Kumulierte Dienstjahre: Regierungsrat stärkt Urner Lehrern den Rücken

Lehrer im Kanton Uri können ihre in verschiedenen Gemeinden geleisteten Dienstjahre kumulieren. CVP-Landrätin Claudia Gisler stört sich an dieser Ungleichbehandlung gegenüber anderen Angestellten.

Christian Tschümperlin
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Die Dienstaltersgeschenke für Volksschullehrer sorgen aktuell für Diskussionen. Der Regierungsrat möchte an der bisherigen Praxis festhalten. Diese sieht vor, dass Lehrpersonen ihre Dienstjahre kumulieren können, sollten sie von einer Gemeinde zu einer anderen wechseln. Darin sehen die CVP-Landrätinnen Claudia Gisler aus Bürglen und Zweitunterzeichnerin Karin Gaiser aus Erstfeld eine Privilegierung der Lehrpersonen gegenüber anderen Mitarbeitern, die unter die Personalverordnung des Kantons Uri fallen. Sie fordern deshalb in einer Motion vom Dezember 2019, dies im Sinne der Gleichbehandlung zu korrigieren.

Der Regierungsrat lehnt eine Motion ab, welche von Gemeinde zu Gemeinde kumulierte Dienstjahre bei Lehrern abschaffen will.

Der Regierungsrat lehnt eine Motion ab, welche von Gemeinde zu Gemeinde kumulierte Dienstjahre bei Lehrern abschaffen will.

Urs Hanhart / Urner Zeitung

Die Regierung lehnt den Antrag ab. In ihrer Antwort begründet sie ihre Haltung mit dem Lehrermangel, der sich schweizweit akzentuiert. Dieser sei in vielen Kantonen bereits akut. Uri blieb bisher verschont. «Die unter Lehrermangel leidenden Kantonen arbeiten zur Zeit daran, Gegensteuer zu geben, indem sie unter anderem die Anstellungsbedingungen für Lehrpersonen verbessern», schreibt die Regierung. Im Vergleich zu den anderen Kantonen verschlechterten sich damit die Anstellungsbedingungen in Uri fortlaufend. Deshalb dürfte es für den Kanton Uri und seine Gemeinden zunehmend schwieriger werden, neue Lehrpersonen zu rekrutieren oder bestehende zu halten. Eine Änderung der bisherigen Praxis komme somit einem potenziellen Qualitätsverlust der Urner Volksschulen gleich. «Vor diesem Hintergrund würde ein Abbau bei den Dienstaltersgeschenken umso schwerer wiegen», resümiert der Regierungsrat. Er lehnt die Motion ab und empfiehlt dem Landrat, diese als nicht erheblich zu erklären.

Regierung sieht kein Einsparungspotenzial

Der Regierungsrat führt weiter aus, dass die zu erwartenden positiven finanziellen Auswirkungen bei den Gemeinden sehr bescheiden ausfallen würden. «Von den insgesamt 1224 Lehrpersonen, die seit 2004 in Uri unterrichtet haben, haben lediglich 218 oder 17,8 Prozent ihre Dienstjahre an verschiedenen Schulorten geleistet», schreibt er. Ein Blick über die Kantonsgrenzen hinweg auf ausgewählte Kantone der Zentral- und Deutschschweiz zeige zudem, dass es gängige Praxis sei, sämtliche innerhalb eines Kantons geleisteten Dienstjahre bei der Gewährung von Dienstaltersgeschenken anzurechnen.

Die Personalverordnung der kantonalen Verwaltung Uri gewährt nach 20 Dienstjahren und in der Folge alle 5 Jahre als Dienstaltersgeschenk einen Betrag in Höhe einer Monatsbesoldung. Die oder der Angestellte kann sich ein Dienstaltersgeschenk auszahlen lassen oder dieses als Ferien beziehen. Im Zuge der Umsetzung des NFA (Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen) tragen die Gemeinden die Kosten für die Besoldung der Lehrpersonen selber. Der Kanton beteiligt sich aber an den Kosten der Volksschulen mit einer Pauschale pro Schüler. Zuvor leistete der Kanton Uri Beiträge an die Besoldung der Lehrpersonen abgestuft nach Steuerkraft der Gemeinden. Aus Sicht der Motionäre rechtfertigte dies, alle im Kanton Uri geleisteten Dienstjahre für Dienstaltersgeschenke zu berücksichtigen. Diese Voraussetzung sei nicht mehr gegeben.