Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KULTUR: Der Bund fördert die Kultur zur Neat

Das Bundesamt für Kultur (BAK) unterstützt Uri bei Anlässen rund um den Gotthard. Direktorin Isabelle Chassot sagt, weshalb Geld für die Werbung gesprochen wird.
Markus Zwyssig
Isabelle Chassot bei ihrem Besuch am Volksmusikfestival in Altdorf im Jahr 2014. (Bild Urs Hanhart)

Isabelle Chassot bei ihrem Besuch am Volksmusikfestival in Altdorf im Jahr 2014. (Bild Urs Hanhart)

Markus Zwyssig

Isabelle Chassot, was hat Kultur mit Eisenbahn zu tun?

Isabelle Chassot: Kultur hat viel mit Eisenbahn zu tun, vor allem mit dieser Linie. Die Bahnstrecke am Gotthard ist eine wertvolle und bedeutende historische Strecke. Wichtig ist diese Eisenbahn insbesondere, weil sie zwei Sprachregionen in der Schweiz miteinander verbindet. Sie ist seit je eine Achse des Austausches zwischen Norden und Süden.

Das Bundesamt für Kultur unterstützt das kulturelle Rahmenprogramm zur Neat mit 100 000 Franken. Wie kam es dazu?

Chassot: Es war eine spannende Idee, die uns der Urner Kulturbeauftragte Josef Schuler vorgetragen hat. Natürlich finanziert bereits der Bund den grössten kulturellen Anlass rund um die Eröffnung der Neat mit dem von Volker Hesse inszenierten Stück. Als wir erfuhren, dass durch das ganze Jahr Kulturerlebnisse rund um den Gotthard geplant sind, auch in Zusammenarbeit mit anderen Kantonen und mit dem Tessin, schien es uns wichtig, diese zu unterstützen.

Weshalb haben Sie nicht einfach eine besondere Veranstaltung herausgepickt?

Chassot: Die Menschen sollen sich bewusst werden, wie wichtig die Eröffnung der Neat für die Kultur und das Zusammenleben ist. Und dabei denke ich vor allem an die Kantone der Zentralschweiz und ans Tessin. Geboten wird rund um die Neat Kunst und Kultur für alle Menschen – ohne elitäre Gedanken. Ich hoffe, dass man sich dabei der Bedeutung der Eröffnung für die Region, aber auch für das Zusammenleben in unserem Land bewusst wird. Uns war klar, dass wir das als Gesamtprogramm unterstützen. Deshalb haben wir uns gerne daran beteiligt. Wir liessen uns auch anstecken vom Enthusiasmus des Kantons Uri.

Weshalb kamen Sie auf den Betrag von 100 000 Franken?

Chassot: Wir haben das Gesamtbudget von zirka einer Million Franken des Kantons angeschaut. Daran können wir uns mit rund 10 Prozent beteiligen. Das ist der Rahmen, der jeweils für die Unterstützung unsererseits gilt.

Sie unterstützen mit dem Geld aber nicht direkt die Kultur, sondern vielmehr die diesbezügliche Kommunikationsarbeit. Ist das der richtige Weg?

Chassot: Kultur braucht auch Kommunikation. Wir haben Verständnis gehabt für das Anliegen der Urner. Dem Projekt fehlte vor allem das Geld, um die notwendige Kommunikation zu finanzieren. Für uns geht das in Ordnung, wenn die Bundesgelder in diesen Bereich im Rahmen eines Gesamtprojektes benützt werden. Für die Kommunikationsarbeit, für Inserate, Plakate und Publikationen ist es besonders schwierig, Sponsoren zu finden. Und deshalb sahen wir hier unsere Rolle. Wichtig ist, dass die kulturellen Veranstaltungen aufgrund der Werbung guten Anklang beim Publikum finden. So helfen wir, dass die Informationen über die Kulturanlässe verbreitet werden können.

Der Kanton Uri hat in seinem umfassenden Programm sehr viele Kulturprojekte aufgelistet. Zum Teil haben sie nur am Rande mit der Neat zu tun. Wird da der Bogen nicht ein bisschen überspannt?

Chassot: Nein, überhaupt nicht. Wir finden es spannend, was alles zum Thema Gotthard respektive Gottardo geboten wird, und dies nicht nur im Kanton Uri. Es gibt Musik, Lesungen, Theaterstücke und Tanzanlässe. Es wird damit einen Strauss an Kulturereignissen geben. Die Veranstaltungen finden über das ganze Jahr hindurch statt – und zwar in der ganzen Zentralschweiz und im Tessin. Der Austausch zwischen Sprachregionen wird zu einem wichtigen Thema. Auch geschichtlich wird dank den beteiligten Historikern sehr viel aufgearbeitet. Daher hat uns das Programm angesprochen. Die Kultur ist weit gefasst, aber es hat immer mit der Neat zu tun. Schliesslich ist es ein Jahrhundertbauwerk, das im Juni in Betrieb genommen wird. Es ist die grösste Achse zwischen Norden und Süden, die wichtigste europäische Verbindung.

Können Sie an der Eröffnung der Neat selber auch dabei sein?

Chassot: Nein, an der Eröffnung der Neat bin ich nicht dabei. Ich besuche aber recht häufig Kulturanlässe in der Zentralschweiz.

Welche?

Chassot: Wenn wir nur von Uri sprechen, war ich zweimal bereits an den Altdorfer Tellspielen und hatte die Gelegenheit, beim letzten Volksmusikfestival dabei zu sein. Ich habe regelmässig Gelegenheit, in Luzern Konzerten beizuwohnen. Es macht mir immer grosse Freude, in der Zentralschweiz an Kulturanlässen dabei zu sein. Und auch in diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, mehrmals Anlässe zu besuchen. Ich schätze besonders auch Veranstaltungen der Volkskultur. Die haben für mich eine sehr wichtige Bedeutung. Ich weiss, wie viel Arbeit dahintersteckt, meistens von Freiwilligen, um etwas auf die Beine zu stellen.

Besuchen Sie auch die Tellspiele, die am 20. August Premiere feiern?

Chassot: Ja, die Tellspiele werden erneut ein Thema sein. Ganz sicher werde ich mir auch die Ausstellung im Forum der Schweizer Geschichte in Schwyz anschauen. Die Sonderausstellung im Verkehrshaus will ich ebenfalls besuchen. Und am kommenden Wochenende wird das Bundesamt für Kultur am Volksmusikfest in Altdorf vertreten sein. Aber auch im Tessin bin ich immer wieder. So hatte ich im vergangenen Herbst Gelegenheit, der Eröffnung des Kulturzentrums Lac in Lugano beizuwohnen. Dabei habe ich betont, wie wichtig die Eröffnung der Neat ist. Ich hoffe auf die Neugier der Menschen, die Kultur der anderen Sprachregion kennen zu lernen. Der Nachbar rückt näher. Und jetzt dank der Neat natürlich ganz besonders, denn da verkürzt sich die Fahrzeit um eine Stunde.

Hinweis

Die 51-jährige Isabelle Chassot ist seit dem 1. November 2013 Direktorin des Bundesamts für Kultur. Die CVP-Politikerin ist ehemalige Staatsrätin des Kantons Freiburg.

Veranstaltungen: Weitere Informationen zu den Anlässen rund um die Neat-Eröffnung finden Sie unter www.urnerzeitung.ch/bonus

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.