KULTUR: «Gekauftes Glück» kehrt nach Isenthal zurück

Vor knapp 30 Jahren sorgte er für grosse Diskussionen, nun ist «Gekauftes Glück» auf DVD erhältlich. Morgen treffen sich die Filmcrew und Regisseur Urs Odermatt mit der Bevölkerung zur Premiere.

Josef Schuler
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Der Kinoklassiker «Gekauftes Glück» feiert in Isenthal die DVD-Vorpremiere. Bild: PD (Isenthal, 1987)

Der Kinoklassiker «Gekauftes Glück» feiert in Isenthal die DVD-Vorpremiere. Bild: PD (Isenthal, 1987)

Erst kürzlich feierte der Animationsfilm «Pepita und Max» in Luzern Premiere. Der animierte Kurzfilm zeigt die eindrückliche Tradition des Alpsegens mit der Alp Gitschenen und dem Betruf von Josef Aschwanden. Auch im Dokumentarfilm «Im Banne des Föhns» kommt eine Isenthaler Bergbauernfamilie auf der Oberen Bärchi auf die Kinoleinwand. Die Filmpremiere findet am 9. März um 18 Uhr im Kino Leuzinger in Altdorf statt.

Den Start ins Isenthaler Kulturjahr bildet jedoch das Wiedersehen mit der Filmcrew des Klassikers «Gekauftes Glück». Der 1987 in Isenthal gedrehte Film sorgte damals für viele Diskussionen. Produzentin Jasmin Morgan ist es zu verdanken, dass der Film digitalisiert wurde.

Isenthaler Turnhalle wird zum Kinosaal

«Es war höchste Zeit, den Filmklassiker des Nidwaldners Urs Odermatt aus der analogen ­Hölle zu retten», erklärt Morgan schmunzelnd. Nun ist er als DVD erhältlich. Am 2. März, 20 Uhr, wird der Film in der Isenthaler Turnhalle als Vorpremiere aufgeführt. «Ich freue mich auf ein grosses Wiedersehen mit bekannten Gesichtern», meint die Leiterin des Vereins Kulturwerkstatt Nordwest. «Er war der ­erfolgreichste Kinofilm, 2200 Personen in Altdorf, 11000 Besucher in Luzern. Die DVD-Gratisvorführung ist ein Dank an die Bevölkerung», sagt Morgan. Die öffentliche Premiere findet dann am Freitag, 3. März, 18 Uhr im Kino Leuzinger in Altdorf statt.

In «Gekauftes Glück» wird folgende Geschichte erzählt: Der Bauer Wintleter, gespielt von Wolfgang Berger, findet nach dem Tod seiner Mutter keine Frau. Über einen Mädchen­händler bestellt er für 5000 Franken die thailändische Bauerntochter Aurunotai, gespielt von Aurunotai Jitreekan. Nach der Hochzeit vermiesen eifersüchtige Frauen und Männer die aufkeimende Liebe.

Als jähzorniger Gegenspieler spielt der deutsche Regisseur Werner Herzog eine fiese Rolle. Eindrücklich sind auch Mathias Gnädinger, Günter Meisner und Marie-Thérèse Mäder. Auch Einheimische sind in diversen Rollen zu sehen: So spielt die Musikgesellschaft Isenthal am Begräbnis von Wintleters Mutter und am Schluss am Sarg der Thailänderin, und Gemeindeschreiber Bernhard Walker schaufelt das Grab.

Den Höhepunkt in diesem Isen­thaler Kulturjahr bildet aber die Fotoausstellung anlässlich der diesjährigen Kilbi-Ausstellungspremiere am 14. Oktober. Nach der Jubiläumsausstellung «25 Jahre Isenthaler Chilbi» lanciert die Kulturkommission einen Fotowettbewerb mit dem Motto «Verliebt in Isenthal».

Auf Hobbyfotografen warten attraktive Preise

Erstmals sind es die Gäste, die den Inhalt der Ausstellung bestimmen. Der Verantwortliche für das Kulturportal www.isenthaler.ch , Markus Aschwanden, ruft Einheimische und Gäste auf, ihm bis Ende Juni 2017 ihre digitalen Fotos aus Isenthal zu mailen. Gefragt sind Bilder, die das Tal dokumentieren, vielleicht irritieren, überraschen oder auch begeistern. Auf die 40 besten Bilder warten attraktive Preise. «Eine Wanderung ins Isenthal lohnt sich», meint Aschwanden.

Daneben sind weitere kulturelle Veranstaltungen festgelegt. So zum Beispiel zwei Wanderungen zum Urner Mundartweg über die Scheidegg und Führungen zu den sechs Stationen des Erlebniswegs «Urchigs Handwärch».

Am 9. April findet das Isen­thaler Musikantentreffen im Hotel Urirotstock statt, am 3. Juni das Jahreskonzert der Musikgesellschaft Isenthal, Ende Juli gibt es eine Kinder-Volksmusikwoche und am 24. September den traditionellen Handwerksmarkt mit Alpabzug. Am 22. September bildet die Konzerttournee der Bauernmusik Altdorf «Klingende Spurensuche» einen besonderen herbstlichen Höhepunkt im Isenthaler Kulturjahr.

Josef Schuler

redaktion@urnerzeitung.ch