehr als im Vorjahr. Dabei erhöhten sich vor allem die Tatbestände gegen die öffentliche Gewalt. Die verzeichneten Übergriffe im Bereich der sexuellen Integrität nahmen gegenüber dem Vorjahr ganz leicht zu. Die Straftaten gegen das Vermögen wie auch gegen die Freiheit sind leicht gestiegen. Um 28 Prozent abgenommen haben hingegen die Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Während sich die Kriminalitätslage auf tiefem Niveau befindet, steigt die Zahl der Cyberdelikte weiterhin an. «Zum ersten Mal werden die Delikte der Cyberkriminalität statistisch separat erfasst», erklärt die Polizei. «Informatikmittel spielen heute praktisch bei sämtlichen Straftaten eine zentrale Rolle. Diese Entwicklung dürfte in den kommenden Jahren weiter zunehmen», so die Einschätzung.

«Erhöhte Polizeipräsenz gut aufgenommen»

«Die Kantonspolizei Uri mit ihren rund 170 Mitarbeitenden sorgt rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr für Ruhe, Ordnung und Sicherheit», heisst es im Jahresbericht. «Die Coronapandemie hat uns neue Aufgaben gebracht und uns als systemrelevante Organisation insgesamt sehr gefordert», wird Polizeikommandant Reto Pfister zitiert. Dank der richtigen Balance zwischen Kommunikation, Prävention und Repression habe die Bevölkerung die stark erhöhte Präsenz und die Kontrollen der Kantonspolizei sehr gut aufgenommen. «Die Aufgaben werden 2021 nicht weniger. Neue Aufgaben und Herausforderungen – ob coronabedingt oder nicht – gilt es zu meistern», so Pfister weiter.

Oster- und Ferienstaus bleiben aus

«Die Unfallstatistik 2020 zeigt ein leicht verändertes Bild gegenüber dem Vorjahr und ist geprägt von Covid-19», schreibt die Polizei. «Die epidemiologische Lage und die daraus resultierenden Massnahmen wirkten sich unterschiedlich auf den Strassenverkehr aus.» Der jährlich wiederkehrende Stau auf der Autobahn A2 vor dem Gotthard-Strassentunnel um die Ostertage und während der Sommer- und Herbstferien fand 2020 nur in sehr geringem Umfang statt. Während des Lockdowns im Frühling 2020 brach der Verkehr auf der Autobahn um fast 90 Prozent ein. Aufgrund der Reisebeschränkungen stieg der Verkehr auf der Autobahn A2 auch nach dem Lockdown nicht im gewohnten Rahmen an, sondern verlagerte sich.

So stellte die Kantonspolizei während der Sommermonate insbesondere auf den Passstrassen und entlang der Naherholungsgebiete mehr Freizeitverkehr fest, was auch dazu führte, dass sich die polizeilich registrierten Verkehrsunfälle im Kanton Uri gegenüber dem Vorjahr um 14 auf Total 289 leicht erhöhte. Dabei verletzten sich drei Personen tödlich. 38 Personen verletzten sich schwer und 98 Personen leicht. Die Anzahl der verletzten Personen stieg gegenüber dem Vorjahr um 15,8 Prozent. An der Spitze der Unfallursachen liegen Unaufmerksamkeit und Ablenkung. Bei 17 Verkehrsunfällen standen die Verursacher unter Alkoholeinfluss.

Über 7000 Verstösse bei Schwerverkehr

2020 kontrollierte die Kantonspolizei Uri während 6049 Stunden den Schwerverkehr auf den Urner Strassen. Diese Kontrollen erfolgten grösstenteils im Schwerverkehrszentrum (SVZ) in Erstfeld, mobil auf der Strasse oder direkt in den Unternehmen. Dabei untersuchten die Mitarbeitenden 15'045 Schwerfahrzeuge. Bei 4986 Schwerfahrzeugen kam es zu 7594 Verkehrsregelverstössen. 10'059 Schwerfahrzeuge waren korrekt unterwegs. Aufgrund gravierender Mängel bei der Betriebssicherheit mussten insgesamt 2788 Schwerfahrzeuge stillgelegt werden. Bei 84 Schwerfahrzeugen ordneten die Mitarbeitenden der Kantonspolizei Uri wegen Nichtbefolgen der Vorschriften zur Ladungssicherung und/oder zur Lastverteilung eine Umladung an.

Die vollständigen Berichte sind hier zu finden.